Was lernt man auf einem Ballengang-Workshop?


 

Ballengang-Workshop - Alles ist bereit
Ballengang-Workshop – Alles ist bereit

Sehr geehrte Leser!

Was lernt man eigentlich auf einem Ballengang-Workshop?

Dieser Frage gingen am vergangenen Samstag, dem 22.03.14, Menschen zwischen Karlsruhe und den Friesischen Inseln nach als sie in Neustadt an der Weistraße den Ballengang übten.

Die Teilnehmer waren ausnahmslos Menschen, die bereits mehrere Lektionen der hier erhältlichen Email-Lektionen empfangen und – als positive Wahrnehmung des Veranstalters – auch damit gearbeitet haben!

Das Leitmotto dieses Workshops lautete:

 „Finde die optimale natürliche Gehspur“

Die Ruhe vor dem Workshop ...
Die Ruhe vor dem Workshop …

In diesem Sinn tauchten sie über dynamische Bewegungen, gefolgt von sehr feinen sensitiven Übungen in ein geschärftes Bewegungsgefühl ein. Auch die Faszien kamen dabei nicht zu kurz, denn die Teilnehmer lernten zwei einfache Techniken zur selbständigen Aktivierung des Fußgewölbes, die man zuhause jederzeit anwenden kann.

Nach und nach wurden verschiedene charakteristische Gehspuren am eigenen Körper nachvollzogen, hinterfragt und mit anspruchsvollen motorischen Übungen letztlich in die optimale natürliche Gehspur überführt.

Auch intensive spezielle Körperarbeit gehört zum Ballengang
Auch intensive spezielle Körperarbeit gehört zum Ballengang

Im Lauf des vierstündiges Seminars gelang es allen Teilnehmern, sichtbar dynamischer aus dem ganzen Körper heraus zu gehen und damit dem Konzept des auf diesem Blog dargestellten natürlichen Konzept des Ballengangs ein gutes Stück näher zu kommen.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Videoanalysen, die ganz zu Beginn und gegen Ende des Seminars aufgezeichnet wurden. Die Teilnehmer erhalten in den folgenden Tagen ganz individuelle Auswertungen ihres Bewegungsmusters. So kann jeder in der Folgezeit eine weitere selbständige Optimierung der eigenen Körperbewegungen erfolgen.

Balance - Rotation - Konzentration - Leichtigkeit
Balance – Rotation – Konzentration – Leichtigkeit

Einige praktische Tipps, um auch in alltäglichen Situationen völlig unauffällig verschiedene Aspekte des Ballengangmusters üben zu können, rundeten schließlich den Workshop ab.

Zum Abschluss sei noch die einladende Atmosphäre der neuen Räumlichkeiten des Kulturvereins Wespennest in Neustadt an der Weinstraße lobend erwähnt, in der sowohl Aufenthalt und Training angenehm zu gestalten waren.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Teilnehmern, die eine schöne menschliche Bereicherung für mich waren, und freue mich jetzt schon auf das nächste Life-Event.

Herzliche Grüße, Ihr Stefan Heisel

 

Körperbewegungscoach Stefan Heisel
Körperbewegungscoach Stefan Heisel

 

PS:

Den besten Eindruck von solchen Workshops erhält man durch die Rückmeldungen von Menschen, die dabei waren.

Hier einige Auszüge von Feedbacks, die mir unmittelbar zugesendet wurden:

Hallo lieber Stefan,

das war bereits mein zweiter Ballengang-Workshop bei dir und ich muss sagen, es hat sich wieder gelohnt.
Deine Art die Inhalte und das worauf es ankommt zu vermitteln, finde ich sehr gut und verständlich.
Wie ich bereits am Ende des Workshops schon sagte, muss auch die Chemie zwischen „Lehrer und Schüler“
stimmen. Und diese stimmige „Chemie“ ist bei dir auf jeden Fall vorhanden.
Falls du weitere Kurse anbietest, werde ich auf jeden Fall wieder daran teilnehmen.

P.S

Gerade komme ich von meinem Waldlauf (natürlich in Minimalschuhen ;-)) zurück.
Natürlich habe ich die gelernten und erfahrenen Inhalte aus dem Ballengang-Workshop gleich umgesetzt. 
Mein gesamter Bewegungsablauf ist jetzt noch flüssiger und lockerer geworden.
Auch meine Schrittlänge (das Bein reicht ja über die Hüfte hinaus) hat sich verlängert.
Kurzum es hat richtig Freude gemacht.
Allerdings muss ich mich langsam an das Ballenlaufen gewöhnen. Die Belastung ist
auf jeden Fall wesentlich größer, als wenn ich auf den Ballen gehe.
Deshalb kann ich nur jedem raten, zuerst das Ballengehen zu lernen um dem
Körper genügend Zeit zur Anpassung der Sehnen, Muskeln und Fussgelenke zu geben.
Das kann mitunter Monate, ja sogar Jahre dauern, aber ich finde bei mir lohnt es sich.

Martin Wunsch aus Malsch / Kalrsruhe

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Hallo Stefan,

ein paar Worte zu den Stunden in Neustadt am Samstag, die ich sehr anregend fand.
Zumal ich gemerkt hab wie eingerostet und unbeweglich mein Körper gerade ist, deshalb kann ich mich dazu wenig ausdrücken, ..der Körperhat seine eigene Sprache….

Was mir gefallen hat, daß ich da keine größere „Sinngebung“, wie zum Beispiel – wenn du es so und so machst bekommst du keine Rückenschmerzen – oder du wirst glücklicher – oder so was . . . für mich empfunden habe .

Sondern :

Allein die Bewegung, allein die Dynamik ohne Zweck und Erwartung.
Ganz einfach , Spielen Bewegen Leben , wie die Kinder, im augenblicklichen Da-Sein.
Das mag vielleicht etwas überzogen klingen, es liegt aber daran, daß ich es vorher nicht gemerkt habe. (den Körper zu wenig bemerkt habe)

Als ich auf deinem Blog gelesen habe : Körpercoach, Founder of Bodymotic kam bei mir ein ?

Jetzt kann ich sagen: wahrhaftig !!!

Hans Dieter Sturm aus Hainfeld / südl. Weinstraße

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Lieber Stefan, 

Deinen Kurs fand ich sehr bereichernd. Die Übungen aus dem e-mail Kurs, die ich ja vorher schon sehr gut und verständlich fand, bekamen mehr Hintergrund, oder Basis. Die Heranführung an die hilfreichen Körperwahrnehmungen durch vorbereitende Übungen fand ich sinnvoll, nachvollziehbar und eine gute Hinführung zu einer neuen Fortbewegungsstrategie.

Dein Engagement zu diesem Thema und die gute Vorbereitung machten es mir leicht, mit zu gehen. Nun bin ich noch gespannt auf die Videos und darauf, wie es mit meinem „neuen Gehen“, wie ich es nenne, weiter geht.

Karen Hohn, Spiekeroog / Nordsee
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Ballengang auf dem Fahrrad?


Ballengang_Laufrad
Mit Ballengang begann das Radfahren

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Nutzen Sie auch gerne das Fahrrad als Verkehrsmittel – im Alltag oder ab und an in der Freizeit?
Ist Fahrradfahren eigentlich gut für Rücken, Beweglichkeit, Körperhaltung? Oder kann man sich damit die Körperstruktur regelrecht vermiesen?
Nun, da Sie sich mit Sicherheit für richtiges Bewegen im Ballengang interessieren, möchte ich mich mit einem (aber nur auf den ersten Blick!) leicht abwegig erscheinenden Exkurs befassen. Ich wünsche viel Spaß bei der nachfolgenden Lektüre.

Was hat denn Radeln mit Gehen zu tun und was gäbe es denn großartig zu beachten, um sich dabei sogar dem natürlichen Ballengangmuster anzunähern?
Das Thema „Fahrradfahren“ beschäftigt mich hinsichtlich Körperarbeit schon seit vielen Jahren. Ich persönlich habe mittlerweile durch tägliches Radeln meine Bewegungen dabei nahtlos in das sonstige Gehmuster integriert. Das geschah wie immer aus einer Kombination aus Wissen, Körpergefühl und vor allem durch Kontinuität.
Gerne lasse ich den interessierten Leser an meiner Praxis teilnehmen – lassen Sie mich aber eins vorausschicken:
Infolge meiner Ausbildung in Körpertherapie hielt ich Fahrradfahren jahrelang für „ungesund“ oder -besser ausgedrückt- dem natürlichen Bewegen entgegenwirkend. Das war im Nachhinein betrachtet aber mehr eine Meinungsübernahme, die ich auch entsprechend gegenüber Klienten und Schülern vertrat.
Seit meiner Spezialisierung auf „native abilities“ (angeborene Fähigkeiten) und entsprechender Arbeitsweise schaut das aber nun schon sehr anders aus.
Es kommt folglich weniger darauf an, WAS man tut oder meidet, sondern darauf WIE und in WELCHEM AUSMASS etwas praktiziert wird.

Umgemünzt auf das Radeln bedeutet das:
– Welches Fahrrad benutze ich?
– Wie stelle ich es auf mich ein?
– und zentral: Wie bewege ich mich beim Fahren?

Zäumen wir das Pferd vom letzten, wichtigsten Punkt auf und betrachten ganz grob, was denn beim Radeln so „normalerweise“ passiert:
– Wir sitzen die meiste Zeit auf einem Sattel -> unser Becken ist fixiert und damit auch unser Rücken

– Wir halten einen Lenker -> unser Arme sind ebenfalls fixiert und damit auch der Schultergürtel

– Wir treten in die Pedale -> unsere Bewegung ist auf einen monotonen durch das Gerät festgelegten Ablauf fixiert

Sitzposition und Winkel der Gliedmaßen kann bei folgender Feststellung außer Betracht gelassen werden:

-> Durch die oben genannten Fixierungen arbeitet der Körper OHNE VERBINDUNG ZWISCHEN OBER- UND UNTERKÖRPER!
Durch das Fehlen von Abdruck und Landung (was ja beim Ballengang zentral ist) arbeiten die für ganzheitliche Bewegungen so wichtigen Faszien so gut wie gar nicht- bekommen also weder Kräftigungsreize noch Dehnungsimpulse. Rein die Muskulatur leistet die Arbeit, und das auch noch relativ isoliert.

So gesehen sieht es standardmäßig in der Tat zunächst recht mau aus, was den Gebrauch des Körpers beim Radeln betrifft. So gesehen ist Fahrradfahren zumindest nicht sonderlich gesund für unsere Bewegungen.

Nun möchten wir aber gern Radfahren und dabei – wenn schon- als Ballengänger dem Körper was Gutes dabei tun.

Wie funktioniert also „richtiges Fahrradfahren“?

Es ist relativ gut machbar, wenn wir einige Dinge beachten. Wir tun uns den größten Gefallen, wenn wir die drei oben genannten Fixierungen auf dem Fahrrad minimieren und es schaffen, Ober- und Unterkörper über eine aktive Faszienkette zu verbinden.
Wie soll das auf dem Rad funktionieren?

– Das „Geheimnis“ hierfür liegt primär in der Nutzung des Rumpfes!

Die theoretische Beschreibung des natürlichen Bewegungshergangs würde (ähnlich wie der Ballengang-online-Kurs) den Rahmen eines Blogartikels zwar sprengen, aber ich gebe Ihnen in Stichpunkten die wichtigsten Schnittstellen der Bewegung als Anregung zum Ausprobieren:

1. Am einfachsten beginnen Sie damit, im Stehen eine Steigung hinaufzufahren und zu beobachten, was dabei im Gegensatz zum Fahren im Sitzen geschieht. Versuchen Sie dann, auch im Sitzen diese Bewegungsabläufe vom Grundsatz her umzusetzen – > Ganzkörpereinsatz

2. Rotieren Sie das Brustbein immer zum aufsteigenden Knie hin (genau wie im Ballengang)

3. Leiten Sie das Strecken des Beines mit einem leichten entspannten Zug nach hinten mit dem gleichseitigen Arm ein. (Genau wie die Gegenrotation im Ballengang)

4. Lassen Sie eine seitliche Wippbewegung im Becken zu (entspricht dem „Beckengehen“ aus der dritten Lektion Ballengang)

5. Stützen Sie sich nicht bzw. minimal auf den Lenker ab. Durch Entspannung in der Schulter entsteht automatisch eine vom ganzen Körper auf die Fahrradkonstruktion übertragene leichte(!) Schlängelbewegung. Diese entspricht auch der optimalen Gehspur beim Ballengang (siehe link)

6. Lassen Sie zu, dass Ihre Knie beim Anheben leicht nach außen rotieren– genau so, wie Sie auch beim natürlichen Gehen durch den Psoas (Kurs 5) geschieht.

7. Ändern Sie immer wieder den Kontakt zu Sattel, Pedalen und Lenker. So verhindern Sie stereotype Gewohnheiten und Belastungen. Im Grunde sollte man es sich stets aufs Neue bequem auf dem Rad machen.
(Dazu gehören natürlich auch adäquate Pausen, was ja wiederum zum Standard gehört 😉 )

8. Für „Fortgeschrittene“:
Wenn Sie sehr entspannt sein können, dann initiieren Sie sämtliche Bewegungen (Pedaltritt, Lenkerzug, Rotationen) ausschließlich vom RUMPF aus! Hierdurch können Sie einerseits Ihre sog. Kernmuskulatur aktivieren und nutzen andererseits Ihre Kräfte ganzheitlich und ökonomisch über die Faszienkette. Diese Bewegungsweise wird hier jetzt zuwar von mir erwähnt, benötigt aber zugegebenerweise eine intensivere Auseinandersetzung bzw. Schulung.

Das Fahrrad

Wie Sie sicherlich bereits ahnen, kann natürlich nicht jede Fahrradart diese Form des Fahrens unterstützen. Wichtigste Kriterien sind: Position und Form von Lenker und Sattel und ihr Höhenverhältnis zueinander.

Lenker:
Die Ellbögen sollten beim Führen bequem und locker nach unten fallen können  – schulterbreite Griffhaltung!

Sattel:
So breit, dass die Sitzhöcker großzügigen Kontakt haben
Flexibel gelagert/gefedert, so dass das Becken mitrotieren kann ohne viel zu rutschen (Zeichnung)

Verhältnis Sattel zu Lenker:
Die Sitzposition sollte es ermöglichen zwischen fast aufrecht mit leicht angewinkelten Armen und völlig aufrecht mit locker gestreckten Armen zu variieren.

Fazit:

Wie wir sehen, kann der ganze Bewegungsprozess beim Fahrradfahren in hohem Maß auf die wenigen natürlichen Abläufe hin gestaltet werden, die auch beim Ballengang stattfinden.

Ich lade Sie dazu ein, bei Ihrer nächsten Fahrt diese Ausführungen zu beachten und selbst auszuprobieren, was sich dadurch bei Ihnen ändert.

Ich freue mich auf Ihr Feedback und Kommentare (s.u.)

Viel Spaß beim besseren Bewegen wünscht herzlich,

Stefan Heisel

PS: Um grundständig in die Kunst des richtigen Gehens einzusteigen, lade ich Sie herzlich zu meinem Emailkurs ein, der Sie sicher durch die Pfade der Bewegungen führen wird -> Zum Emailkurs