„Meine Ballengang-Geschichte beginnt vor etwa 3 Jahren. Als Mitte 40-Jähriger bin ich eines Tages mit Rückenproblemen aufgewacht. Da die Rückenprobleme insgesamt einige Wochen angehalten haben, habe ich im Internet und dort vor allen bei Youtube nach Lösungen gesucht. Über den Umweg der Faszienrollen bin ich auf Barfußschuhe und den Ballengang gestoßen.

Von Barfußschuhen hatte ich bereits ein paar Jahre vorher in Form von Zehenschuhen erfahren ohne jedoch den Sinn zu hinterfragen geschweige
denn zu verstehen. Mein falsches Gehen hatte ich zudem bereits vor mehr als einen Jahrzehnt kurzzeitig hinterfragt, da ich mir nicht erklären konnte, warum beim orthopädischen Abrollen das eigentlich zum Herz zurückfließende venöse Blut in den Vorfuß gedrückt wird. Mittlerweile weiß ich, dass der Fersengang ähnlich dem Karnismus nur eine falsche Tradition unterliegt. Vor einen Jahr habe ich auch den Karnismus hinterfragt und bin zum Veganismus konvertiert. Der Ballengang war die zweitbeste und der Veganismus die mit Abstand beste Entscheidung für
meine Gesundheit.

Bereits die ersten Videos zum Thema Ballengang hatten mich vollkommen
begeistert. Wie konnte es sein, dass das Gehen ein so großes Geheimnis enthalten konnte? Ich habe direkt die Schuhe und Socken ausgezogen und bin fortan im Haus nur noch barfuß im Ballengang gegangen. Die ersten Barfußschuhe habe ich direkt im Internet bestellt. Um nicht auf die Lieferung zu warten bin ich draußen in meinen barfußähnlichen
Sommerschuhen nur noch im Ballengang gegangen. Meine täglichen Entfernungen lagen bei etwa 5 km und zu Beginn war ich sehr langsam. Teilweise waren die Strecken so lang, dass mir die Füße schon beim Gehen leicht schmerzten. Abends habe ich meine Füße mit einer Faszienrolle und Faszienbälle trainiert. Trotzdem hatte ich morgens oft Muskelkater in den Füßen und vor allen Waden. Nach etwa 3 Monaten wurde der fast tägliche Muskelkater weniger. Auch hat sich vor allen im Laufe des
ersten Jahres der Bewegungsablauf stark verbessert. Durch die Verlängerung der Faszien bin ich seit dem Zeitpunkt auch wieder in der Lage die tiefe Sitzhocke mit pararell aufgestellten Füßen zu praktizieren. Selbst heute nach 3 Jahren merke ich noch kleine Verbesserungen. Je weniger ich heute über das Gehen nachdenke, je natürlich ist der Ballengang.

Nach etwa zwei Jahren Ballengang habe ich angefangen zu laufen. Neben
Ballengang und Fersengang gibt es das Natural Running (Vorfußlauf) und
Jogging (Rückfußlauf). Der natürliche Vorfußlauf stellt eine noch höhere
Belastung für den Fuß dar als der Ballengang. Man rechnet für normale
Läufer mit einen Umstellungszeitraum von ein Jahr. Die Gefahren von
Ermüdungsbrüchen dürfen nicht unterschätzt werden. Trotz zwei Jahre
Ballengang bin ich langsam mit dem Natural Running in meinen
Barfuß-Laufsandalen angefangen. Heute kann ich ohne Probleme 5 bis 10 km
über den Vorfuß laufen.

Das Natural Running verwende ich auch im täglichen Leben. Im Gegensatz
zum Fersengang kann man beim Ballengang die Geschwindigkeit nicht sehr stark steigern. Ähnlich wie bei kleinen Kindern bleibt mir daher z.B.
zum schnellen Überqueren einer Straße nur der Vorfußlauf.

Der Ballengang, also das richtige und sanfte Gehen ohne unnatürliche
Dämpfung, führte für mich zu weiteren Erkenntnissen. Das Sitzen auf harten Stühlen ist gesünder als auf weichen Sesseln. Auch schlafe ich mittlerweile auf einer harten Isomatte und nicht einer „harten“ Matratze, die für den Menschen viel zu weich ist.

Ich bin fest davon überzeugt, dass anatomisch gesehen der Mensch barfuß über den Vorfuß gegangen ist, viel Zeit in der tiefen Sitzhocke
verbracht hat, auf Gras oder ähnlich harten Untergründen geschlafen hat
und für ihn als Nichtjäger und Sammler tierische Produkte nur eine Notnahrung darstellten. Gott oder auch die Natur haben keine Fehler gemacht. Nur der Mensch macht Fehler, indem er sich nicht an die Vorgaben der Natur hält. Die Zeiträume waren viel zu kurz, dass sich der Mensch tatsächlich hätte in irgendeiner Form anpassen können.“

(Anonymer Leserbrief)

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