Interview mit Körperbewegungscoach Stefan Heisel


Liebe Leser, mein frischgebackener Fachkollege und Blogger Sebastian Nowak hat ein aufschlussreiches Interview mit mir geführt. Ihn hatten insbesondere folgende Fragen interessiert, die auch für Sie von Interesse sein können:

 

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der Fragende: Sebastian Nowak, Körpertherapeut
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der Antwortende: Körperbewegungscoach Stefan Heisel

 

 

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Sebastian: Wann kamst du in Kontakt mit dem Thema funktionales Bewegen und welchen Stellenwert hat es in deinem eigenen Leben?

Stefan: „Nun, ein „Bewegungsmensch“ war ich immer schon. Neben der Musik hat mich dabei die Kampfkunst am meisten gefesselt. Während jedoch allgemein…..“(->weiterlesen)

Sebastian: Was macht deiner Meinung nach den Ballengang einzigartig?

Stefan: „Ballengang ist als Bewegungsmuster einzigartig, weil er ein… „(->weiterlesen)

Sebastian: Wann kamst du zum ersten Mal in Kontakt mit diesem Bewegungsmuster und was hat sich seit dem verändert?

Stefan: „Den Ballengang entdeckte ich zunächst durch einen Hinweis eines meiner Kampfkunstlehrer vor knapp zehn Jahren. Nachdem ich damit große Fortschritte…“ (-> weiterlesen)

Sebastian: Wie sorgst du sonst für deine Gesundheit?

Stefan: „Gesundheit …. Bei der Frage muss ich dazu erwähnen, dass „Gesundheit“ oft missverstanden wird. Grund dafür ist, …“ (-> weiterlesen)

Sebastian: Was ist deiner Ansicht nach die Essenz funktionalen Bewegens in kurzen Worten?

Stefan: „Die Essenz funktionalen Bewegens liegt meiner Meinung nach im Erinnern und Zulassen dessen, was unser Körper …“ (-> weiterlesen)

Sebastian: Woran arbeitest du aktuell und wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Stefan: „Zur Zeit arbeite ich an der Veröffentlichung meines Körpercoaching-Konzeptes, Bodymotic – Form & Function, welches ich … (->weiterlesen)

>> Zum ganzen Interview darf ich Sie auf Herrn Nowaks „Bewegblog“ leiten <<

Ich bedanke mich bei Sebastian für sein Interesse und die Möglichkeit, auch anderen Menschen meine Ideen und Kozepte verfügbar zu machen!

Herzliche Grüße, Stefan Heisel

Ballengang und Kampfkunst


oder:

Wie verwandle ich einen vermeindlichen Nachteil in einen großen Vorteil?

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

aus gegebenem Anlass möchte ich heute auf einen mir persönlich sehr naheliegenden und wichtigen Aspekt des Ballengangs eingehen.

Der Anlass hierzu ist ein Statement eines international bekannten Kampfkunst-Großmeisters, der sich in  einem aktuellen Twitterbeitrag https://twitter.com/gm_kernspecht/status/427466706936954880 sehr positiv über den Ballengang äußert.

Aber WARUM sollte man als ein Könner überhaupt ganz neue Gesichtspunkte in Betracht ziehen? Man ist doch, gerade als Kampfkunstmeister, souverän und „fertig ausgebildet“. Man hat alles schon gesehen und beherrscht seine Kunst hervorragend … Warum also überhaupt neue Wege gehen?

Im Fall des oben genannten war es, wie er selbst berichtet, ein Fersensporn, der ihn dazu brachte, etwas anders zu machen als vorher. Bei anderen, beispielsweise Bruce Lee, war es eine schwere Rückenverletzung. Bei nahezu allen meinen Klienten oder Schülern haben sehr viele mit Rückenschmerzen, Knieproblemen, steifen Schultern, die sie in ihrem alltäglichen Tun einschränken und daher nach einer Veränderung suchen.

Man kann also sagen, dass zuerst eine „Schwäche“ vorliegt, die dann zu einem Prozess der Erkenntnis führt. Der Erkenntnis nämlich, dass etwas verändert werden muss, weil das bisherige ganz offensichtlich versagt hat oder zumindest alles andere als optimal war. Ganz bemerkenswert ist so eine Erkenntnis, wenn es sich dabei um scheinbar vollkommen banale Dinge handelt wie etwa das Gehen, Stehen, Sitzen, Atmen. Wir glauben, dass wir das selbstverständlich können, dass es da nichts Aufregendes mehr zu erkennen gibt und bauen unser gesamtes übriges Handeln auf diesem (Trug)Schluss auf. Interessanterweise weiß jeder Musiker, Tänzer und Leistungssportler, dass die unentwegte Arbeit an den Grundlagen bzw. Basics das Fundament des Erfolgs und Fortschritts darstellt. Im „Alltag“ scheint es allerdings oberflächlich gesehen nichts zu geben, was in der Basis verbessert werden kann(?)

Was passiert aber nun, wenn man beginnt, sich näher mit jenen „banalen“ Dingen wie beispielsweise dem eigenen Gehen zu beschäftigen?

Welche Prozesse werden in Gang gesetzt, wenn etwas längst Abgehaktes, nicht mehr bewusst Wahrgenommenes auf einmal in den Fokus unserer Aufmerksamkeit gerät?

> Wenn man den Betreffenden Glauben schenken möchte, ergibt sich immer eine durchgängige Antwort:

Positive Weiterentwicklung, verbunden mit einem Sprung in eine bis dato unbekannte Qualität in Bewegung, Fühlen und auch Denken!

Es entwickelt sich also aus einer Schwäche, einem Problem durch intensive grundlegende Aufmerksamkeit und Erkenntnis eine neue Stärke, eine neue Kompetenz!

Als Kampfkünstler spürt man dies in besonderer Weise, weil hier die neugewonnene Stärke durch den Ballengang absolut unmittelbar umgesetzt wird. Wenn wir beginnen, die Kraftkette vom Boden über das Fußgewölbe nach oben durch den Körper zu leiten, anstatt aus einem stabilen aber immobilen Stand heraus zu arbeiten, erhöhen sich gleichzeitig Beweglichkeit und Energiepotential.

Faszien-Punch1
Faszien-Punch-Vorspannung
Faszien-Punch2
Faszien-Punch-Entladung
Man Beachte die ganzkörperliche Ballenarbeit!

Wie äußert sich das konkret?
In meiner freien Kampkunstpraxis hat sich seit dem Praktizieren des Ballengangs (vor ca 9 Jahren) viel verändert:

– Durch die allgegenwärtige Hinzunahme des Sprunggelenks erhöht sich der Bewegungsspielraum, d.h. auch die Reichweite aller Gliedmaßen um mindestens 10-20 cm.

– Durch die ständige Präsenz der faszialen Kraftkette sind wesentlich spontanere und feinere Bewegungsrichtungswechsel möglich.

– Da die Kraft „aus der Ferse“ in bestimmten Fällen dennoch gebraucht/ eingesetzt wird, ergibt sich ein vielseitigeres, überraschenderes und dynamischeres Gesamtbewegungsmuster.

– Die über den Ballen aufgebaute fasziale Vorspannung ermöglicht äußerst explosive, schnelle Kräfte für alle Stoß-, Zug-, Schlag-, Reiß-, Kickbewegungen

– Ballengang im Alltag zwingt den Körper dazu, sich im Sinne einer Doppel-Z-Kraftlinie neu zu sortieren. In der Kampfkunstanwendung führt das einerseits zu einem veränderten (und variablen) Körperschwerpunkt und

– andererseits zu mehr Stabilität bei Kraftübertragungen aller Art z.B. auf einen Übungspartner bzw. Gegner

– bei Kampfkünsten mit Kontaktübungen (ChiSao, PushHands, ReakTsun, KaKie, …) verändern sich Distanz und Kontaktpunkt hinsichtlich mehr Möglichkeiten

– Ein fortgeschrittener Ballengänger fällt weicher und ist schneller wieder auf den Beinen. Grund hierfür ist die automatische Nutzung von mehr Körpersegmenten und Gelenken

– …. (es ergeben sich auch noch feinere sehr spezielle Fertigkeiten allein durch das ganzkörperliche Ballengangmuster)

Wie wir sehen, wird nur durch eine einzige Veränderung einer Basisbewegung, dem Gehen, eine regelrechte Lawine von positiven Entwicklungen in der Kampfkunstpraxis losgetreten. Das alles ist nur möglich, wenn man freiwillig -oder wie so oft unfreiwillig durch Schmerzen- die Bereitschaft für Entdeckungen aufbringt. Es gilt auch hier der Satz:

„Der Apfel fällt ganz von selbst vom Ast – WENN er reif ist!“

Mit freundlichen Grüßen, Stefan Heisel

PS: Lieber Leser, sind SIE schon reif für den Ballengang?

Falls ja, lade ich Sie herzlich zu meinem kostenlosen Intensiv-Email-Kurs ein!

-> hier gehts direkt zum Kurs

Richtig Gehen Lernen (4b) – Wie ich den größten Fehler beim Ballengang vermeide


Fortsetzung von diesem Beitrag

Wie Sie den größten Fehler beim Ballengang vermeiden!

Ballengang_Alltag_2
Richtig Gehen Lernen (4b)
Sehr geehrte Leser,

im Anschluss an [diesen Artikel] möchte ich Ihnen heute grundsätzliche Tipps an die Hand geben, mit denen Sie den größten Fehler beim Ballengang von Grund auf ausmerzen können.

Lassen Sie mich dazu mit zwei kleinen Anekdoten aus meiner eigenen Gehpraxis beginnen:

– Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, als ich im Februar 2005 erstmals von der Idee des Vorfuß-GEHENS erfahren habe. (Das LAUFEN über den Vorfuß war damals schon seit längerem eine gängige Alternative bei Sportlern) An jenem Morgen packte ich meine absatzlosen Bär-Schuhe wie gewohnt aus dem Schuhschrank und nahm mir einen Spaziergang vor, um diese Sache mal zu zu testen. Gesagt-Getan ……

Die große Mühe, die ich dabei hatte, stets über den Vorfuß den Boden zu berühren, vergesse ich ebensowenig wie die Schmerzen, die sich nach 30 Minuten in Füßen und Unterschenkeln einstellten. Alles in mir weigerte sich schließlich, so weiter zu machen.

Andererseits spürte ich aber anschließend in sehr mannigfachen Situationen, um wieviel mehr sich u.a. meine Beweglichkeit, Schnelligkeit und auch Effizienz bei der Kampfkunst durch die  stärkere Nutzung des Ballens steigerten.

Also suchte ich schon damals nach Übungen, die meinen Körper und mein Nervensystem „austricksen“ könnten, damit ich diesen Ballengang als „ganz normal“ in mein Leben integrieren konnte. ABER: Immer, wenn ich bewusst in den Ballengang wechselte, war ich nicht mehr so richtig ich selbst und muss auch äußerlich ein bisschen wie ein „Clown“ gewirkt haben. 🙂 Zumindest gaben mir meine Kinder damals deutlich zu verstehen, dass ich mit dem albernen „Umherstelzen“ aufhören soll; das sei peinlich…

Gut, dass ich aber dennoch immer mehr daran feilte und mich auch weiterbildete bis ich schließlich unabhängig von Allem eigene Wege fand, sehen Sie ja im Ergebnis weiter unten 🙂

– Die zweite Anekdote hat mich kürzlich dazu bewegt, in diesem Blog auf gewisse Dinge einzugehen, um Sie, der Sie sich die Mühe machen hier mitzulesen, wesentlich schneller auf den „richtigen Trichter“ zu bringen. Es handelt sich um ein AHA-Erlebnis mit einem Klienten, der mich bis zu unserer Begegnung nur aus dem schriftlichen Email-Kurs kannte.

Nach der manuellen Fasziensitzung, der Körperstrukturanalyse und ganz individuell abgestimmten Zusatzübungen bat er mich, doch einfach mal „ganz normal ‚rumzugehen“.

Das tat ich, erklärte beiläufig, dass er bei dieser Gelegenheit auch mal meine „Gehspur“ beobachten solle und bekam dann folgendes Statement von meinem Klienten: „Herr Heisel, Sie gehen doch gar nicht im Ballengang?!“

Nun, ich bin mir durchaus sicher, „richtig“ zu gehen mit allem, was dazugehört. Ja, in diesem Gehtempo trat ich sogar klar mit dem Ballen zuerst auf (was noch nicht einmal der Hauptaspekt beim Ballengang ist). ABER: Man sieht es als Laie quasi nicht!

Also bewegte ich mich daraufhin in Zeitlupe und auch vor und zurück, bis es dann für meinen Gast sichtbar war.

Dieser hingegen musste sich – genau wie ich damals- trotz vieler Übungen regelrecht zwingen, auch nur in die Nähe von Ballengang zu kommen.

Um genau dieses „Unsichtbare“ zu demonstrieren und zu dokumentieren, habe ich mich mal in einer völlig alltäglichen Situation per Handycam filmen lassen:

Viel Spaß beim Ansehen!

Was ist also geschehen zwischenzeitlich? (Immerhin sind über acht Jahre vergangen)

Vom „peinlichen Clown“ zum total unauffälligen Ballengänger?

Ich will ehrlich sein…..

Mein altes Gangbild hat sich erst dann in ein ganz natürliches Bewegungsmuster, genannt „Ballengang“, verwandelt, als ich damit aufhörte, Ballengang zu üben!

 Oha, bevor jetzt der Verdacht aufkeimt, ich wollte alle meine Newsletter-Leser auf den Arm nehmen, lassen Sie mich erläutern, wie ich das genau meine:

Schauen wir uns doch einmal an, wie sich alle lernfähigen Lebewesen ihre natürlich angelegten Fähigkeiten aneignen:

– Sie ahmen (unterbewusst) Artgenossen nach

– Sie spielen und erkunden/erweitern so ihre Möglichkeiten

– Sie tun einfach, was sie können

Voraussetzung dafür sind im Wesentlichen nur zwei Dinge:

– ein funktioneller Körper

– eine Umwelt, die zum Spielen und Erkunden einlädt

Von ÜBEN ist also überhaupt keine Rede und es kommt auch in der Natur keinesfalls so vor, wie man das im „verschulten Lernen“ fast ausschließlich antrifft!

Man könnte annehmen, dass „Gehen“ ebenfalls zu unseren natürlich angelegten Fähigkeiten zählt. 🙂

-> Folglich kommen wir nur richtig weiter, wenn wir unser Lernen nicht auf das Meistern von festgelegten Übungen definieren, sondern auch im Lernen selbst uns unserer ureigensten Fähigkeiten bedienen!

 Was bedeutet das jetzt und welchen Sinn haben dann z.B. die von mir empfohlenen Lektionen 1-10?

Anleitung zum Erlernen des Ballengangs
Anleitung zum Erlernen des Ballengangs

 

Die oben genannten Grundsätze sind Teil eines größeren Konzeptes, mit dem alle Körperbewegungen auf nachdrücklichste Art und Weise an das naturgegebene Optimum gebracht werden können.

Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, wie eine der Ballenganglektionen umgesetzt werden können, gibt es demnächst eine weitere Fortsetzung (3) von „Der größte Fehler beim Ballengang“

 Ich bedanke mich für das Lesen dieses längeren Artikels und wünsche Ihnen viel Spaß beim Nicht-Üben! 🙂

 Mit freundlichem Gruß,

 Ihr Stefan Heisel

 PS:
 Sollten Sie noch nicht an dem kostenlosen Email-Kurs zum Ballengang teilnehmen, so sind Sie dazu herzlich eingeladen. Sie finden [HIER] den entsprechenden link dazu.