Ballengang im Alltag (3)


Oder

Ballengang ist NICHT alles.

Mikroskop-BallengangLiebe Leser
Nachdem wir uns mit dem Bobachter beschäftigt haben, schauen wir uns jetzt an, WAS wir denn beobachten sollten.
Um es vorweg zu nehmen: Wir müssen unseren Blick wesentlich erweitern. Doch dazu hole ich etwas aus…
Wenn wir uns einen leichten aufrechten Gang wünschen oder gar ein dynamisches selbstverständliches Nutzen des Vorfußes, dann reicht es nicht aus, nur meinen Gang bzw. den Anderer zu betrachten. Denn der Gang ist nur eine von vielen Funktionen, die uns körperlich ausdrücken. Was ich bei anderen Bewegungsfunktionen nicht vermag und auch was ich unbewusst tue oder bin, das bin oder tue ich auch beim Gehen, bzw. dort eben auch nicht.
Habe ich beispielsweise einen harten, eher schwerfälligen Gang im Alltag, dann kann ich natürlich mittels bewusster Technikanwendung oberflächlich so tun, als würde ich federnd leicht gehen, aber höre sofort auf mit der Leichtigkeit, sobald ich etwas anderes (Unbewusstes) tue oder mich nicht mehr bewusst auf Gang konzentriere. Das ist auch der Grund, weshalb Menschen beim konzentrierten Üben von Tänzen oder Kampfkünsten oftmals völlig anders wirken als im unbewussten Alltagsmodus.
Doch wollen wir das? Möchten wir unterscheiden zwischen „normalem Alltagstrott“ (wortwörtlich 😉 ) und „bewusstem Ballengang“, etc. ?
Nein, ich gehe mal davon aus, dass es uns um wirkliche Veränderungen im Alltag und persönliche Weiterentwicklung geht.
Das bedeutet aber, dass es nicht beim Gang als eine Bewegungstechnik bleiben kann, sondern dass wir schauen müssen, wie wir uns insgesamt verändern können, um – unter Anderem – einen leichten, aufrechten „Ballengang“ zu ENTWICKELN. (Ja Entwickeln, nicht nur Erlernen)
Schauen wir uns also an, wie wir stehen, sitzen, etwas heben, wie wir vom Stehen ins Sitzen oder Liegen kommen und umgekehrt, wie wir jemand die Hand schütteln, wie wir atmen, …
Schon alleine aus der „natürlichen Haltung“ beim Stehen erkennt man anhand der daraus ersichtlichen Körperstruktur, ob der Bauch angespannt ist, wo sich der Kopf im Verhältnis zum Brustkorb, Becken und Knien befindet, ob die Beine gerade oder verdreht sind, ob Asymmetrien in einer Körperhemisphäre vorliegen, ob der Blick wirklich geradeaus geht und vieles mehr im Detail. Daraus lässt sich auch schließen, wie derselbe Mensch sitzt, wie er sich sogar hinsetzt und auch wie er geht und läuft. (Warum das so ist und wie die Zusammenhänge genauer bestehen wird übrigens im nächsten Teil hier im Blog behandelt)
Das Problem, welches sich daraus ergibt, ist, dass es nahezu unmöglich ist, nur ein einziges Merkmal verändern zu wollen (z b das Gangbild) und alles andere außer Acht zu lassen. Das gilt insbesondere für unbewusste Bewegungsmuster, Haltungen und Gewohnheiten. Bei Tätigkeiten, die eine spezielle Konzentration erfordern (Sport, Tanz, Musik, Handwerk, …) ist es in Grenzen möglich durch Anstrengung unsere festen Muster zu manipulieren. In einem -> älteren Artikel  <- schrieb ich, dass es ratsam sei, keinen „Ballengang“ zu „machen“, sondern einfach ganz normal zu gehen und das Ergebnis ist dann einfach der „Ballengang“.
Nun erarbeiten wir uns Schritt für Schritt, wie dieser Prozess herbeizuführen ist.
Schauen wir uns jetzt einige konkrete Beispiele an, die in der Summe dafür verantwortlich sind, wie wir uns (fort-)bewegen. Es geht nun nicht um bewusst gesteuerte Tätigkeiten, sondern um alltägliche Automatismen. Die Selbstbeobachtung -> (letzter Artikel) <- ist dabei oft nicht so zuverlässig da wir, sobald wir an etwas zu Beobachtendes denken, diese Bewegung bereits kontrollieren. Deshalb kann hier durchaus die Beobachtung durch Andere oder das Beobachten Anderer effektiver sein.
Kommen wir zu den einzelnen Bereichen, die unsere nicht bewussten Funktionen ausmachen:

Stehen:

  • Wo liegt die Fußbelastung gewöhnlich (Ferse, mittig, Vorfuß)?
  • Ist ein Bein mehr belastet als das andere?
  • Sind die Knie durchgestreckt?
  • Wie ist das Becken gekippt?
  • Wie lang ist die Rumpfvorderseite zur Rumpfrückseite?
  • Hohlkreuz/ Rundrücken?
  • Kopfposition (Vorne, mittig, hinten, Neigung)
  • Sind die Schulter hängend, nach vorne, oben, hinten gezogen?
  • Fällt mir längeres Stehen schwer?

Sitzen:

  • Welche Art Stuhl finde ich bequem und sitze gerne aktiv darauf? (flach, nach vorn/hinten geneigt, gepolstert mit hoher/tiefer Rückenlehne, welche Sitzhöhe, …)
  • Wo sitze ich auf dem Stuhl? (vorne, mittendrauf, hinten am Anschlag zur Lehne, …)
  • Nutze ich gerne Drehstühle?
  • Wo befinden sich meine Beine/ Füße beim Sitzen? (Position, Auflage der Füße, Beine übereinander, …)
  • Wechsle ich oft die Position oder verfalle ich in eine inaktive Lage?
  • Befindet sich der Brustkorb vor, genau über oder hinter meinen Sitzhöckern?
  • Ist „aufrecht sitzen“ anstrengend?
  • Habe ich Beschwerden durch längeres Sitzen?
  • Kann ich mühelos in die tiefe Hocke gehen?

Liegen:

  • Welche Position ist mir angenehm? (auf der Seite kauernd, symmetrisch gestreckt, asymmetrisch gestreckt/angezogen, Bauch- Rückenlage)
  • Welche Matratze nutze ich? (hart weich, Wasser, Boden)
  • Wie groß ist mein Schlafplatz? (Breite, Länge, Bettkante hoch/ niedrig)
  • Wie stehe ich gewöhnlich auf? (Situp, Beine beteiligt, rollend, seitlich, …)
  • Benutze ich beim Hinlegen meine Hände zum Abstützen?
  • Habe ich öfter Angst hinzufallen und mich zu verletzen?
  • Wie leicht stehe ich aus dem Liegen vom Boden auf? Wie gewohnt/ungewohnt fühlt sich das an?

Treppensteigen aufwärts:

  • Wie laut setzte ich die Füße auf?
  • Beuge oder strecke ich meinen Rumpf bei höheren Stufen?
  • Rotiere ich meinen Brustkorb/ Schultergürtel gegensätzlich zur Bein-/Hüftbewegung?

Treppensteigen abwärts:

  • Lasse ich mein Becken zusammen mit dem Bein bei jeder Stufe fallen oder halte ich es stabil?
  • Beuge ich mich im oberen Rücken vor (um die auf die Stufen zu sehen)?

Hinsetzen:

  • Wie stark nutze ich Knie und Hüftgelenk?
  • Setze ich mich in gerade Position oder baue ich eine leichte Drehung ein? (immer die gleiche?)
  • Beuge ich mich dabei stark vor?
  • Greife ich nach der Sitzunterlage zur Sicherheit?
  • Lasse ich mich auf die Sitzfläche fallen?

Aufstehen vom Sitz:

  • Beuge ich mich vor dem Aufstehen stark vor?
  • Wo befinden sich die Füße dabei?
  • Wo genau möchte ich eigentlich hin beim Aufstehen? (oben, schräg, vorne, keine Ahnung?)

Aufheben von schweren Gegenständen:

  • Welche Muskeln spanne ich gefühlt am stärksten an? (Armbeuger, Hand, Unterarm, Rücken, Oberschenkel, Schulter, …)
  • Was ändert sich, wenn ich den gleichen Gegenstand mal in Zeitlupe aufhebe?
  • Was machen der Kopf und das Becken dabei?

Feinmotorik / Hantieren:

  • Führe ich beim Essen eher die Gabel zum Mund oder die Mund zur Gabel?
  • Ziehe ich beim Schneiden mit einem Messer die Schultern hoch? -> Sind generell die Schultern bei Tätigkeiten im Sitzen etwas angezogen? (D.h. würden sie beim bewussten Loslassen spürbar tiefer fallen?)
  • Schreiben von Hand: Wie halte ich den Kopf? Wie stark beuge ich mich vor? Ist der Rumpf symmetrisch oder einseitig verzogen? Wie fest halte ich den Stift?
  • (PC- Arbeit lassen wir an dieser Stelle weg, weil das ebenso wie Handwerk, Musik und sportliche Hobbys sehr speziell ist und stark von den Begebenheiten bzw. dem genutzten Equipment abhängt)

Wir sehen, dass schon bei einer simplen Auswahl allgemeiner täglicher Situationen sehr viele Möglichkeiten bestehen, Eigenarten zu entwickeln, die zu weniger effizienten oder ausgewogenen Körperfunktionen führen können.

Wenn Sie mitmachen möchten bei der Alltagsveränderung, empfehle ich folgende Methode:

  • Suchen Sie sich pro Tag eine, maximal zwei der vorgegebenen Merkmale des Alltags heraus und beobachten nur dieses sowohl bei sich selbst als auch bei anderen zufälligen Personen.
    Selbst Menschen, die professionell mit Bewegung zu tun haben, weisen Alltagsbewegungen auf, die nicht unbedingt optimal sind. Das betrifft jeden und auch ich darf jeden Tag lernen, wenn ich beobachte.

Wenn Sie eher keine Lust haben zu beobachten und wahrzunehmen und beispielsweise lieber drauflos üben, fehlt die Voraussetzung, um die Übungen auch wirklich unbewusst in den Alltag zu integrieren, sich also tatsächlich auch außerhalb der Übezeit nachhaltig zu verändern/ verbessern.

Natürlich gibt es noch viel mehr und feinere Methoden, um gezielte Körperwahrnehmungen zu provozieren und zu nutzen. Hier ist dann eine Zeit lang eine persönliche begleitende Anleitung inklusive Fremdbeobachtung/ Analysen zu empfehlen.

—>>> Seminare.ballengang.de

Vielen Dank für das Lesen bis hierher und nun spannende Momente und Erkenntnisse! 

Ihr Stefan Heisel

Ballengang_Seminar_StefanHeisel

Bewegung im Alltag (1)


oder: „Ballengang“ ist Alles

 

Gehen-Lernen-Ballengang_Kind
Alltagslernen (1)

Liebe Leser, sehr oft taucht die Frage auf, ob man seinen Gehstil umstellen sollte. Die Gründe dafür liegen oft in der Vorbeugung oder Verbesserung von Fußbeschwerden, Knie-, Hüft-, oder Rückenschmerzen oder einfach als Rückkehr zur „natürlichen Bewegung“.

Um das zu erreichen, beginnen viele mit dem Barfuß-Gehen oder dem Tragen von Minimalschuhen. Da es auch offensichtlich ist, dass neben der Ausstattung der Füße auch das Erlernen einer bestimmten Technik das Gangbild positiv beeinflusst, haben sich Begriffe wie „Ballengang“, „Fersengang“ oder „Mittelfußgang“ eingebürgert.
Diese eher unglückliche Begriffswahl führt in der Praxis und in der Kommunikation über das Gehen dazu, dass die Bewegung ausschließlich auf Eigenschaften des Fußes beschränkt bleibt.
So untersucht man, wie der Fuß auftritt, wie welches Gewölbe beschaffen ist oder wo Deformationen sind. Mit hohem technischen Aufwand wird der Belastungsdruck der Füße im Stand gemessen und Ganganalysen auf Laufbändern durchgeführt, die den Gang zudem nicht unter praktischen Bedingungen messen. Die Bewegung wird dazu meist nur vom Unterschenkel abwärts analysiert.

Nun ist es ja so, dass Beschwerden ja auch aus ganz anderer Quelle entstehen können. So ragt das Sitzen in die Aufmerksamkeit der Maßnahmen. Auch hier werden aufwändige Sitzmöbel konstruiert, welche das Sitzen bequemer machen und die Wirbelsäule entlasten sollen. Ganze Arbeitsplätze werden ergonomisch optimiert, um dadurch schwerwiegenden Langzeitschäden/ Krankenständen vorzubeugen.

Selbiges im Bereich des Liegens/ Schlafens. Auch hier versprechen aufwändige Matratzen, dem Rücken gut zu tun, in dem sie jede Körperkurve im Liegen ausgleichen.
Die Fitness/Wellnessbranche bietet quasi jährlich neue Bewegungskurse an, je nach Trend, die in der Masse von Instruktoren mit zertifizierter Wochenendausbildung an größere Gruppen angeboten werden. So soll durch ungefähres Nachmachen von mehr oder weniger dynamischen Tänzen oder Einzelübungen ein Ausgleich für den sonst so ungesunden Bewegungsalltag geschaffen werden.

Doch was wird durch all diese Maßnahmen tatsächlich erreicht?

Genaugenommen wird der eigentliche Alltag vollständig ausgeblendet. Stattdessen wird versucht, entweder durch ein Detail der Bewegungsvielfalt oder durch ein kurzes Zeitfenster des Ausgleichs eine Behebung dessen versucht, was in der allermeisten Zeit unbewusst und automatisch schiefläuft.

Doch was macht unser Wesen und damit unsere Struktur, unser Bewegen, Denken und Fühlen tatsächlich aus?
Ein Schuh, ein Stuhl, eine ergonomische Maus, ein Fitnesskurs oder gar eine Matratze?
Sicherlich nicht…

Es ist unser Alltag, unser reales Tun und Erleben, was uns zu dem gemacht hat, was wir sind.
Aus der Psychologie ist bekannt, dass sich prägende Ereignisse in der Körperstruktur physisch manifestieren, meist äußerlich gut erkennbar. Das Bild, von einem Trauma einen „Knacks“ zu bekommen, hat daher einen realen körperlichen Gehalt. Es muss aber kein Trauma sein, denn auch jahrelange Gewohnheit, die sich langsam unbewusst einschleicht (und natürlich zur eigenen Individualität gehört) kann sich auch zu einem Laster entwickeln, das durch einfaches Üben schwerlich zu korrigieren ist.
Und hat sich eine Eigenheit fest etabliert (beispielsweise einseitiges Schulter Hochziehen, breitbeiniges Stehen, durchgedrückte Knie, Festhalten des linken Armes, …..) dann verändert sie langfristig die Form des Körpers. Und wenn der Körper in seiner Form auf diese Eigenheiten eingestellt ist, fallen ihm rein physisch relevante erwünschte Veränderungen schwer. So manifestiert sich im ungünstigen Fall eine körperschädliche Eigenheit langfristig immer mehr.

Demzufolge ist also nicht nur der Gang, sondern jede Bewegung von der individuellen Körperstruktur (Hardware) und den erworbenen Nervenbahnen (Software) die charakteristische Bewegungsmuster auslösen, geprägt.
Wollen wir aber – aufgrund von Beschwerden oder um uns leichter/ effektiver zu bewegen- unser Gangbild verändern, also EINE Alltagsbewegung von vielen, die allesamt unbewusst ablaufen, dann genügt es nicht, neue „Gangtechniken“ zu erlernen. Je spezieller diese wären (z.B. den Aufsatz des Fußes umstellen) desto weniger integriert sind diese in die bestehende Software und Hardware des Einzelnen.

[Um einen Vergleich zu stellen: Es ist einleuchtend, dass man seine Rückhand beim Tennis nicht alleine dadurch verbessern kann, indem man Handgelenkbewegungen übt und sich weder mental noch gesamtkörperlich weiter entwickelt. Dazu kommt, dass Tennis eine spezifische Disziplin ist, die wenig Berührungspunkte mit unbewusst ablaufenden Alltagsbewegungen hat]

Wie also kommt man an diese Alltagsbewegungen ran? Einzelne spezifische Übungen funktionieren zwar als Erfolgserlebnis für den Moment des Übens, doch die restlichen 95-99% der Lebenszeit, in der die Gewohnheit herrscht, überwiegt dennoch gravierend. Anders ausgedrückt: Es resultiert nur ein sehr eingeschränkter Lernerfolg, wenn pro Tag fünf Minuten etwas geübt wird, das in der ganzen restlichen Zeit durch die tägliche jahrzehntelange Alltagsroutine überlagert wird. Dennoch funktioniert diese Art des Übens bei speziellen Tätigkeiten wie dem Spielen eines Instruments oder dem Ausüben eines Handwerks, weil hier ein anderer Modus im Bewusstsein angelegt ist, der jedoch nicht zur Alltagsroutine gehört. Doch für Veränderungen fester unbewusster Gewohnheiten, zu dem auch das Gehen gehört, müssen wir anders vorgehen.

Der Gang charakterisiert uns zutiefst. Er ist individuell und nicht standardisierbar. Und das ist gut so. Doch gibt es bei all der Fülle von Gangbildern, die immer auch kulturell geprägt sind, einige GRUNDSÄTZLICHE Funktionen, die aus verschiedenen Gründen kontraproduktiv für das Wohlbefinden, die Gesundheit, die Beweglichkeit, den Kraftaufwand und auch die Ausstrahlung nach außen sein können. Die wichtigste Beobachtung dabei:

Die Bewegungsqualität, die sich beim Gehen zeigt bzw. nicht zeigt, durchzieht den Großteil jeglicher Bewegungsmuster, die ebenfalls unbewusst und routinemäßig Tag für Tag wiederholt werden. Eine wirkliche Veränderung des Gangbildes muss daher die grundsätzliche Qualität ALLER Alltagsbewegungen mit einschließen. Und umgekehrt wirkt sich eine allgemeine Veränderung des Körpergefühls und der Bewegungsqualität immer auch auf das Gangbild aus.

Was zeichnet ein ausgewogenes, dymanisches Gangbild aus:

# Federung durch alle tragende Gelenke von Ballen bis Altlasgelenk

# Gegenläufige Rotation zwischen Becken, Brustkorb und Kopf

# Aufrichtung der Körpersegmente entsprechend der Schwerkraft und der natürlichen Ausrichtung des Skeletts sowie der Bewegungsrichtung

# Kraft aus dem Körperzentrum

# Hemmung/ Entspannung aller nicht für die fokussierte Bewegung benötigten Muskelkontraktionen

# Weite Gelenke und langer Rumpf

Diese Qualitäten durchziehen untrennbar den gesamten Bewegungsspielraum vom der Atmung angefangen über das Liegen, Sitzen, Stehen, den entsprechenden Übergängen, dem Heben, Ziehen, Drücken, Werfen bis hin zum Gehen, Laufen und Springen.

Stellen Sie sich vor, Sie machen technische Übungen zum Gehen, z.B. den Fuß hängen lassen, und Atmen dabei wie immer, sitzen, stehen, heben den ganzen restlichen Tag wie Sie es immer schon taten. Ihr Becken steht noch immer in einem ungünstigen Verhältnis zum Kopf, Ihr Bauch ist angespannt, vom unteren Rücken oder dem Nacken ganz zu schweigen. Dieses Hängenlassen des Fußes wird maximal in der Übung funktionieren und sobald alles Restliche mit der bestehenden „Software“ und „Hardware“ in eine unbewusste Bewegung fällt, ist die Einzelübung vergessen und es findet keine Integration in die persönliche Bewegungsqualität statt.

Wie also kann eine unerwünschte Gewohnheit überhaupt modifiziert werden? ….

Vielen Dank für Ihr interessiertes Lesen bis hierher! Versuchen Sie doch gerne, sich eigene Gedanken dazu zu machen oder bereits erlebte Erfahrungen hierzu bewusst zu machen. Und schreiben Sie gerne Ihren Kommentar unter diesen Artikel.

in Kürze stelle ich meinen persönlichen Ansatz in diesem Blog vor.

Viel Spaß beim Entdecken und bis demnächst.

Ihr Stefan Heisel

Barfuß über Stock und Stein: Ballengang und Körperarbeit auf der Tromm [1]


Das Ballengangseminar

Ballengangseminar mit Stefan Heisel
Ballengangseminar mit Stefan Heisel

Es begann am Samstag, dem 26.7.14 morgens um 10:30. Ich setzte mich aufs Motorrad und fuhr mit allem Zubehör bepackt von Mannheim Richtung Tromm, um dort alle Vorbereitungen zu treffen.

Bis 11:00 trafen dann alle Teilnehmer ein, die diesmal wieder weite Strecken zurücklegten, um sich ein lebendiges Bild davon zu machen, wie man sich den natürlichen Ballengang praktisch erarbeiten kann. So gab es hochmotivierte Gäste aus Berlin, aus der Nähe von Hof und aus Neuss bei Düssedorf, die teilweise auch schon einen Tag zuvor in der herrlichen Pension „Zur schönen Aussicht“ eintrafen. Nach einem kurzen Kameracheck (denn es sollten ja auch Videoanalysen gemacht werden) ging es dann gut gelaunt los.

Was mich als Seminarleiter immer am meisten fasziniert und berührt, sind die Motivationen, aus denen heraus die Beschäftigung mit Ballengang geschieht und die Begegnung mit den Menschen als solche.

Konzentriertes Üben war angesagt
Konzentriertes Üben war angesagt

Ob es nun um Geschichten geht, bei denen sich jemand entschließt, die nächste Zeit als „Surviver“ barfuß und abgeschieden im Wald zu leben oder ob es darum geht, sich eine bessere Bewegungsqualität für seinen Kampfsport zu erarbeiten oder ob es um eine persönliche Bereicherung der Beweglichkeit geht. In jedem Fall treffen sich die verschiedensten Menschen, um letztlich mit hoher Motivation körperliche Erfahrungen zu machen und sich dabei weiter zu entwickeln.

Genau unter diesem Motto stand auch dieses Wochenende auf der Tromm.

Am ersten Tag ging es darum, die 5 Prinzipien des Ballengangs zu erlernen und durch zahlreiche spezielle Körper- und Sinnesübungen intensiv zu erleben und zu begreifen.

Ballengang_Bodymotic_Zugübung
Doppel-Z-Übung

So wechselten langsame meditative Übungen zum Erspüren der optimalen Schwerkraftlinie mit leichten bis teilweise auch etwas anstrengenden Trainingseinheiten ab.

Durch unterschiedliche didaktische Vorgehensweisen entwickelte sich eine hohe Vielfalt an Eindrücken. Sogar etwas Theorie und „Denksport“ rundete das Programm am Samstag ab.

Körperbewegungscoach Stefan Heisel
Körperbewegungscoach Stefan Heisel

Anhand der Videoanalyse konnten die Teilnehmer Ihre Fortschritte während des Seminars optisch nachvollziehen und darüber hinaus zusätzlich individuell in Heimarbeit weiter an sich arbeiten. Für mich war es erstaunlich zu sehen, wie sehr sich das Gangbild der Übenden am Ende des Seminars verändert hat. Am meisten geschah dies bei einem Gast, der eigentlich nur „mal so“ als Begleitung mitgemacht hat und quasi so gut wie keine Vorkenntnisse hatte. Respekt!

Nachdem wir Samstag im Endeffekt etwa 6 Stunden intensiv und mit viel Spaß gearbeitet haben, stand noch die Wanderung am morgigen Tag an … Und weil es auf der Tromm keine ausgesprochenen so genannten „Barfuß-Wanderwege“ gibt, war ich sehr gespannt darauf, wer überhaupt wie lange ohne schützendes Schuhwerk, wie „minimal“ es auch sein, bei u.a. solchen Wegen durchhalten würde …

Theoretisch und im gemütlichen Seminarraum war ja zunächst mal alles in Butter.

Umso größer fiel meine Überraschung aus, wie der Sonntag tatsächlich verlaufen ist!

Lesen Sie dazu in wenigen Tagen mehr … -> HIER gehts zur Fortsetzung

Herzliche Grüße und bis sehr bald, Ihr Stefan Heisel

Wie wird die Barfußwanderung wohl verlaufen...?
Wie wird die Barfußwanderung wohl verlaufen…?

-> Fortsetzung