Ballengang im Alltag (4)


oder: Wie die Traglast uns beeinflusst

Liebe Leser,
was passiert eigentlich mit dem Gang, wenn wir etwas tragen oder andere Belastungen während der Fortbewegung haben?
Haben Sie auch schon bemerkt, dass das Tragen von Dingen stark die Gangart verändert?

Nehmen wir als Beispiel einen schwereren Rucksack oder eine Tasche, ein Bierkasten oder Ähnliches.

Bereits öfter erhielt ich persönliche Nachfragen, ob denn der Ballengang in solchen Situationen nicht mehr möglich ist.

So richtig erfassend ist diese Frage nur im persönlichen Coaching zu klären, da sehr viele Faktoren entscheidend dafür sind, ob wir uns auch bei Belastung noch ökonomisch bewegen oder ob wir dann in suboptimale Kompensationshaltungen geraten und Bewegungen, die sonst gut funktionieren, schlicht „vergessen“.

Dennoch möchte ich auf entscheidende Punkte aufmerksam machen, die jeder bei sich beobachten und ggf. in sein Bewegungsverständnis integrieren kann.

Um uns auch unter Traglast noch mit hoher, körperfreundlicher Effizienz bewegen zu können, sollte die Bewegung zunächst ohne Last und sonstige „Störfaktoren“ optimiert werden. Wie das geschieht, habe ich schon in vorigen Artikeln sowie dem E-Mail-Kurs ganz ausführlich beschrieben. Ich fasse dies kurz zusammen in dem Satz:

Die Rumpfarbeit entscheidet über jegliche Bewegungsqualität.

Der Fußaufsatz beim Gehen ist eine Folge der Art und Weise der Bewegungseinleitung im Rumpf.

Folglich ist es einleuchtend, dass es beim Ballengang, entgegen der Suggestion „Ballen“, rein um die Nutzung des Rumpfes geht. Erst diese hat dann – im nächsten Step – zur Folge, dass die Bewegungskette im Sprunggelenk beginnt und damit der Vorfuß automatisch eine wichtige Funktion bei Landung und Abdruck bekommt.

So weit, so gut 😉

Wir können uns freuen, wenn unser Körper zunächst mal im „Urzustand“ – also ohne beeinträchtigende Kleidung/ Schuhe – aus dem Rumpf heraus seine biomechanisch effizientesten (also auch ökonomischsten) Alltagsbewegungen spontan anwendet.

Sobald aber irgendetwas stört, und seien es nur Schuhe oder aber, wie die heutige Fragestellung lautet, eine Traglast, dann bringt das den fein abgestimmten Ablauf durcheinander.
Und zwar in zweierlei Hinsicht:

1. Auf der Wahrnehmungsebene gibt es Druck auf die Schulter, Zug nach unten über die Hände oder auch eine bloße Berührung, die normalerweise nicht oder selten im Alltag vorkommt. Diese Eindrücke verändern das Körpergefühl insgesamt und lösen dementsprechend andere Reaktionen aus als bestünden diese Störungen nicht.

2. Die Folge davon ist, dass neue Bewegungsmuster (wie beispielsweise der Ballengang) von diesem Sinneseindruck überlagert werden. Konkret verändert der Körper schon im Rumpf seine Grundhaltung und seine Bewegungsansteuerung, weil der Reiz einer Berührung oder Belastung viel mentale Kapazität beansprucht. Insofern bemerken wir, dass ein Ballengang nicht mehr funktioniert, selbst bei leichten Belastungen.

Was passiert genau dabei?

  • Beim Tragen eines Rucksacks verschiebt sich die Schwerkraftlinie im Körper

— Zur Fortbewegung brauchen wir eine andere muskuläre Ansteuerung als gewohnt

— Die Zeitpunkte zwischen Abdruck und Landen verschieben sich leicht

— Die Schrittlänge fällt bei gleichem, gewohnten Bewegungsablauf anders aus als ohne Last

— Als Folge davon landen die Füße nicht mehr so unter dem Rumpf, dass eine Nutzung der körpereigenen Feder möglich ist

  • Beim Tragen mit den Armen vor oder neben dem Rumpf geschieht grundsätzlich das Gleiche

— Zusätzlich sind die Arme und damit der Schultergürtel/Brustkorb von dem Tragen blockiert, so dass eine gegenläufige Rotation mit dem Becken stark eingeschränkt ist

— Wir verlieren den faszialen Schwung aus der Körpermitte

— Wir brauchen somit mehr Muskelkraft aus den Beinen und steuern die Gehbewegung entsprechend aus Beinarbeit, was einen Ballengang unmöglich macht.

  • Den gleichen Effekt, verstärkt, haben wir bei asymmetrischer Belastung (Tragen auf einer Seite). Die Einschränkungen im Gehen sind hier in der Summe am größten.
  • Zuletzt ist auch die Aufmerksamkeit auf das Tragen gerichtet und nicht mehr auf das Bewegen insgesamt. Das bedeutet, dass eine nicht 100% automatisierte körpergerechte Bewegung in solchen Fällen durch jede die Körperstatik störende Last stark genug beansprucht/beeindruckt ist, dass wir dazu neigen, uns viel mehr anzustrengen als notwendig und jede Leichtigkeit aus unbelasteten Situation verloren geht.

Was bedeutet das in der Praxis?

— Einerseits benötigt das Tragen schwerer Lasten tatsächlich mehr Statik im Körper als wenn nur leichte Lasten getragen werden. Das bedeutet, dass ab einem individuellen Punkt kein dynamisches Gehen mehr möglich ist und wir dann tatsächlich fast nur noch muskulär arbeiten können. Die Bewegung wird dann auch langsamer und belastet die Struktur spürbar. In diesem Fall ist die richtige Ausrichtung des Rumpfes besonders wichtig, um Gelenke möglichst gleichmäßig zu belasten und so kräftesparend wie möglich zu arbeiten. Von diesem Fall sprechen wir hier jedoch nicht, da es nicht zur Anwendung des Ballengangs im Alltag gehört.

— Jedoch für die alltäglichen kleineren Belastungen können wir lernen, unsere Bewegung anzupassen.

  • Mit Rucksack ist es wichtig, den Körperschwerpunkt zunächst im Stehen zu justieren. Das Losgehen muss ohne Anstrengung in den Beinen, alleine durch das Einbringen des Rumpfes entstehen. Die Justierung erfolgt dabei hauptsächlich im Sprunggelenk, das einen etwas anderen Winkel hat, als ohne Last.
  • Beim Tragen mit den Händen ist zusätzlich die Art und Weise der Armarbeit wichtig. Auch wenn die Arme gebeugt sind und/oder die Hände mit Greifen und Halten beschäftigt sind, sollten die Schultern neutral bleiben und der Halteaufwand des Gewichts mit so wenig Kraftaufwand wie nötig erfolgen. Es braucht ebenso eine Isolierung der Arme vom Rumpf, damit der Brustkorb trotz des Tragens noch mitrotieren kann.
  • Einseitiges Tragen ist generell ungünstig. Hier ist darauf zu achten, dass am besten ein Gegengewicht auf der anderen Seite mitgetragen wird. So gesehen tragen sich zwei Getränkekisten viel besser als nur eine, vom Gehen her. (Gleiches gilt übrigens für Rucksack mit gleichzeitigem Bauchsack oder gar Tragetuch, falls gerade relevant) Wenn das nicht möglich, ist es nützlich, die Schultern auf gleicher Höhe zu halten, wobei beide Schultern so tief wie möglich in der Balance sind. Und natürlich häufig die Seiten wechseln.
  • Leser des Email-Kurses können sich Lektion 9 nochmal anschauen, da ist die Funktion der Ferse genauer erklärt und auch wo man eher Statik und Dynamik bei Bewegungen braucht. Seminarteilnehmer können nochmals genauer auf die Funktion des Bauches beim Gehen achten hinsichtlich des Gehens unter Last. (Stichwort Treppensteigen, Psoas)
  • Damit wären wir beim Punkt der Achtsamkeit und Bewusstheit. Wenn wir uns auf die anstrengungsfreie Funktion unseres Körpers im Ganzen konzentrieren, fällt das Augenmerk auf das eigentliche Tragen quasi weg. Ziel ist es, einerseits „automatisch“ zu tragen, dabei viel weniger Kraft zu gebrauchen und ansonsten umso mehr auf das Bewegungsgefühl im Körper zu achten. Es wird hier immer mehr deutlich, dass es beim Ballengang nur wenig auf die Extremitäten ankommt, also auf das was Füße und Hände tun, sondern darauf, WIE Bewegung aus der Körpermitte angesteuert wird. Die Extremitäten folgen entsprechend fließend und benötigen wenig eigene Kraft aus Muskeln.
    So wird die Bewegung ökonomisch und Lasten kosten nicht unnötig viel Energie in Form von Muskelarbeit und Aufmerksamkeit.

 

  • Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Euer

Stefan Heisel

 

Ballengang im Alltag (3)


Oder

Ballengang ist NICHT alles.

Mikroskop-BallengangLiebe Leser
Nachdem wir uns mit dem Bobachter beschäftigt haben, schauen wir uns jetzt an, WAS wir denn beobachten sollten.
Um es vorweg zu nehmen: Wir müssen unseren Blick wesentlich erweitern. Doch dazu hole ich etwas aus…
Wenn wir uns einen leichten aufrechten Gang wünschen oder gar ein dynamisches selbstverständliches Nutzen des Vorfußes, dann reicht es nicht aus, nur meinen Gang bzw. den Anderer zu betrachten. Denn der Gang ist nur eine von vielen Funktionen, die uns körperlich ausdrücken. Was ich bei anderen Bewegungsfunktionen nicht vermag und auch was ich unbewusst tue oder bin, das bin oder tue ich auch beim Gehen, bzw. dort eben auch nicht.
Habe ich beispielsweise einen harten, eher schwerfälligen Gang im Alltag, dann kann ich natürlich mittels bewusster Technikanwendung oberflächlich so tun, als würde ich federnd leicht gehen, aber höre sofort auf mit der Leichtigkeit, sobald ich etwas anderes (Unbewusstes) tue oder mich nicht mehr bewusst auf Gang konzentriere. Das ist auch der Grund, weshalb Menschen beim konzentrierten Üben von Tänzen oder Kampfkünsten oftmals völlig anders wirken als im unbewussten Alltagsmodus.
Doch wollen wir das? Möchten wir unterscheiden zwischen „normalem Alltagstrott“ (wortwörtlich 😉 ) und „bewusstem Ballengang“, etc. ?
Nein, ich gehe mal davon aus, dass es uns um wirkliche Veränderungen im Alltag und persönliche Weiterentwicklung geht.
Das bedeutet aber, dass es nicht beim Gang als eine Bewegungstechnik bleiben kann, sondern dass wir schauen müssen, wie wir uns insgesamt verändern können, um – unter Anderem – einen leichten, aufrechten „Ballengang“ zu ENTWICKELN. (Ja Entwickeln, nicht nur Erlernen)
Schauen wir uns also an, wie wir stehen, sitzen, etwas heben, wie wir vom Stehen ins Sitzen oder Liegen kommen und umgekehrt, wie wir jemand die Hand schütteln, wie wir atmen, …
Schon alleine aus der „natürlichen Haltung“ beim Stehen erkennt man anhand der daraus ersichtlichen Körperstruktur, ob der Bauch angespannt ist, wo sich der Kopf im Verhältnis zum Brustkorb, Becken und Knien befindet, ob die Beine gerade oder verdreht sind, ob Asymmetrien in einer Körperhemisphäre vorliegen, ob der Blick wirklich geradeaus geht und vieles mehr im Detail. Daraus lässt sich auch schließen, wie derselbe Mensch sitzt, wie er sich sogar hinsetzt und auch wie er geht und läuft. (Warum das so ist und wie die Zusammenhänge genauer bestehen wird übrigens im nächsten Teil hier im Blog behandelt)
Das Problem, welches sich daraus ergibt, ist, dass es nahezu unmöglich ist, nur ein einziges Merkmal verändern zu wollen (z b das Gangbild) und alles andere außer Acht zu lassen. Das gilt insbesondere für unbewusste Bewegungsmuster, Haltungen und Gewohnheiten. Bei Tätigkeiten, die eine spezielle Konzentration erfordern (Sport, Tanz, Musik, Handwerk, …) ist es in Grenzen möglich durch Anstrengung unsere festen Muster zu manipulieren. In einem -> älteren Artikel  <- schrieb ich, dass es ratsam sei, keinen „Ballengang“ zu „machen“, sondern einfach ganz normal zu gehen und das Ergebnis ist dann einfach der „Ballengang“.
Nun erarbeiten wir uns Schritt für Schritt, wie dieser Prozess herbeizuführen ist.
Schauen wir uns jetzt einige konkrete Beispiele an, die in der Summe dafür verantwortlich sind, wie wir uns (fort-)bewegen. Es geht nun nicht um bewusst gesteuerte Tätigkeiten, sondern um alltägliche Automatismen. Die Selbstbeobachtung -> (letzter Artikel) <- ist dabei oft nicht so zuverlässig da wir, sobald wir an etwas zu Beobachtendes denken, diese Bewegung bereits kontrollieren. Deshalb kann hier durchaus die Beobachtung durch Andere oder das Beobachten Anderer effektiver sein.
Kommen wir zu den einzelnen Bereichen, die unsere nicht bewussten Funktionen ausmachen:

Stehen:

  • Wo liegt die Fußbelastung gewöhnlich (Ferse, mittig, Vorfuß)?
  • Ist ein Bein mehr belastet als das andere?
  • Sind die Knie durchgestreckt?
  • Wie ist das Becken gekippt?
  • Wie lang ist die Rumpfvorderseite zur Rumpfrückseite?
  • Hohlkreuz/ Rundrücken?
  • Kopfposition (Vorne, mittig, hinten, Neigung)
  • Sind die Schulter hängend, nach vorne, oben, hinten gezogen?
  • Fällt mir längeres Stehen schwer?

Sitzen:

  • Welche Art Stuhl finde ich bequem und sitze gerne aktiv darauf? (flach, nach vorn/hinten geneigt, gepolstert mit hoher/tiefer Rückenlehne, welche Sitzhöhe, …)
  • Wo sitze ich auf dem Stuhl? (vorne, mittendrauf, hinten am Anschlag zur Lehne, …)
  • Nutze ich gerne Drehstühle?
  • Wo befinden sich meine Beine/ Füße beim Sitzen? (Position, Auflage der Füße, Beine übereinander, …)
  • Wechsle ich oft die Position oder verfalle ich in eine inaktive Lage?
  • Befindet sich der Brustkorb vor, genau über oder hinter meinen Sitzhöckern?
  • Ist „aufrecht sitzen“ anstrengend?
  • Habe ich Beschwerden durch längeres Sitzen?
  • Kann ich mühelos in die tiefe Hocke gehen?

Liegen:

  • Welche Position ist mir angenehm? (auf der Seite kauernd, symmetrisch gestreckt, asymmetrisch gestreckt/angezogen, Bauch- Rückenlage)
  • Welche Matratze nutze ich? (hart weich, Wasser, Boden)
  • Wie groß ist mein Schlafplatz? (Breite, Länge, Bettkante hoch/ niedrig)
  • Wie stehe ich gewöhnlich auf? (Situp, Beine beteiligt, rollend, seitlich, …)
  • Benutze ich beim Hinlegen meine Hände zum Abstützen?
  • Habe ich öfter Angst hinzufallen und mich zu verletzen?
  • Wie leicht stehe ich aus dem Liegen vom Boden auf? Wie gewohnt/ungewohnt fühlt sich das an?

Treppensteigen aufwärts:

  • Wie laut setzte ich die Füße auf?
  • Beuge oder strecke ich meinen Rumpf bei höheren Stufen?
  • Rotiere ich meinen Brustkorb/ Schultergürtel gegensätzlich zur Bein-/Hüftbewegung?

Treppensteigen abwärts:

  • Lasse ich mein Becken zusammen mit dem Bein bei jeder Stufe fallen oder halte ich es stabil?
  • Beuge ich mich im oberen Rücken vor (um die auf die Stufen zu sehen)?

Hinsetzen:

  • Wie stark nutze ich Knie und Hüftgelenk?
  • Setze ich mich in gerade Position oder baue ich eine leichte Drehung ein? (immer die gleiche?)
  • Beuge ich mich dabei stark vor?
  • Greife ich nach der Sitzunterlage zur Sicherheit?
  • Lasse ich mich auf die Sitzfläche fallen?

Aufstehen vom Sitz:

  • Beuge ich mich vor dem Aufstehen stark vor?
  • Wo befinden sich die Füße dabei?
  • Wo genau möchte ich eigentlich hin beim Aufstehen? (oben, schräg, vorne, keine Ahnung?)

Aufheben von schweren Gegenständen:

  • Welche Muskeln spanne ich gefühlt am stärksten an? (Armbeuger, Hand, Unterarm, Rücken, Oberschenkel, Schulter, …)
  • Was ändert sich, wenn ich den gleichen Gegenstand mal in Zeitlupe aufhebe?
  • Was machen der Kopf und das Becken dabei?

Feinmotorik / Hantieren:

  • Führe ich beim Essen eher die Gabel zum Mund oder den Mund zur Gabel?
  • Ziehe ich beim Schneiden mit einem Messer die Schultern hoch? -> Sind generell die Schultern bei Tätigkeiten im Sitzen etwas angezogen? (D.h. würden sie beim bewussten Loslassen spürbar tiefer fallen?)
  • Schreiben von Hand: Wie halte ich den Kopf? Wie stark beuge ich mich vor? Ist der Rumpf symmetrisch oder einseitig verzogen? Wie fest halte ich den Stift?
  • (PC- Arbeit lassen wir an dieser Stelle weg, weil das ebenso wie Handwerk, Musik und sportliche Hobbys sehr speziell ist und stark von den Begebenheiten bzw. dem genutzten Equipment abhängt)

Wir sehen, dass schon bei einer simplen Auswahl allgemeiner täglicher Situationen sehr viele Möglichkeiten bestehen, Eigenarten zu entwickeln, die zu weniger effizienten oder ausgewogenen Körperfunktionen führen können.

Wenn Sie mitmachen möchten bei der Alltagsveränderung, empfehle ich folgende Methode:

  • Suchen Sie sich pro Tag eine, maximal zwei der vorgegebenen Merkmale des Alltags heraus und beobachten nur dieses sowohl bei sich selbst als auch bei anderen zufälligen Personen.
    Selbst Menschen, die professionell mit Bewegung zu tun haben, weisen Alltagsbewegungen auf, die nicht unbedingt optimal sind. Das betrifft jeden und auch ich darf jeden Tag lernen, wenn ich beobachte.

Wenn Sie eher keine Lust haben zu beobachten und wahrzunehmen und beispielsweise lieber drauflos üben, fehlt die Voraussetzung, um die Übungen auch wirklich unbewusst in den Alltag zu integrieren, sich also tatsächlich auch außerhalb der Übezeit nachhaltig zu verändern/ verbessern.

Natürlich gibt es noch viel mehr und feinere Methoden, um gezielte Körperwahrnehmungen zu provozieren und zu nutzen. Hier ist dann eine Zeit lang eine persönliche begleitende Anleitung inklusive Fremdbeobachtung/ Analysen zu empfehlen.

—>>> Seminare.ballengang.de

Vielen Dank für das Lesen bis hierher und nun spannende Momente und Erkenntnisse! 

Ihr Stefan Heisel

Ballengang_Seminar_StefanHeisel

Ballengang im Alltag (2)


Oder: Der Beobachter

Ballengang_lupe

Liebe Leser,

In der Reihe „Ballengang im Alltag“ geht es heute mit der zweiten von sechs Folgen weiter.

Stellen Sie sich vor, Sie wollen etwas, das Sie „eigentlich können“ weiter verbessern oder modifizieren. Etwas das so vertraut ist, dass Sie schon lange gar nicht mehr bemerken, was Sie tun.

Die erste Voraussetzung dafür hätten Sie genialer Weise bereits erfüllt, nämlich das WOLLEN. Ohne eigenen Antrieb, ohne ein WARUM wird es kaum möglich sein, tatsächlich etwas zu erreichen. Deshalb ganz vorab die Frage an Sie:

Warum möchte ich denn mein Bewegungsmuster (beim Gehen) verändern?

Unabhängig von Ihren persönlichen Gründen gehen wir nun in mehreren Schritten an die praktische Herangehensweise.

Da ich immer wieder Herausforderungen suche, neue Dinge richtig und konsequent neu zu lernen oder stark zu verbessern, bin ich permanent in dieser Situation und beobachte neben dem Gegenstand des Lernens immer wieder den Vorgang des Lernens, des Umlernens, sich Aneignens aufs Neue.

Ein eigenes aktuelles Beispiel sei mein neues Musikstudium. Ich habe mir vorgenommen, meine seit meiner Kindheit erworbenen Fähigkeiten von Grund auf neu zu erlernen und habe tagein tagaus damit zu tun, sowohl Neues zu erlernen als auch alte, total gewohnte Bewegungs- und Hörmuster zu erweitern bzw. gänzlich zu verändern. Und ein offenes, entdecken lassendes Unterrichten als Coach und Therapeut meinerseits unterstützt diesen Erkenntnisprozess immens.

Was wir, bei eigener Motivation, als Grundlage benötigen, ist die Beobachtung bzw. Wahrnehmung.

Wir können drei verschiedene essenzielle Beobachtungsmodi unterscheiden. Dabei ist es wichtig, diese penibel voneinander zu trennen. Andernfalls entsteht ein unscharfes Selbstbild, das für die eigene Weiterentwicklung wenig hilfreich ist.

1. Die Selbstwahrnehmung

Was fühle, höre, sehe,… ich bei mir? Unabhängig davon, wie das von außen wirkt! Um diese Wahrnehmung zu schärfen, ist es unerlässlich, ganz bei sich zu sein, bestenfalls ganz alleine ohne jegliche Beobachter/Zuhörer etc. Hier geht es darum, ganz in sich zu gehen und seinem eigenen Tun mit voller Aufmerksamkeit und Präsenz zu lauschen: Wie atme ich gerade? Wie stehe ich genau, auf welchem Bein liegt mehr Belastung? Sind meine Schultern wirklich hängend – halte ich etwas unentwegt fest? Wenn ich eine Bewegung ausführe, was bewegt sich mit, spannt sich an, ohne dass dies notwendig wäre und ohne, dass ich das eigentlich will? Wenn wir wirklich aufmerksam sind, werden uns immer neue Details über uns selbst bewusst, von denen wir vorher keinerlei Kenntnis hatten.

Leider gibt es im Punkt Selbstwahrnehmung einen Haken, nein … eigentlich zwei:

⁃       die Fähigkeit, sich wirklich vollumfänglich wahrzunehmen, ist eine Kunst für sich und bedarf wiederum des Übens. Würde die Selbstwahrnehmung perfekt einfach so funktionieren, dann gäbe es keinerlei Veränderungs- oder Lernbedarf, da man zu 100% sein eigener Lehrer wäre. Andererseits steigt die allgemeine Auffassungsgabe und der Lernfortschritt mit zunehmender Fähigkeit der Selbswahrnehmung rasant, weshalb sich die Stärkung der Selbstwahrnehmung extrem lohnt.

⁃       Der zweite Haken ist etwas tückischer: Leider ist die Wahrnehmung von sich selbst nie wirklich realistisch/objektiv. Beim Musizieren ist das inzwischen ein anerkanntes Phänomen. Während man musiziert, imaginiert man geistig einen bestimmten Klang, versucht ihn fast zeitgleich umzusetzen und das Gehirn täuscht dem Übenden vor, genau diesen Klang zu produzieren, auch wenn er real von der Vorstellung zu einem gewissen Grad abweichen kann. Hört man das gleiche als Audioaufnahme von außen, ist die Wahrnehmung eine ganz andere. Selbiges kann man auf viele Tätigkeiten übertragen. Während des Tuns ist es also trügerisch, sich einzuschätzen. Ein weiterer Täuschungseffekt bei der Selbstwahrnehmung ist der fehlende Vergleich zur Außenwelt. Beispielsweise fühlte ich mich nach 15 Jahren intensivstem Kampfkunsttraining äußerst sensibel für meine eigenen Bewegungen und die von anderen. Diesen großen Irrtum konnte ich erst feststellen und auflösen, als ich erkannte, wie extrem Wahrnehmung ausgebildet sein kann und dass ich bisher eine ungeeignete Methode praktizierte.

2. Die Wahrnehmung durch Andere

Etwas völlig anderes als die Eigenwahrnehmung ist das, was andere an mir beobachten, hören, fühlen. Diese Art der Wahrnehmung ist genauso wichtig wie die Eigenwahrnehmung, wird aber beim klassischen Unterrichten stark überbeansprucht.

Gemeint ist das Feedback, die Beurteilung durch einen Beobachter, Übungspartner, Zuhörer, Lehrer, die Aufschluss über die Qualität des eigenen Tuns gibt. Selbstverständlich ist die Beurteilung von außen (sofern sie erwünscht ist!) sehr wichtig zum Lernen, weil die eigene Wahrnehmung entweder (noch) nicht genügend ausgebildet ist oder das Gegenüber aufgrund höherer Erfahrung über mehr oder genauere Beobachtungskriterien verfügt. Dennoch sollte diese Außenbeobachtung immer mit dem eigenen Eindruck abgeglichen werden. Das fördert das Verständnis dafür, wo genau beim Lernen angesetzt werden kann. Die Außenwahrnehmung kann auch unerlässlich werden, wenn es um sehr tiefgreifende Informationen geht, die man als Betroffener selbst gar nicht wahrnehmen kann (Phototechnische, Chemische medizinische Untersuchungen, psychologische Gutachten, etc.).

Im Bereich der Körperarbeit / Bewegung steht hier beispielsweise die videogestützte Ganganalyse sowie die Körperstrukturanalyse. Hieraus können mit fachkundiger Auswertung sehr viele wertvolle Informationen zur Erweiterung des Selbstverständnisses und damit zum Lernen und Verändern geschöpft werden. Neben visueller oder auditiver Rückmeldung ist besonders bei Bewegung die Fremdwahrnehmung über fühlenden Körperkontakt sehr effektiv. Beim Tanzen, in Kampfkünsten und in körpertherapeutischer Arbeit ist dies der zentrale Prozess überhaupt.

Auch in der Außenwahrnehmung gibt es zwei Haken:

⁃       sie ist komplett von der Kompetenz desjenigen abhängig, der uns wahrnimmt und ist demzufolge (ebenso wie die Eigenwahrnehmung) zu relativieren. Es macht einen Unterschied, ob eine vertraute Person, ein Laie oder ein Experte uns wahrnimmt und entsprechend seines Hintergrundes Feedback gibt. Das hat dann entsprechend Auswirkungen auf das eigene Lernen.

⁃       Bei mangelnder Selbstbeobachtungsgabe besteht die Gefahr der zu großen Ausrichtung auf den Beurteiler. So kann es passieren, vollständig von Korrektur, Lob und Kritik eines anderen abhängig zu werden und das Gefühl für das eigene Tun nicht aktiv sein oder gar verkümmern zu lassen. Damit würde eine essenzielle Voraussetzung zum Lernen und wirklichem Verändern fehlen.

3. Das Beobachten der Umwelt

Diese Art der Wahrnehmung ist zunächst äußerst basal: Das Beobachten mit anschließender Imitation ist der wichtigste frühe Lernprozess von Menschen und findet ab den ersten Lebensmonaten statt. Wir benötigen aber eine uns weiterbringende Form des Lernens, indem wir auf eine reifere Art andere Beobachten, nämlich als Erweiterung der Selbstwahrnehmung:

Was VON MIR erkenne ich im Anderen wieder? Wie wirkt diese Beobachtung bei mir? Was hat das Beobachtete samt meiner Reaktion darauf mit mir selbst zu tun? Diese Art der Beobachtung kann äußerst wirkungsvoll sein, um Vorgänge und Gewohnheiten, die mir an mir selbst absolut nicht bewusst sind, von außen bei anderen zu bemerken. Es ist erstaunlich, welche Seiten man von sich selbst entdecken kann, wenn man den Sprung von dem Beobachteten zu sich selbst schafft.

Gerade im Bereich des Gehens bekam ich sehr viel Feedback für mich selbst aber auch von Klienten, denen diese Art der indirekten Selbstbeobachtung sehr hilfreich war.

Auch hier gibt es einen Haken, der recht schnell jeglichen Nutzen einstellt:

⁃       Leider neigen wir Menschen dazu, uns mit Anderen zu vergleichen und damit zu bewerten. Anstatt mit neutralen, neugierigen Augen und Ohren wahrzunehmen, passiert es oft, dass wir andere als „schlechter“ oder „besser“ kategorisieren und – schlimmer – ihnen Zusatzattribute wie „blöd“, „dumm“, „arrogant“, „überheblich“, etc. anhängen. Und das ist Ausdruck eines eigenen Gefühls und keine Eigenschaft der Anderen. Da dieser Übertrag auf sich selbst in solchen Fällen per se ausbleibt, sind Lernerfolg und persönliche Erkenntnis dann gleich null.

Wir sehen, dass die Wahrnehmung ein entscheidender Faktor, ja die Grundvoraussetzung dafür ist, mit Veränderungen im Alltag überhaupt anzufangen. Ebenso ist deutlich, dass auch die Wahrnehmung nicht selbstverständlich ist und der Ausbildung sowie des bedachten Umgangs damit bedarf. Erst wenn ein Bewusstsein dafür geschaffen ist, was genau ganz konkret einer Veränderung bedarf, können wir uns dem WIE zuwenden. Dazu dann in den folgenden vier Teilen demnächst mehr.

Wenn Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit der Wahrnehmung haben, schreiben Sie gerne Ihren Kommentar dazu.

Herzlich, Ihr Stefan Heisel

ballengangseminar_heisel

Ballengangerfahrungen (6) Morbus Bechterew und Hallux Valgus


Ballengang_bechterewLiebe Leser,

heute möchte ich Ihnen eine ganz besondere Erfahrung mit ganzkörperlichem Gehen in Verbindung mit Faszientherapie vorstellen.
Wenn die Wirbelsäule an sich bereits krankheitsbedingt versteift ist, können wir durch sie nicht mehr Abfedern und ein zusätzlich harter Gang aus den Füßen und Beinen heraus belastet den Körper dann noch mehr.

Hier wird ganz besonders deutlich, dass „Ballengang“ etwas anderes ist, als es im Begriff suggeriert wird. Die hauptsächlichen Vorgänge finden nicht in den Füßen statt, sondern vor allem im Rumpf.

So dachte sich das auch Peter H. und wandte sich in hohem Alter an mich…

Hier sein Bericht:

Ausgangssituation

Nach jahrelanger nahezu unauffälliger Entwicklung eines ‚Hallux Valgus‘ hat sich dieser dann innerhalb weniger Monate operationsreif entwickelt (großer Zeh hat sich auf den Nachbarzeh geschoben). Bei der Suche nach alternativen Möglichkeiten habe ich im Internet mehrere Hinweise gefunden auf das

Barfußgehen.

Dem war ich total entwöhnt, so dass der Genusswert meiner ersten Versuche äußerst bescheiden war. Meine Frau war wohl von meinem Bemühen beeindruckt, hat sich umgehört und mir das Buch von Sabrina Fox ‚Warum ich barfuß gehe‘ geschenkt. Dieses Buch hat mich fasziniert und motiviert, mehr über das Barfußgehen zu erfahren. Also: Internet befragen. Unter zahlreichen,
interessant wirkenden Artikeln hat mich dann Dein Artikel über das natürliche Gehen im Ballengang am meisten angesprochen. Dein Seminar zum Ballengang online lernen kam genau richtig. Dies vor allem, weil ich von dem Ballengang erhoffen konnte, dass mein durch MB (Morbus Bechterew) versteifter Rücken von den ‚Hackengang‘-Stößen entlastet wird. Somit neues Thema:
Ballengang:
Das hört sich einfach an, war aber leichter gesagt als getan. Dazu kommt, dass ich den Ballengang auch auf das mir lieb gewordene und als MB-Therapie notwendige alltägliche Laufen anwenden wollte. Also rein in die extra gut stoßgedämpften und seitenstabilen Laufschuhe und einfach an Stelle mit der Ferse mit dem Ballen aufgetreten. Das ganze intervallmäßig und schön langsam gesteigert.
Um das Ergebnis vorwegzunehmen: ich habe etwa 3 Monate durchgehalten – es war die Hölle.[Anm: Ja, die Fußarbeit / Landung spielt eine untergeordnete Rolle und trägt nicht zum eigentlichen Ballengang bei]
Nach dem Motto: nicht verzagen – Stefan fragen ergab sich dann, dass eines Deiner
Seminare hilfreich sein könnte oder/und auch eine Faszienbehandlung.
Das nächste Seminar war meinerseits terminlich nicht möglich, wohl aber die
Faszienbehandlung:
Trotz Deiner Beschreibung konnte ich mir darunter eigentlich nichts vorstellen. Und Deine Aussage, dass die Faszienbehandlung keiner Wiederholung bedarf war für mich nach unterschiedlichsten Therapien über mehrere Jahrzehnte einfach unvorstellbar.
Heute, etwa 2 Jahre danach, genieße ich das Ergebnis Deiner Faszienbehandlung, ausgedrückt in einer begeisternden ganzkörperlichen Elastizität, die meine tägliche Gymnastik, das Gehen und das Laufen und auch ganz gewöhnliche Alltagsbewegungen zur Freude macht. Beispiel dafür kann vielleicht auch sein,

dass ich heute früh das vierte mal in diesem Monat ‚echt barfuß‘ gelaufen bin.“

Peter H. (Rentner, 82 Jahre)

Ballengangerfahrungen (5) Arthrose und Hallux Valgus


Ballengang_Uebung_HeiselSehr geehrte Leser,
Die Reihe der  als heilsame und als natürlich empfundene Körpererfahrung darf ich heute um den Kurzbericht erweitern, den uns die Ballengängerin Sabine Weihrauch freundlicherweise zur Verfügung stellt.

Meine Erfahrungen mit Barfußschuhen und dem Ballengang

„Vor ca. 3 Jahren hatte ich verstärkt sehr starke Schmerzen beim Gehen. In der Athos Klinik in Heidelberg wurde beidseitig eine starke Arthrose in den Füßen und Knien sowie ein ausgeprägter Hallux Valgus bei beiden Füßen festgestellt. Der behandelnde Arzt empfahl mir, es statt einer Operation, die stark risikobehaftet sei, zunächst einmal mit Spriraldynamik (einer Physiotherapieform aus der Schweiz) zu versuchen und verschrieb mir gleichzeitig eine orthopädische Schuhranderhöhung. In der Nähe von Heidelberg fand ich einen Physiotherapeuten, der in Spiraldynamik ausgebildet war (es gibt hier nur wenige) und er begann mit mir zu arbeiten.

Die orthopädischen Schuhe, die mich sehr viel Geld gekostet hatten, landeten im Mülleimer. Sie fühlten sich wie ein Zwangskorsett für meine Füße an und waren sehr schmerzhaft.

Der Physiotherapeut empfahl mir, so oft wie möglich barfuß zu laufen, wodurch ich auf die Idee kam, mich über Barfußschuhe zu informieren.

Ich kaufte mir mein erstes Paar (Leguanos) und mir war sofort klar, dass ich nie mehr andere Schuhe tragen wollte.  Das Erlernen von Spiraldynamik und der Ballengang mit Barfußschuhen haben mich in kurzer Zeit von meinen Schmerzen weitgehend befreit.

Natürlich ist weder die Arthrose weg, noch der Hallux Valgus, dafür aber meine Beschwerden damit.

Für mich ging das Erlernen des Ballengangs sehr schnell und einfach. Es war wie eine „Rückkehr“ zu meiner ursprünglichen Gangart und fühlte sich überhaupt nicht „künstlich“ an.

Seither habe ich meine Erfahrungen schon häufig weitergegeben und konnte auch andere Menschen von dieser Art zu gehen überzeugen.“

Sabine Weihrauch (58 Jahre), Heidelberg

Ballengangerfahrungen (4) Den Fersensporn besiegt ….


ballengang_ferse
Ferse – ballengang.de

Sehr geehrte Leser, heute gibt es einen kurzen Bericht über eine Ballengängerin, die über die Veränderung ihrer Gesamtbewegung neben anderen Beschwerden vor allem einen schmerzhaften Fersensporn in den Griff bekam. Lesen Sie, wie sie dazu gekommen ist…

„Ich werde im Juni 2019 52 Jahre alt. Im Sommer 2011 hatte ich einen kleineren Verkehrsunfall, der sich jedoch für Körper in den Folgeerscheinungen als Katastrophe herausstellte. Kniebeschwerden sollten zwei Operationen nach sich ziehen.
In der Halswirbelsäule erlitt ich schwere Schmerzattacken und es machten sich massive Schulterbeschwerden bemerkbar.
Da inzwischen alles an Operationen vorgeschlagen wurde, zog ich die Reißleine und habe meine Blutwerte selbst betrachtet. Dabei fiel mir auf, dass ein Wert zu niedrig ist. Es folgte ein Gentest, der den Verdacht auf Hypophosphatasie, eine Knochenstoffwechselerkrankung, bestätigte. Nachdem der erste Schock verdaut war, ausgestattet mit Hilfsmitteln wie (u.a.) orthopädischen Maßschuhen, folgte das Martyrium des Fersensporns. Zuerst rechts, dann beidseitig. Die Hölle pur!
Ich konnte zeitweise gar nicht mehr laufen, es waren Qualen. Nachdem ich fast alles versucht habe auf der Suche nach Abhilfe und Linderung, bin ich durch Zufall auf das Thema Ballengang gestoßen. Ich habe mir durch Literatur und Videos diesen Gang antrainiert, habe fast alle meine alten Schuhe mit Absatz und Einlagen entsorgt und mir vernünftige Barfußschuhe angeschafft.
Was soll ich sagen? Ich habe seither keinerlei Probleme mehr mit Fersensporn und Schmerzen in den Füßen. Ich trainiere aber auch intensiv die Fußmuskulatur mit Gewicht und Gummiband.
Meine verbliebenen zwei Paar (normale) Schuhe trage ich gar nicht mehr. Die verursachen sofort Knieschmerzen.“

Ich fühle mich wieder ausgeglichen und im Gleichgewicht dank des Ballengangs.

Susann Pell, Nürnberg

https://www.facebook.com/susann.pell

Ballengang IST die natürliche Bewegungsform – mancher Menschen!


Oder: Eine Frage der Qualität…

ballengang_balerinaLiebe Leser,
Heute möchte ich aus gegebenem Anlass intensiver auf den Ballengang (oder das was darunter zu verstehen ist!) eingehen. Mir ist es wichtig, mit Missverständnissen und teils überflüssigen kontroversen Diskussionen aus meiner Sicht etwas aufzuräumen.
Angeregt durch konkrete Nachfragen und dem Verweis auf interessante und gut recherchierte Blogartikel und Videos, haben meine Leser und ich uns die Mühe gemacht,

Erfahrungen aufzuzeichnen und
⁃ die Essenz aus der Bewegung zu erarbeiten, um die es geht: der menschliche Gang

A. Die unhaltbare These

Ich beginne mit einem Zitat aus dem Artikel eines Fachkollegen, worin die These aufgestellt wird „Ballengang ist nicht die natürlich präferierte Fortbewegungsart des Menschen“
Untermauert wird diese These u.a. durch einen Clip, auf dem teils alte Videoaufnahmen von verschiedenen offenbar noch in ihrer ursprünglichen Tradition lebenden afrikanischen Völkern. Interessanterweise bewegen sich diese Personen größtenteils im Ballengang bzw. eigentlich sehr individuell! Doch dazu später mehr….

Ich möchte nicht explizit diesen oder andere Artikel „widerlegen“ – egal ob „pro oder contra Ballengang“. Nein, mir geht es darum, aus ECHTEN ERFAHRUNGSWERTEN gepaart mit fachlicher Sichtweise und einer undogmatischen Offenheit den Dingen auf den Grund zu gehen.

Beginnen wir mit einem echt schönen Videoschnitt, den mein Kollege Dirk Beckmann vor einiger Zeit mal aufgeschnappt und online gestellt hat.

Hier brauchen wir uns nicht über erlerntes Verhalten zu unterhalten. Die Kinder verhalten sich offensichtlich intuitiv und den Umständen höchst angemessen – auf dem Vorfuß.
….

Aber eins nach dem anderen, gehen wir nun zum Fachlichen:

Mit einigen Definitionen räumen wir als erstes mal auf:

⁃ natürlich
Gerne wird dieser Begriff benutzt, um eine Sache als „richtig“ darzustellen bzw. dem „nicht natürlichen“ vorzuziehen. Doch was bedeutet es?
Streng genommen ist „natürlich“ klar antonym zu dem Begriff „kulturell“

Wenn ich also zum Beispiel ein Verhalten als „natürlich“ bezeichne, muss ich jeglichen kulturellen Einfluss ausschließen können.
Es stellt sich die Frage, ob wir Menschen uns ohne kulturellen Einfluss überhaupt entwickeln können…
Auch sehr alte Kulturen sind Kulturen und Menschen sind auch dort vom Lernen innerhalb ihrer Kultur beeinflusst.
Auch Aborigines haben eine ureigene Kultur, die sich deutlich von anderen Kulturen unterscheidet. Dabei spielt das Alter der Kultur überhaupt keine Rolle.

-> Die Menschen sind immer von ihrer jeweiligen Kultur geprägt und damit keinesfalls „natürlich“.

Ergo ist neben Essgewohnheiten, sozialem Verhalten und dem Wissen selbstverständlich auch die Bewegung vollends kulturell geprägt!
Es gibt bei Menschen also keinen „natürlichen Gang“,sondern es gibt jeweils aus einem tatsächlich angeborenen Pool an Kompetenzen ein jeweils individuell und kulturell geprägtes Gangbild.
Schminken wir uns getrost das „Natürliche“ ab. Wir existieren komplett in und mit der Gesellschaft/ Kultur, in der wir leben. Wenn etwas natürlich ist, dann die genetische Grundveranlagung, einige essentielle Grundtriebe, sicher aber keine erlernte Bewegung oder Verhaltensweise.
Stopp! In meiner Überschrift steht aber trotzdem „natürlich“ …
Nun, das ist eben der umgangssprachliche Verwendungszweck dieses Wortes und meint: selbstverständlich; klar; logo; … 🙂
Aber machen wir weiter…

⁃ präferierte Bewegungsart
Bedeutet wörtlich „bevorzugte …“

Nun, es scheint hier darum zu gehen, nachzuforschen, welche Bewegungsart, konkret welche Gangart von der Masse aus allen Kulturkreisen bevorzugt wird und daraus zu schließen, was für den EINZELNEN, also beispielsweise für DICH und MICH demzufolge ebenfalls zu bevorzugen ist…
Dazu fällt mir – um mal etwas lockerer zu sprechen- der Spruch meines Lateinlehrers ein: „Milliarden Fliegen können sich nicht irren: Sch€!$$€ schmeckt.“
Im Ernst! Man schaue sich bevorzugte Verhaltens- oder Lebensweisen an, die die Masse der Menschheit so praktiziert.

Je nach Region, wild aufgezählt:
Dauerhaftes Sitzen auf Stühlen ab dem 6. Lebensjahr
⁃ Verschiebung der Wirbelsäule durch Absätze
⁃ Liegen auf weichen Matratzen
⁃ genereller Bewegungsmangel
⁃ Monotone Tätigkeit, Einseitigkeit – auch durch Sport
⁃ Synthetische bzw. einseitige und zu exzessive Ernährung ab Geburt
⁃ Mangel- bzw. Unterernährung!
⁃ Was halt gerade Trend ist 😉
⁃ … (selbst nach Belieben zu ergänzen)

Wenn man sich mal genauer mit diesen Dingen befasst, wird dem einen oder anderen bewusst, dass es eben NICHT zwingend erstrebenswert ist, sich an das präferierte Verhalten einer Mehrheit anzupassen, sondern seinen individuellen – teils dann auch zeitweise unbequemen – Weg zu finden. Letztlich SICH SELBST innerhalb all dieser kulturellen Prägungen zu finden.
Was/Wer bin ich überhaupt und was an mir ist nichts weiter als bloß von meinem kulturellen/ familiären Umfeld ÜBERNOMMEN ?
(Das nur als Denkimpuls, tut nichts zum Thema dieses Artikels 😉 )

Zusammenfassend ist es also
a. nicht möglich, eine natürliche Bewegung zu vollziehen.
b. nicht erstrebenswert, das von der Masse Bevorzugte einfach so zu übernehmen.

Damit sollten Menschen, die vorhaben, sich zu entwickeln, gründlich davon absehen, sich von einer Grundthese leiten zu lassen, welche nach einer „natürlich präferierte Fortbewegungsart des Menschen“ sucht. 😉
Interessanterweise wurde dieses Thema auch schon in einem Forum mit ganz ähnlichem Ergebnis ausdiskutiert. Ich bedanke mich für den Hinweis für die

-> Diskussion im Barfußforum

B. Die Debatte „Ballengang vs Fersengang vs Mittelfußgang“

Ich beginne mit einer frechen Behauptung, die ich gerne in jeder Hinsicht untermauere 🙂

„Es ist völlig egal, auf welchem Teil des Fußes ich lande; ich kann mich auf der Ferse landend im „Ballengang“ bewegen oder auf dem Vorfuß landend im „Fersengang“ bewegen.“

Autsch … 🙂 was geht jetzt … ?
Nun, das ist eben der springende Punkt. (Leser des Emailkurses haben in der 9. Lektion dieses Thema schon mal gesehen.)
Anhand der Erfahrungen vieler Praktiker zeigt sich nämlich genau dieses Phänomen:
Man probiert den „Ballengang“ und kommt irgendwann nicht weiter. Dann erfährt man (mit Glück), dass Ballengang ja aus dem ganzen Körper kommt und dann verändert sich etwas Entscheidendes und zwar in der Regel im kompletten Körpergefühl.
Bei wem das nicht passiert, der muss früher oder später wieder über die Ferse gehen, da die Körperstruktur zum Gehen über den Vorfuß einfach nicht passt.
Bei anderen verändert sich etwas im Rumpf und sie entwickeln dann tatsächlich ihren eigenen Gang, bei dem die Landung ebenso angepasst ist wie viele andere Details bei der Fortbewegung.

Es scheint also zwei verschiedene Bewegungsprinzipien zu geben, deren Realisierung mehr von der grundsätzlichen Körperstruktur und der generellen Bewegungssteuerung abhängt als durch irgendwelche Techniken!

Und genau da ist anzusetzen.
Anstelle von der Fußauflage zu sprechen, die uns vom eigentlichen Ziel der leichten und fließenden Bewegung nur ablenkt, sollten wir den Gang als Ganzes beachten.
Schließlich geht aber nichts über die eigene Erfahrung.
Deshalb zitiere ich an dieser Stelle einige ausgesuchte Erfahrungsberichte, die ich aus den Rückmeldungen ganz unterschiedlicher praktizierender „Ballengänger“ mit oder ohne Namensnennung veröffentlichen darf:
Einige der Zitate sind direkte Rückmeldungen aus einem online- oder direkten Coaching. Andere sind ganz unabhängig und ohne Anleitung intuitiv entstanden:

….Meine persönliche Ballenganggeschichte geht ums Bergabwandern im
Hochgebirge. Früher trug ich Trekkingschuhe und lief relativ
unkonzentriert ins Tal, dabei habe ich auch gewaltige Stöße in den
Bewegungsapparat in Kauf genommen. Das führte allerdings zu
Schwierigkeiten: Knieschmerzen und einmal eine Achilles-Tendonitis, die
ich auf ärztlichen Rat mit Deflamat-gel (Diclofenac) behandelte.
Bergauf bin ich schon länger begeistert barfuß gegangen, bergab ging das
zunächst nicht. Ich habe es aber dann doch mal ausprobiert und bin im
Ballengang, sehr weich in den Knien, mit höchster Konzentration
gegangen. Das ging zwar auf die Muskeln, ersparte mir aber Probleme mit
den Gelenken und Sehnen. Inzwischen mache ich das regelmäßig und habe so
auch meine Beinmuskeln besser trainiert; Notschuhe habe ich nur noch für
wirkliche Notfälle dabei – oder den Extremfall „kilometerlange
Schotterstraße ohne Ausweichmöglichkeit“.
Es erfordert etwas Übung, aber seit ich meine Gangart umgestellt habe,
hatte ich nie wieder Schwierigkeiten mit den Knien oder Achillessehnen…. (Tobias aus Österreich)


„Bei mir machte es vor allem bei der ersten Lektion „klick“: das wieder vom Ballen aus nach oben den Impuls geben war das was mir bisher gefehlt hatte. Ich hatte mich schon mit godo auseinandergesetzt, mit Cantienica (die machen kein Vorfußlaufen, aber es hat den Impuls nach oben drin). Und ich mache länger schon Aikido, da wird der Fuß ja eher vom Ballen aus aufgesetzt, aber sehr flach über die Matte geführt, mit tiefem Schwerpunkt.

Kurz und gut, der Unterschied ist eher mental, verändert aber viel. Und die weiteren Lektionen, auch Beobachtungen, machen Spaß….“   (Almuth Sch.)


…Durch ihren Ballengangkurs habe ich gelernt auf welche Feinheiten ich achten kann. Vielen Dank!

…Vielen Dank noch einmal für Ihre inspirierende Website, die mir geholfen hat, eines meiner Kindheitsprobleme zu lösen. Tatsächlich habe ich mich als Heranwachsender zwei- oder dreimal gefragt, wieso die Natur sich eigentlich ausgedacht hat, mit einem harten Stück Knochen, auf dem sich keine Muskeln befinden (Ferse), mit Wucht aufzutreten. Hat sie gar nicht 😉
Übrigens, meine Knieprobleme, die mich seit meines 17. Lebensjahres plagen, sind deutlich (!) zurückgegangen….  (Christoph B)


….Schaffe ich es, eine längere Strecke auf ebener Fläche im Ballengang zu gehen, dann spüre ich eine Befreiung im Becken bis hin zu einem glücklichen Gefühl.

Auch bin ich sehr viel aufmerksamer für die Menschen, die mir begegnen, wie die laufen und schaue mit Vergnügen sehr kleinen Kindern beim Rennen zu.

Ein hilfreicher Trick, um in den Ballengang zu kommen bzw. darin zu bleiben, ist für mich, dass ich den Oberkörper im Becken ein wenig nach vorne neige, dann fällt es schwer bzw. ist es unmöglich, in den Hackengang zu kommen.

Ich staune wirklich über die schnellen Erfolge, fühle mich stärker im LWS Bereich, kann lange Strecken problemlos gehen. Im Hackengang wurde ich schon nach kurzer Zeit pflastermüde und bekam ich je nach Schuhwerk starke Rückenschmerzen…. (Frau Mira, Berlin)


Nach einer plötzlichen Verdickung beider Füße (so wie nach einem Insektenstich, aber deutlich dicker und den ganzen Fuß betreffend) bemerkte ich bei der Rückbildung, dass einige Mittelfußknochen wie Überbeine vorstanden.

Ich machte mich daher auf die Suche nach einer intensiven bewussten Benutzung genau dieses Knochenapparates – und fand den Ballengang 🙂 (Thomas K.)


… Ich bin auf das Thema aufmerksam geworden, nachdem ich auf eigene Faust versucht habe meine Knieschmerzen loszuwerden. Nachdem ich bei vielen Ärzten war und niemand mir ernsthaft weiterhelfen konnte. Ich war als die Schmerzen anfingen noch keine 20 und mitten in der Ausbildung zur Zimmerin. Es hieß der Job sei schuld… Erschien mir damals nicht ganz abwegig, daher: Traumjob geschmissen und das vom Arzt verordnete ‚ein Jahr möglichst kaum die Knie bewegen‘ durchgezogen. Hat natürlich nichts genützt. Jedesmal wenn ich etwas unternommen habe sofort wieder geschwollene Knie und Schmerzen. Irgendwann habe ich aus Frust und Zeitmangel das Thema ruhen gelassen. Als ich mit meiner Tochter schwanger war bekam ich ein Beschäftigungsverbot und somit viel Zeit. In dieser kam mir der Gedanke, dass es das Bewegungstechnisch nicht einfach gewesen sein kann, und begann zu Forschen. Mit 25 bestellte ich das erste Paar Barfußschuhe und hab seitdem nichts anderes mehr an meine Füße gelassen. Die Eingewöhnung war recht einfach, da nach der Schwangerschaft die Kondition eh im Eimer war. Jetzt mit 29 kann ich sogar wieder laufen gehen! Als positiver Nebeneffekt hat sich auch meine Haltung deutlich verbessert. Allein die Tatsache, dass ohne Trainer sich so viel ‚von selbst‘ verbessert hat lässt für mich nur den Schluss zu, dass es sich um ein natürliches Bewegungsmuster handeln muss. (Sandra S.)


Ich kam zum Ballengang bei meiner Suche nach Hilfe für den Hallux Valgus, ich wollte keine OP, die mir viel, viel zu intrusive erschien.

 Ich fand dann Videos von Dr. Greb, las sein Buch, fing an, mich wegen Minimalschuhen umzusehen. Anfangs war meine Idee von Ballengang auch verzerrt – ich dachte, ich müsse die Fußspitze bewusst nach unten beugen, mich dann abstoßen/abdrücken, um die Energie der Bewegung richtig auszunutzen.

Ich begann, spezifisch jeden Tag für mind. 1/2 Std zu versuchen, im Ballengang zu laufen und hatte dabei auch bereits sehr gute Lauf-Gefühle. (Ich spreche vom Gehen, nicht Laufen im Sinne von Joggen)

Was mir schon da auffiel, war, wie lebendig sich meine Füße anfühlten, wie herrlich warm und durchblutet sie waren (sonst kenne ich fast nur kalte Füße).

Leider sind Videos mit Anleitungen viel zu kompliziert, ich habe viel zu kompliziert gedacht, wie wir das eben so gewohnt sind. Das Einfache haben wir verlernt!

Dann kam ich zu Dir und Deinem e-mail Kurs und nach einer Weile hatte ich es endlich kapiert – es ist überhaupt keine Anstrengung, gar nicht „storchig“, weder Abdrücken noch Fußspitze nach unten beugen. Lediglich, den Fuß „hängen“ lassen und dann kommt er ganz automatisch am Ballen auf. Es sieht gar nicht so viel anders aus.

Ich gehe Ballengang vor allem, wenn ich keine Eile habe und kein Gepäck. Im Winter habe ich Probleme mit den passenden Minimalschuhen. Ich lebe in einer mittelalterlichen Stadt mit Kopfsteinpflaster, was mitunter super glatt werden kann und es ist hier streckenweise sehr steil. Ich bin schon auf Strümpfen nach Hause gelaufen, weil ich mit Schuhen nicht gehen konnte.

Die Minimalschuhe haben natürlicherweise wenig Profil und taugen nicht immer.

Ich empfinde den Fersengang dann oft als sehr schwer und bremsend, weil ich eben den Vorderfuß hoch nehmen muss.

Meine Erfahrungen zusammengefasst sind dahingehend, dass ich Ballengang als sehr angenehm empfinde und ihn dem Fersengang vorziehe, sofern machbar. Meine Schmerzen im Bereich des Großzehenballens haben aufgehört, wenn auch der Hallux nicht besser geworden ist. Auf jeden Fall sind die großen Zehen voll beweglich, nichts ist versteift, wie ich es sonst sehr häufig sehe. Vorher habe ich Einlagen benötigt. Es war dann ein echter Schock, als ich nach einem Winter mit Einlagen, im Freibad nicht mehr barfuß laufen konnte! Dann habe ich mich der Einlagen schnell entledigt!

Der Ballengang ist sicher kein Allheilmittel und sollte nicht mit zu hohen Erwartungen überfrachtet werden. Dennoch kann er sehr hilfreich sein.

Zum Artikel [Ballengang nicht präferierte Gangart…], den ich mir angesehen habe möchte ich gern folgendes anmerken:

Wir leben in einer dualen Welt! Es gibt zu JEDEM Thema zumindest schwarz und weiß, meist jedoch noch ganz viele Grauschattierungen dazwischen. Es wird niemals eine Übereinstimmung geben können, das ist hier in dieser Welt ganz ausgeschlossen.

Insofern finde ich die Diskussion über den Ballengang müßig – wer sich ein Bild davon machen will, wird seine ureigenen Erfahrungen damit machen und kann dann FÜR SICH selbst entscheiden.

Bei diesem speziellen Artikel denke ich eigentlich, dass der Schreiber keine Ahnung vom Ballengang hat, denn wieso dieser ein Sicherheitsrisiko wegen Instabilität darstellen soll, ich mir total schleierhaft! Für mich kann es auch gar keine hergeleitete Bestätigung geben. Es braucht sie nicht, der Ballengang spricht für sich selbst, wenn er verstanden wird!!!

Es ist wie mit den Schuhen – alle Welt meint, spitze oder runde Schuhe seien ok – ich als Fußpflegerin sehe die Auswirkungen! Ich kaufe gar keine Schuhe mehr, die nicht Wildling, Leguano oder auch mal Vivobarefoot heißen. (Astrid, Fußpflegerin)


…. Nachdem ich des Öfteren vom Ballengang gehört habe, fragte ich meinen Physiotherapeuten, was er davon hält. Ich bekam die simple Erklärung, man würde dabei halt auf dem Vorfuß statt auf der Ferse landen bei jedem Vorwärtsschritt. Das sei aber nicht physiologisch. Deshalb riet er mir davon ab.
Dennoch hatte ich das starke Gefühl, dass meine Hüftprobleme irgendwie mit der Art des Gehens zusammenhängen könnten, also probierte ich es einfach.
Mein erster Versuch, sich so zu bewegen, scheiterte auch kläglich. Die Hüfte war zwar ganz ok, doch die Unterschenkel krampften und die Füße fühlten sich überfordert an.
Langer rede, kurzer Sinn, schließlich landete ich über den Newsletter von Ballengang.de auf einem Seminar bei Hannover und erfuhr dort, wie der ganze Körper sich beteiligen – ja regelrecht verändern- muss, um dann wie von selbst abfedern zu können. Im Besonderen lag es bei mir tatsächlich an einem Festhalten der Hüfte aus Angst vor Schmerz, und dahingehend von einer völlig steifen Haltung im gesamten Rumpf.
Seither gehe ich mehr und mehr ganz selbstverständlich und immer entspannter in einem Ballengang, den ich gar nicht für möglich hielt … (Eva B. aus Nürnberg)  


 

Soviel zu den Erfahrungswerten (Unten folgen noch einige mehr auf einer eigenen Seite und noch ausführlicher)

Schauen wir uns nun aber den Teil des Fußes an, dessen Funktion so umstritten ist:

EXKURS: Die menschliche Ferse

ferse_fuss_ballengang

Oft wird in medizinischen Kreisen die Anatomie der Ferse als zum Auffangen und Abrollen geschaffenes Körperteil beschrieben.
Die Polsterung nach unten und die evolutionär zunehmende Länge des Fersenbeins wird hierzu als Argument genannt. Diese Auffassung kann ich immer weniger teilen, je länger ich mich mit der Verbesserung meiner Bewegung und dem Coaching anderer ebenso an einer Verbesserung interessierter Menschen befasse.

Ich möchte hierzu eine Sichtweise dagegenhalten, die für mein Verständnis viel logischer und vor allem in der Praxis viel nachvollziehbarer ist.

Wir können davon ausgehen, dass der Mensch sich im Laufe der Zeit von einem mehr gebeugten Lebewesen – ähnlich den heute lebenden Menschenaffen – das noch die Arme zum Stabilisieren des Stehens und zur Unterstützung des Laufens benutzt – zum ganz frei aufgerichteten Zweibeiner entwickelt hat.
Damit sind viele Veränderungen des gesamten Körperbaus einhergegangen.
Um nur Einige zu nennen:
-Das Becken musste nun Organe von unten stützen können (Ausbildung eines starken Beckenbodens)
-Die Wirbelsäule musste eine Doppel-S-Form annehmen, die nach oben gegen die Schwerkraft federt.
-Die Hände wurden beweglicher und filigraner (weil sie frei nutzbar wurden)
-Der Schädel musste mehr Gehirn fassen können und das Gebiss weniger kräftig zubeißen können.

-> Die Füße mussten nun nicht mehr greifen können, dafür aber als alleinige Grundfläche für dauerhaftes freies Stehen dienen. Als Basis für die gerade nach oben gerichtete mehrteilige Kraftlinie der Balance.

Um den Stand genügend nach hinten abzusichern, musste das auch bei Menschenaffen bereits stärker ausgebildete Fersenbein noch länger werden, die Zehen dafür nach vorne ausgerichtet und das Sprunggelenk für stark federnde Belastungen des ganzen aufrechten Körpers ausgebildet werden. Und ebenso wie beim Becken ersichtlich, ist sogar die anatomische Aufrichtung evolutionär noch nicht gänzlich abgeschlossen. Daher findet man weltweit noch Abweichungen in bestimmten Details wie beispielsweise der Länge des Fersenbeins.
Aufgrund dieser Entwicklung können Menschen auch alleine aus der Kraft über den Vorfuß sehr große federnde Kräfte zum Landen oder Abstoßen verarbeiten. Dies ist z. B. Menschenaffen nicht möglich, da sie noch alle vier Gliedmaßen benötigen.

Die Funktion des verlängerten Fersenbeins liegt folglich ganz klar in der statischen Stabilisierung unseres aufrechten Körperbaus bei relativ hohem Körperschwerpunkt. Ohne verlängerte Ferse wäre längeres freies Stehen unmöglich bzw. extrem ineffizient.

Betrachtet man die Ferse als Ganzes, dann ist auch klar zu erkennen, dass diese ein verlängerter Teil eines Gelenkes ist, das dazu da ist, bewegt zu werden und nicht, um sich darauf in belastender Weise mit der Kraft des mehrfachen Körpergewichtes aus einem Fall heraus abzufangen.
Andere Zweibeiner besitzen aber keine so ausgebildete Ferse, da die statische Stabilisierung anders funktioniert:

Kängurus nutzen den Schwanz zum Stabilisieren nach hinten, das Sprunggelenk wird auch hier in Ruhestellungen auf den Boden abgesetzt, hat aber niemals die Funktion, Sprünge abzufangen.
ballengang_kangoroo_balance
⁃ Bei Laufvögeln und den früheren zweibeinigen Dinos dien(t)en Kopf und Schwanz wie ein mehr oder weniger langer Balancestab nach vorne und hinten, was eine Ferse überflüssig macht.

ballengang_vogel_balance

ballengang_dino_balance

Menschenaffen und Bären sind noch Vierbeiner und haben hauptsächlich die Vordergliedmaßen zur zusätzlichen Stabilisierung

ballengang_affe_balance

Schauen wir und jetzt direkt die Silhouette des menschlichen Körpers an, dann wird klar, dass unser Körper mit Abstand der schlankste ist, mit einer extremen vertikalen Ausrichtung und verhältnismäßig wenig körperlicher Stabilität (instabiles Gleichgewicht) und sehr hohem Schwerpunkt, verglichen mit anderen Lebewesen.
ballengang_mensch_balance
Es gibt in aufrechter Position nach vorne und hinten nichts Vergleichbares zu den obigen Zweibeinern, das uns halbwegs stützen könnte als Zehen und Ferse. Ansonsten sind wir auf ein sehr feines ständiges Gleichgewicht in alle Richtungen angewiesen, um unsere Struktur optimal nach oben gegen die Schwerkraft auszurichten.

(Wie sensibel solch ein System ist gegenüber Störungen, kann man erahnen. Dies zu beschreiben, übertrifft bei Weitem diesen Artikel.)

Wir brauchen also dieses verlängerte Fersenbein, um überhaupt stehen zu können und nicht ständig in Bewegung sein zu müssen!
(Wie schwer das dennoch ist, erkennen wir leicht daran, dass wir dazu neigen, uns bei jeder Gelegenheit zusätzlich abzustützen, beispielsweise an Wänden etc..)

Selbstverständlich muss unsere Ferse in der Stützfunktion auch genügend gepolstert sein. Denn sie wird ja ständig mit Körpergewicht belastet.
Doch sie wird niemals – im Erstkontakt – im Zusammenspiel mit allen anderen Funktionseinheiten (Knie, Becken, Wirbelsäule,..) einen Sprung auf gesunde Art auffangen können.
Auf der Ferse zu landen ist gleichbedeutend damit auf dem Sprunggelenk, dem im Hebel stärksten Gelenk in der aufrichtenden Kraftlinie zu landen. (Etwas überspitzt: Wer würde freiwillig auf dem Knie landen, was gleich das nächsthöhere Gelenk darstellt, wenn das Knie schön gepolstert wäre?)
Die Frage, ob die menschliche Ferse rein anatomisch zum Aufnehmen von Körpergewicht oder „Abrollen“ beim Gehen eingerichtet ist, würde sich daher wie folgt beantworten:
Da beim Gehen – anders als z. B. beim Laufen- immer ein längerer Bodenkontakt pro Schritt vorliegt, wird sie meistens als zwischenzeitliche Stütze zwischen zwei Abdruckvorgängen genutzt. Um die Hauptkräfte beim Landen und beim Abdruck optimal vom oder zum Boden zu übertragen, muss das Sprunggelenk über den Vorfußkontakt eingesetzt werden.
Landen auf der Ferse bedeutet Landen auf dem Sprunggelenk selbst und das ist dysfunktional!

Die Prothese „Schuh“

Und WEIL das Nutzen der Ferse zum Landen in dieser exzessiven Form ohne Hilfsmittel – also barfuß, was man tatsächlich als natürlich bezeichnen kann – NICHT gut funktioniert, haben Schuhe der modernen Zeit Dämpfungen, Sprengungen und Verstärkungen an der Ferse. Oder sind gar konvex abgerundet, um ein Abrollen zu ermöglichen, das es barfuß nicht geben kann, weil der Fuß weitgehend konkav (also hohl) geformt ist, um FEDERN zu können. Wenn man ihn denn lässt..!
Hilfsmittel, die fehlende Körperfunktionen ersetzen oder ausgleichen, nennt man auch Prothesen oder Orthesen (je nach Funktion).
Daher kann das Gehen mit und ohne solche Hilfsmittel (Schuhe) nicht miteinander verglichen werden.
Noch weniger kann ein jahrzehntelanges Gewöhnen an Bewegung MIT Prothese aus Bequemlichkeit als Maßstab für das Bewegen OHNE Prothese gesetzt werden. Zumindest ist dies aus rein logischen Gründen hoch fragwürdig.
Will man also ernsthaft herausfinden, wie man sich ohne den kulturellen Einfluss von Schuhwerk bewegen könnte, dann sind intensive Erfahrungsprozesse erforderlich, die über „so ist es am bequemsten“ hinausgehen.

C. Die Bewegungsqualität

Wenn wir an unserem Gang arbeiten wollen, kann es nicht darum gehen, einzelne Techniken zu üben- oder sogar von einem Lehrer einfach nachzuahmen. Nein, es kann nur um das WIE, also um die QUALITÄT der Bewegung gehen, mit der ich u. a. gehe.
Aus meinen Beobachtungen habe ich eine Tabelle erstellt, die die Bewegungsqualitäten verdeutlichen, die auch die Art und Weise des Gehens maßgeblich bestimmen.

bewegungsqualität_ballengang

Wir stellen also fest, dass es – individuell ausgeprägt- eher grundsätzliche BEWEGUNGSQUALITÄTEN gibt, die noch über den jeweils konkreten Techniken stehen.

Die meisten Menschen, die positiv vom Ballengang sprechen, stellen in ihrem gesamten Bewegungsspektrum eher Qualität A dar. Sie fühlen sich leicht, aufgerichtet und auch beweglicher als früher.
Man könnte daraus schließen, dass dies an der Vorfuß-Landung liegt, mit der Ballengang gerne definiert wird.
Das stimmt so aber nicht! Zwar wird durch den aufrichtenden Reflex vom Sprunggelenk nach oben diese Bewegungsqualität provoziert, aber wer nicht weiter arbeitet und faktisch ALLE Gelenke und damit die ganze Körperstruktur einbezieht, der kann diese Qualität A nicht halten. Der Fuß passt nicht in das restliche Bewegungsschema und der ganze „Ballengang“ fühlt sich gekünstelt und „unnatürlich“ an. Folge: Der Gang bleibt wie er ist, ebenso die Körperstruktur. Fazit in diesem Fall: „Ballengang ist nicht natürlich.“ …
Und dann sucht man Bestätigung in der Masse und bekommt natürlich mehrheitlich Recht! 😉

D. Ballengang ist NICHT einfach

Trotzdem gibt es da auch ganz andere Erfahrungswerte. Menschen, die durch die sukzessive Umstellung ihrer Bewegungsqualität äußerst positive Veränderungen durchlaufen haben. Nicht dass einfach nur Schmerzen ausblieben – das sollte nicht unbedingt der Hauptantrieb sein, weil es darum eigentlich nicht vorrangig geht – nein, das Körpergefühl an sich und die Freude am Bewegen nimmt deutlich zu und bekommt auch mental eine andere Qualität.

Doch WIE geht das? Sollte das nicht einfach so von allein kommen? Sind wir nicht natürlich dazu veranlagt, uns frei, aufgerichtet, mühelos, flexibel und nicht zuletzt schmerzfrei durchs Leben zu bewegen? Und zwar in der Masse? …
Dazu meine ganz persönliche derzeitige Erkenntnis, die ich an anderer Stelle noch ausführlicher erläutern werde:
Schauen wir wieder auf die Tabelle oben. Wir erkennen zwei Arten, sich grundsätzlich zu bewegen und dabei gegen die Schwerkraft anzutreten, die ja fortwährend wirkt.
Beide Qualitäten – ich nenne sie heute nur A und B – sind in uns veranlagt und entwickeln sich fortan weiter von dem Moment an, wo wir eine absichtsvolle Bewegung ausführen können. Also schon nach wenigen Lebensmonaten.
Während wir ganz zu Beginn als Säugling nur „alles oder nichts“ bewegen können, wird das Nervensystem immer differenzierter und erlaubt mehr und mehr nur gewollte, zielgerichtete Aktionen.
Während wir anfangs mehr Qualität B einsetzen, beginnt sich mit den faszialen Strukturen (beispielhaft das Fußgewölbe) mehr und mehr Qualität A herauszubilden.
Und ab da scheiden sich die Werdegänge deutlich.
Die meisten Menschen bilden Qualität A offensichtlich nicht genug aus, um langfristig im Alltag Zugriff darauf zu haben. Bewegungen werden aus verschiedenen Gründen undynamischer, fester, zu muskulär, zu schiebend und die Aufrichtung wird schwerer. -> So wird Qualität B in immer mehr Situationen zum Standard. Auch beim Gehen.

Dennoch gibt es Menschen, die weiterhin Qualität A praktizieren und im Alltag umsetzen. Diese Menschen sind nicht automatisch „Ballengänger“, sind aber diesem so nah, dass eine bewusste Umstellung gut gelingt. Weil Ballengang nichts anderes ist, als die Umsetzung der allgemeinen Qualität A beim Gehen.

Wieso ist der Ballengang also alles andere als einfach?

Wer sich ohnehin ähnlich Qualität A bewegt, wird – egal ob andere Probleme vorliegen oder nicht – eine recht leichte Integration des Ballengangs in den Alltag schaffen.
Wer (und das ist die Mehrheit) sich mehr in Qualität B bewegt, der kann nicht „einfach so“ mal eben per Vorfuß-Dribbling sich den Ballengang antrainieren.
Nein, es geht nur, wenn die Körperstruktur- sprich die Faszien – und die Wahrnehmung allmählich und ALLE Lebenssituationen umfassend angepasst werden.
Das beginnt eigentlich schon beim Liegen! -> Sind denn die Wirbelkörper schön langgestreckt? Sind die Schultern frei? Ist das Becken beweglich?
Nur wenn die Verbindung von Zehen zum Scheitel (auch im Liegen) frei ist, kann ich beim Gehen komplett vom Boden nach oben federnd aufrichten.
Eigentlich logisch aber man achtet weniger drauf ohne speziell und richtig intensiv mit dem eigenen Körper beschäftigt zu sein.

Ergo: Ballengang zu praktizieren ist weniger der eigentliche Zweck sondern vielmehr ein Zeichen dafür, dass viel am eigenen Körper in Ordnung zu sein scheint und Qualität A weit genug entwickelt ist.

Ziel und Zweck langfristig sollte es sein, wenn man sich entwickeln möchte(!), dem Körper die als Kind schon ansatzweise aber meist sehr unvollständig ERLERNTEN Qualitäten (aktiv, aufrichtend, faszial, federnd, leicht, flexibel) weiter auszubilden.
Und das ist leider Arbeit. Das kommt nicht einfach so.
Und genau deshalb tun es logischerweise auch nicht viele bzw. auf keinen Fall „die Masse“.

E. Fazit

Wir sollten uns von den Begriffen „Ballengang, Fersengang, Vorfußgang, Mittelfußgang“ langsam verabschieden und statt dessen auf das Wesentliche schauen, was bei Bewegung stattfindet und über die Qualität entscheidet: Die fasziale Körperstruktur, die Bewegungswahrnehmung (Kinästhetik) und die Arbeit des Torsos.
Mehr dazu im kostenlosen Emailkurs + Newsletter (Link) sowie in weiteren Publikationen.

F. Authentische Erfahrungen mit dem Ballengang

Letztlich ist es immer der eigene Weg, wohin man möchte, welche Priorität man sich setzt oder manchmal einfach auch welche Bedingungen man gerade hat und denen den Vorrang gibt.

Es folgen nun verschiedene Erfahrungsberichte quer Beet von unterschiedlichen Ballengang-Praktizierenden.
Der Übersicht wegen hier der Link zu den Berichten, die regelmäßig erweitert werden.

-> zu den Erfahrungsberichten

G. Danksagung

Um diesen Artikel so verfassen zu können, habe ich einen Aufruf an alle Bezieher meines kostenlosen Emailkurses geschickt mit der Bitte, frei heraus ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Ansichten zum Thema Ballengang aufzuschreiben.

Dieser Bitte sind dutzende Leserinnen und Leser gerne nachgekommen mit der Erlaubnis, ihre Texte mit oder ohne Namensnennung zu veröffentlichen. Dafür möchte ich mich bedanken.

Herzlich, euer

Stefan Heisel

ballengangseminar_heisel

Ballengangerfahrungen (3) Über Faszien und Schuhe zum Gang, Sitzen, Liegen …


Sehr geehrte Leser!

heute möchte ich die Ballengangerfahrungen um eine weitere Geschichte erweitern.
Der Autor möchte nicht namentlich genannt werden.
Ich bedanke mich herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und den interessanten Erfahrungsbericht unsereres Mitlesers 🙂

Und nun viel Spaß bei der Lektüre:

ballengang_natur„Meine Ballengang-Geschichte beginnt vor etwa 3 Jahren. Als Mitte 40-Jähriger bin ich eines Tages mit Rückenproblemen aufgewacht. Da die Rückenprobleme insgesamt einige Wochen angehalten haben, habe ich im Internet und dort vor allen bei Youtube nach Lösungen gesucht. Über den Umweg der Faszienrollen bin ich auf Barfußschuhe und den Ballengang gestoßen.

Von Barfußschuhen hatte ich bereits ein paar Jahre vorher in Form von Zehenschuhen erfahren ohne jedoch den Sinn zu hinterfragen geschweige denn zu verstehen. Mein falsches Gehen hatte ich zudem bereits vor mehr als einen Jahrzehnt kurzzeitig hinterfragt, …

-> zum ganzen Bericht

-> zu allen bisherigen Erfahrungsberichten

Ballengangerfahrungen (2) Reha nach kompliziertem Unterschenkelbruch


Tibia-Fibula_Bruch_BallengangSehr geehrte Leser, in der Reihe von authentischen Erfahrungen von Menschen mit dem Praktizieren des Ballengangs erfahren Sie heute, wie Silvie nach einem komplizierten Bruch des Schien-und Wadenbeins nach Operationen, Reha und sehr langer Regenrationszeit durch den Ballengang wieder nahezu ihre alte Beweglichkeit herstellen konnte.

Auch Sie sind dazu eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen als Kommentar zu hinterlassen.
Oder verfassen Sie Ihre eigene Geschichte als eigenen Artikel hier im Blog (mit oder ohne Namen oder ggf eigenem Link)!  -> email an info(at)ballengang.de

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Nun viel Spaß beim Lesen:

„Es begab sich 2013, im Alter von 31 Jahren, dass ich mir einen komplizierten Beinbruch bei einem Geländelauf zuzog. Distalfraktur der Tibia und Fibula nennt der sich.

Mein Glück: Es war ein geschlossener Bruch.

Mein Pech: Unter der Haut lag mein Bein im Chaoszustand.

Es folgten eine OP mit Protheseneinsatz von 19 Schrauben mitsamt Schienen an den Knochen. Ich lag 1 Woche nonstop und 5 weitere Wochen fast ausschließlich, bis die Schmerzen ein Gehen mit Gehhilfen zuließen. Danach stand 3 Wo. Reha an. Ich ging wieder voll arbeiten, aber an Gehhilfen und zeitweise unter so extremen Gehschmerzen, dass ich abends oft nur liegen konnte, um meiner Verletzung Erholung zu gönnen. Physiotherapie half- aber nicht genug zum entspannten Gehen…..

-> zum ganzen Bericht von Silvie

-> zu allen bisherigen Erfahrungsberichten

Barfuß Gehen für Weicheier :)


Oder: wie schaffe ich den Einstieg in gesundes Barfuß-Gehen bei empfindlichen Füßen?

Liebe Leser, nachdem nun nach längerer Kältephase der Frühling regelrecht sommerlich daherkam in unserem Land, überlegt sich doch der eine oder andere, endlich mal mit dem richtigen Barfuß Gehen zu starten.

Ich schreibe normalerweise selten über das Thema „barfuß“ an sich, da dieses Thema von ganz unterschiedlichen Hintergründen gesehen wird.

– Da gibt es einerseits die richtigen (ganzjährigen) Barfuß- Fans, denen es auf das Freiheitsgefühl und auch auf ein bisschen Rebellion gegen gesellschaftliche Konventionen geht.
Hier geht es meistens weniger um die biomechanischen Begebenheiten und ganzkörperlichen Vorzüge, die der unbeschuhte Fuß beim Gehen bietet. Auch die Art des Gehens wird selten verändert, weil eben ganz andere Wahrnehmungen im Vordergrund stehen.
Vielmehr wird der Fuß generell von der Umhüllung befreit und in möglichst jeder Situation unbeschuht gelassen. Zum Beispiel beim Fahrradfahren, obwohl dem Körper bei dieser Bewegungsart ganz andere Missstände drohen, die primär überhaupt nichts mit den Füßen zu tun haben. Eher wird auf einen möglichen Schutz für die Füße verzichtet, damit die „Freiheit“ weiter gewährleistet ist.

– Andererseits gibt es den gesundheitlichen Hintergrund des Barfuß-Seins, der die Verbesserung der Fuß- und Körperstruktur im Fokus hat. Hier wird auch auf die Bewegungsqualität großen Wert gelegt.
In diesem Punkt kommt dann auch der sogenannte Barfußschuh zur Geltung, der ja, obwohl beschuht, einem unbeschuhten Gehen möglichst nah rücken soll.
Was hier dann aber oft vergessen oder vernachlässigt wird, ist, dass auch diese Schuhe immer noch Schuhe sind und einen wirklichen Umstieg auf ein körpergerechteres Gehen erschweren.

Ich gehe davon aus, dass Sie eher zur zweiten Gruppe gehören und sich vorwiegend aus gesundheitlichen Gründen oder Gründen der effizienten Bewegung bis ins hohe Alter dem Barfuß Gehen annähern. Gerade jetzt bei diesen angenehmen Temperaturen bietet sich die beste Gelegenheit für Einsteiger oder bisherige Barfußmuffel, sich die beste Voraussetzung für das natürliche Gehen im Ballengang anzueignen:

Das Barfuß-Gehen im Wald oder auf unebenen, nicht glatten Böden.

Nun gibt es ein Problem, das einige Ballengangbegeisterte betrifft:

– Sie würden gerne mehr barfuß Gehen aber Ihre Füße sind für den Kontakt auf etwas rauerem, kantigeren Boden oder bei spitzen Steinchen oder Ästchen überempfindlich.
Das kann sich dadurch äußern, dass Sie viele Schritte nicht voll und schon gar nicht so ballenbetont ausführen können, weil sie um den Schmerz „herumeiern“.

– Oder Sie neigen (wie beispielsweise der Autor 😉 ) zu einer übermäßigen Entzündungsbildung bei kleinsten Verletzungen, die schon die äußeren Hautschichten betreffen. Was dann dazu führt, dass die danach auftretenden entzündlichen Miniwunden, sich zu einem größeren schmerzenden Entzündungsherd ausweiten und generell stark beim Gehen behindern können. In diesem Fall wäre die Rechnung für Barfußgenuss doch etwas hoch.

In beiden Fällen wäre es dennoch schade, wenn man ganz auf das Barfuß Gehen auf solchen Böden verzichten müsste.

Auf der Suche nach entsprechenden Kompromisslösungen bin ich auf ein schöne Idee gestoßen, die – wie so oft- aus dem Bereich des Tanzens parat steht. Da wir ja nur den Ballen schützen möchten und ansonsten möglichst viel sensomotorische Anreize von Zehen zu Ferse brauchen, bietet sich folgender Übungsschuh perfekt an:

Er lässt die Zehen und Mittelfuß/ Ferse ganz frei und ist unter dem Ballen wie eine zusätzliche Lederhaut, die bei oben genannten Problemen exakt hilft.

Das Barfuß-Gefühl ist minimal eingeschränkt und die Optik von oben ist dazu noch einer normalen Sandale recht ähnlich.

Wenn es diese Ballenganghilfe nicht schon gäbe, würde ich sie vermutlich gerade selbst entwerfen 🙂
Momentan steht aber noch ein Langzeittest an, um zu sehen, wie sich diese spezielle Konstruktion tatsächlich im Alltag bewährt.

Nach wie vor ist echtes Barfuß Gehen in jedem Fall vorzuziehen, insbesondere zu Beginn.

Wenn sich der Körper innerhalb von Jahren ein solides feines Bewegungsgefühl erarbeitet hat.
(Was darunter eigentlich zu verstehen ist, sprengt den Rahmen dieses Artikels bei Weitem), dann spielen Randbedingungen wie Schuhe, Untergrund keine so entscheidende Rolle mehr. Dann kann alles gesund und effektiv adaptiert werden ohne je in ungünstige Gewohnheiten zu verfallen.

Das wichtigste ist nach wie vor das Zusammenspiel des ganzen Körpers sowohl bezogen auf seine ihm eigenen individuellen Stärken und Schwächen, sowie auch bezogen auf die äußeren Umstände wie Gelände, Kleidung und Schuhe.

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Und nun viel Spaß am Fast-Barfuß-Gehen auch für die empfindlicheren Füße!

Ihr Stefan Heisel

Wie soll ich Ballengang lernen?


oder: Der richtige Schuh wird’s schon richten …

Ballengang_Heisel_Strand1Lieber Leser,

diese Frage höre oder lese ich gerade in letzter Zeit immer häufiger.
Noch vor wenigen Jahren war der Ballengang wirklich sehr speziell und weitgehend unbekannt. Nun hat sich ein regelrechter Trend entwickelt, an seinem Gehen etwas ändern zu wollen. Mit verantwortlich ist auch der wachsende Markt der Barfußschuhe, weil diese als „gesund“ gelten, aber ohne körperliche Umstellung nicht wirklich bequem sind, bzw. sogar bestehende Probleme verstärken können.
Die hauchdünne Sohle sowie fehlende Fersenerhöhung lassen eine künstliche Dämpfung vermissen.
So wird dem frischen Barfußschuhträger das entsprechende unphysiologische Fersenaufschlagen oft ebenso bewusst wie ein Überlastungsgefühl im vorderen Fußbereich.
Durch das starke Interesse an dem Produkt (Schuh) hat sich etwas Wesentliches in unserer Branche verändert, was sich auch in der Art und Weise des Coachings zwangsläufig niederschlägt:

Bevor es die heutigen Schuhprodukte gab, die ein natürliches, nicht unterstütztes Gehen fordern, stellte sich folgende Situation dar:
Menschen mit hohem Körperbewusstsein und gleichzeitig großer Offenheit gegenüber Veränderungen von Konventionen begannen, sich verstärkt auf ihre Intuition und ihr angeborenes Körpergefühl einzulassen.
Es gab weder Literatur noch Produkte noch Anleitungen oder gar Coaches oder Seminare für natürliches Bewegen/ Gehen.
(Wenn, dann gab/ gibt es traditionelle Lehren, die dieses Thema eher stilisieren oder am Rande angehen, wie z. B. Yoga, innere Kampfkünste oder Eurythmie)

Vielmehr existiert(e) „lediglich“ ein Gefühl von Harmonie beim Bewegen im „Ballengang“, mehr Dynamik, Leichtigkeit, innere Freiheit, Gewandtheit, …

Bei mir persönlich startete sogar ein ganz neues Lebensgefühl, weil das Ablegen eines so tief verwurzelten Bewegungsmusters wie das alltägliche Gehen mir ermöglichte, ALLE Bewegungen und Haltungen in jedem Bereich wesentlich zu verbessern. 
(Mit dazu half wesentlich eine intensive Neuordnung meiner Faszienstruktur durch gute Faszientherapeuten)

Das einzige Problem zeigte sich (wie heute), dass es quasi kaum Schuhe gab, die sich mit bereits erarbeitetem Körpergefühl vereinbaren ließen. Unter Insidern empfahl man sich als „zivilisierten“ Schuh gern die leichten Modelle der Marke „Bär“ mit Nullabsatz und Zehenfreiheit. Erst später wuchs die neue Barfußschuh-Branche aus dem Laufsport heraus.

Der Vorfuß-(Barfuß)-Laufstil etablierte sich damit mehr und schuf auch Probleme. Viele Läufer begannen, sich diesen Laufstil anzueignen und bedachten dabei nicht, dass ihr Körper, insbesondere die Füße damit erst mal strukturell überfordert waren. Es häuften sich, Verletzungen, oft Ermüdungsbrüche im Mittelfuß, weil das Bindegewebe (die Faszien) viel zu schnell überlastet wurde.
Dennoch setzte sich der Barfußschuh-Trend bis heute fort, da es andererseits ja mehr als augenscheinlich ist, dass barfuß die natürlichste und letztlich gesündeste Art ist sich fortzubewegen.
Und genau in dieser Situation befinden wir uns heute:
Anstatt dass zuerst der Impuls da ist, sich natürlich zu bewegen (was ja auch mehr als das Gehen betrifft) haben wir heute in der Mehrheit ein PRODUKT als Startpunkt: den „Barfußschuh“.
Nur ändert sich durch das Tragen anderer Schuhe oder das Umsteigen auf häufiges Barfußgehen leider noch nicht das Körpergefühl. Also ändert sich auch nicht zwingend die Bewegungsqualität.
Und mit Sicherheit verbessert sich dadurch erstmal die Körperstruktur nicht die Bohne…
Was eher passieren kann (und tatsächlich häufig beklagt wird) sind Verschlimmerungen bestehender Probleme (z. B. Spreizfuß, Hallux Valgus, Rücken-, Kniebeschwerden), da die fehlende Dämpfung, kombiniert mit dem Versuch, nur anders aufzutreten, weitere Fehlbelastungen hervorrufen. Weder ist das Fußgewölbe für die neue, intensivere Belastung genügend ausgebildet, noch sind Knie, Hüfte, Wirbelsäule, Rücken, Bauch und Schultern geschmeidig genug, um wirklich als Ganzes richtig federnd und aufrichtend zu funktionieren. Genau diese veränderte Situation kann ich als Bewegungscoach immer häufiger beobachten. Während vor dem Schuh-Boom noch viele an sich bewegungsbewusste Menschen nach Feinschliff in der Bewegung und/oder nach einem Körpertuning in Form von Faszientherapie fragten, stehen inzwischen viele frischgebackene Barfußschuhträger ohne entsprechendes Körpergefühl in Seminaren oder Einzelcoachings.

Noch ein weiterer Punkt kommt hinzu, der aber mehr unserer industriellen bzw. mechanistischen Denkweise zuzuschreiben ist. Wir sind es gewohnt, seit wir die Schulbank drücken, dass wir Musterlösungen vorgesetzt bekommen, die es bei geringstmöglicher Toleranz zu KOPIEREN gilt. Die Welt wird nicht mehr selbst entdeckt, sondern uns meist ohne Lebensrelevanz synthetisch vorgesetzt. Wir sitzen fast nur noch da und lassen uns passiv von der „Wahrheit“ aus zweiter oder dritter Hand berieseln. Und wer diese „Wahrheit“ am exaktesten kopiert, enthält die bessere Bewertung durch andere Menschen.
Eigene Erfindungen oder Gedanken sind fast ebenso sehr gefürchtet wie Kreativität oder – am Schlimmsten- Fehler …?
Damit geht uns etwas sehr Wichtiges und Wesentliches verloren: Unsere Neugier und das Vertrauen in die Fähigkeit zu eigenen Empfindungen und eigener Intuition. Was uns ja eigentlich von Geburt an mitgegeben ist. Und das betrifft auch unser Körpergefühl und die Art und Weise, wie wir glauben, Bewegungen lernen zu müssen. Es wird nämlich erwartet, dass exakt zu kopierende Übungen, die regelmäßig durchzuführen sind, tiefgreifende Verbesserungen hervorrufen sollen.

Was bedeutet das für den Ballengang und das Wiedererlernen natürlicher Bewegungen?
Um überhaupt auch nur im Entferntesten auf die Idee zu kommen, etwas an seinem Gang zu ändern, bedarf es eines AUSLÖSERS. Auf meinen Seminaren frage ich immer nach, worin der Grund des Besuchs liegt, woher das Interesse am Ballengang überhaupt rührt. Und wie eingangs schon beschieben, wandelt sich dieser Auslöser mehr und mehr auf das Produkt „Barfußschuh“ und dessen richtigen Gebrauch. Während früher noch – rein mental schon – die Frage nach dem richtigen Gebrauch des eigenen KÖRPERS im Vordergrund stand.
An dieser Stelle möchte ich deshalb für alle, die bis hierher mitgelesen haben (und nur für jene macht der weitere Text Sinn) wieder erinnern, wie wir alle zu unseren natürlichen Bewegungen überhaupt gekommen sind.

Als Kleinkind waren wir ständig folgende Dinge am Tun:

– spielen

– neugierig sein -> beobachten

– Fehler machen, hinfallen, weiter probieren

– fühlen (statt denken!) -> dem „Instinkt“ folgen
Mit diesen Tätigkeiten und Qualitäten lernten wir leicht und ganz von selbst Folgendes:
# krabbeln

# drehen

# perfekt aufrichten

# perfekt hocken

# perfekt sitzen

# perfekt stehen

# hüpfen

# klettern

# bauen

# malen und zeichnen

# singen
(Ergänzen Sie gerne …)

Dabei findet außer bei Sprache und zum Teil beim Gehen alles rein aus eigenem Antrieb ohne direkte Nachahmung statt. Wir sind quasi perfekt ausgestattet und erreichen ohne Coach, ohne Sportlehrer und Physiotherapeuten die wichtigsten Basis-Skills des Menschseins.
Leider geht sehr vieles davon in dem Moment verloren, wenn es damit anfängt, dass man uns Dinge vorsetzt, die nicht selbst ausprobiert werden konnten. Und wenn wir von einem Tag auf den nächsten mit sechs Jahren für fünf Stunden täglich an einen Stuhl gefesselt sind und einen kleinen Stift an die Hand gebunden bekommen, der dann „richtig abkopieren“ soll. Selbst das Bewegen des Körpers (Sportunterricht) folgt von nun an Kategorien wie „richtig“ und „falsch“ und steht plötzlich in Relation zu den Leistungen anderer. Es geht also nicht mehr darum, sich selbst zu erfahren, sondern von sich abzusehen und den Vergleich zu anderen zu betrachten und dazu noch von Dritten beurteilt zu werden. So wird die noch vorhandene Intuition sukzessive zugunsten eines reflektierten „es anderen Recht tun“ abgebaut.

Liebe Leser, sollten Sie Interesse an Ihrem persönlichen natürlichen (also auch leichten und mühelosen) Gehen haben, dann sind Sie gut beraten, sich NICHT an jenes von außen gesteuertes „Anleitungslernen“ zu halten, sondern sich genau davon wieder zu lösen und das spielerische Entdecken, Probieren und Fehler machen wieder zu wagen! Je leerer Ihr Kopf dabei ist, desto größer die Chance, sich selbst nah zu kommen. Und umso erfolgreicher finden Sie auch Ihren „Ballengang“.
Lassen Sie also Ihr Gehen von gar keiner Schuhmode oder gar Ideologie oder einem Zeitgeist bestimmen. (Ja, auch und gerade Ideologien geben willkürlich vor, was für alle Menschen oder eine Gruppe davon „richtig“ sein soll – meist aber mit dem Hinweis, wie „falsch“ oder gar „dumm“ doch andere sind, um sich selbst im Wert ihres Tuns zu erhöhen).

Nein – Finden Sie es doch selbst für sich heraus, was auch immer Sie dazu gebracht hat, überhaupt darüber nachzudenken! In dem Fall sind auch Schuhe ganz toll, wenn sie zur Reflexion anregen und Menschen dazu bringt, sich die Sache mit dem eigenen Körper doch mal genauer anzusehen.

Daher mein Vorschlag an alle Ballenganganfänger oder jene, die im Moment an der „exakten Ausführung“ scheitern:

Stellen Sie sich (am besten barfuß) so hin, wie Sie sich am Ausgewogensten fühlen und wippen Sie auf der Stelle. Mit so vielen Gelenken wie möglich. Jeden Tag, wenn Sie möchten, und sei es nur eine Minute oder weniger.

Ich verspreche Ihnen: Irgendwann macht es „Klick“ und Sie wollen unbedingt wissen, wie denn der erste Schritt nach vorne wirklich funktioniert ….

Viel Spaß am Entdecken!

Mit herzlichem Gruß

Stefan_Heisel_Bodymotic
Ihr Stefan Heisel

 

PS: Neue Seminare in 2018:

http://seminare.ballengang.de 

Richtig Gehen Lernen (7a) Ballengang hat nichts mit den Füßen zu tun.


Ballengang-TorsoSehr geehrte Leser,
wenn von Ballengang die Rede ist, fällt auf, dass die Aufmerksamkeit stets auf die Füße gerichtet ist. So bestimmt sehr oft allein die Erstberührung der Füße bei der Landung die ganze Gangart. Auch wird „Ballengang“ und „Barfußgang“ sehr oft als Synonym benutzt. Infolgedessen versprechen sogenannte „Barfußschuhe“ ein anderes, besseres Gehen. Auch Fußgymnastik rückt in den Vordergrund, wenn das Gangbild verbessert werden soll. Und nicht zuletzt beinhalten sogar professionelle Ganganalysen, die meist auf Laufbändern durchgeführt werden, lediglich Aufnahmen vom Knie abwärts …
Doch kann unser Gehen oder Laufen aufgrund von Modewörter wie Ballengang, Fersengang, happy feet, gesunde Sohlen etc. wirklich auf dieses Detail in den Füßen beschränkt werden?

Je länger ich mich mit funktionellen Alltagsbewegungen beschäftige, desto unkomplizierter und minimalistischer stellt sich das Konzept natürlicher Bewegung dar. Es geht letzten Endes gar nicht um Ausführungsdetails bestimmter Körperteile; vielmehr bestimmt der Gesamteffekt aller Teile die Qualität einer Handlung oder einzelnen Bewegung.

Schauen wir uns das Gehen an, dann bestimmt auch hier immer die Gesamtheit aller Bewegungen die momentane Gangart und damit auch die Gangqualität.

Welcher Bereich unseres Körpers nimmt dabei den größten Einfluss auf die Gesamtbewegung?
Nicht die Zehen, nicht die Hand, nicht der Fuß oder das Knie…

Es ist der Rumpf, bzw. Torso als eine eigene bewegliche Einheit. Von ihm haben alle Körperbewegungen ihren Ursprung. Und nicht nur die Bewegungen an sich haben ihren Ursprung im Rumpf – viel einfacher gesehen entspringen alle Extremitäten und auch der Kopf dem Rumpf ebenso wie die Muskeln und Sehnen, die für die Bewegung der Extremitäten verantwortlich sind.

Um sich das vorstellen zu können, machen wir einen kurzen Test, sofern Sie gerade Gelegenheit haben:

Wir laufen in einem moderaten Tempo geradeaus. Dann möchten wir so schnell wie möglich um 180° drehen und in die andere Richtung laufen. Wie schaffen wir das am effizientesten?(am Schnellsten, mit dem wenigsten Kraftaufwand, …)

An dieser Stelle würde jetzt in [Seminaren] tatsächlich praktisch getestet, auf welche Lösungen der Körper intuitiv kommt. Für Blogleser kürzen wir das etwas ab:

Versuchen wir mal beispielhaft zwei Möglichkeiten:

  1. Wir achten darauf, bei der plötzlichen Drehung tunlichst auf dem Ballen bzw. der Ferse zu bleiben (je nachdem, welchem „Glaubenssatz“ man angehört)
  2. Wir laufen bewusst im Doppel-Z (Hüfte hinter dem Brustbein) und rotieren beim Richtungswechsel betont das Becken um 180°, wobei sich die neue Rumpfausrichtung sofort in die neue Richtung stabilisiert. Wir beobachten dabei quasi „nebenher“, was der restliche Körper, insbesondere die Füße, Beine, Arme, Kopf so anstellen.

Welche Bewegungspriorität fühlt sich am agilsten und leichtesten an?

Interessanterweise werden wir bei der zweiten Wendemöglichkeit beobachten, dass wir aus dem Vorfuß arbeiten, obwohl wir darauf gar keine Aufmerksamkeit gerichtet haben.
Genau das gleiche Phänomen passiert uns, wenn wir auf der Stelle hüpfen oder eine Treppe hinab steigen.

Wir merken dabei, dass die Verwendung des Fußballens ganz intuitiv und selbstverständlich passiert. Und zwar dann, wenn der Körper abgefedert werden muss, weil der Körperschwerpunkt genau über den Füßen landet. Es muss also gar nicht so sehr gelernt werden, wie man „richtig“ auf dem Fuß landet, denn das ist eine angeborene intuitive Fähigkeit.

Was wir offensichtlich verlernen, ist die Relation, das Verhältnis und das Zusammenspiel zwischen Rumpf und Beinen. Dadurch entsteht ein schweres, unharmonisches Gangbild. Die Beine werden dabei verfrüht nach vorne geworfen, um gestreckt auf einer (schuhgedämpften) Ferse zu landen. Der Rumpf hat dabei aber noch ein zweites Problem:

Nicht nur, dass er sich nicht an der für die Dynamik passenden Position in der Bewegung befindet – auch findet im Rumpf selbst kaum Aufrichtung statt. Er nimmt in der Gehbewegung annähernd die Haltung ein, die er auch beim (falschen) Sitzen innehat: passiv, gestaucht, fest. Beides zusammen schafft eine Fortbewegung, die nicht zu den natürlichen Anlagen der Muskeln, Gelenke, Knochen und Faszien passt. Natürlich führt das auch zu einer Degenration der Füße. Dennoch ist es nicht dauerhaft hilfreich, sich bei der Beschäftigung mit dem Gehen vorwiegend mit den Füßen zu beschäftigen. Diese sind nur ein Teil einer Bewegungskette, deren Ursprung der Rumpf ist.
“Ballengang“ ist deshalb auch ein ebenso irreführender Begriff wie „Barfußgang“.

Ich möchte an dieser Stelle für heute Schluss machen und Ihnen die Frage stellen:

Wie erkennt man die Leichtigkeit des natürlichen Gehens?
Tatsächlich an der Landefläche des vorderen Fußes oder an etwas ganz anderem?

Im nächsten Teil werden wir anhand eines Videos schauen, was es mit Ballengang und Rumpf und Füßen auf sich hat….

Ich wünsche bis hierhin viel Spaß beim entdecken,

Ihr Stefan Heisel Stefan_Heisel_Naturerlebnis_Ballengang

Bericht: Reutlingen lernt den Ballengang!


Yogaunity Reutlingen

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
das Interesse am natürlichen Gehen und Laufen nimmt immer mehr zu. Immer mehr Menschen erkennen den Zusammenhang zwischen Bewegungsqualität und Wohlbefinden und körperlicher Gesundheit und Fitness.
So kam es, dass Stefan Heisel jetzt in Kooperation mit der Barfußinitiative Reutlingen am 13. + 14. Mai 2017 ein ausgebuchtes intensives Ballengang- und Faszienseminar hielt.

Die Teilnehmer kamen vom hohen Norden, Berlin, Ostsee bis Schweiz/ Zürich nach Reutlingen im schönen Schwarzwald angereist, um sich ein persönliches Bild von Stefans ganzheitlichem Coaching zu machen.
Unter den regionalen Teilnehmern war die Inhaberin des örtlichen Vivobarefoot-Stores Sabine Bürkle. Durch ihre mehrfache Nachfrage bei Stefan Heisel kam es überhaupt erst zu diesem Seminar und wird es auch noch weitere geben, wie dieses Jahr noch im Juli.
Siehe ->Ballengangseminare
Ein weiterer Reutlinger Teilnehmer war der Barfußtrainer und Extremläufer Bernd Gerber, eine sehr gute Empfehlung für alle Barfuß-Läufer und -Kletterer!

Doch um was geht es in einem Seminar über das Gehen, über natürliches Bewegen? Was kann es geben, was nicht jeder halbwegs gesunde Mensch von seinem ersten Lebensjahr an eigentlich schon kann?
Welche Menschen interessieren sich denn dafür und reisen 700 km und mehr an, um „Gehen zu lernen“?

Um diese und viele andere Fragen zu beantworten, die oft gestellt werden, veröffentliche ich heute einen ausführlichen bebilderten Bericht über dieses Wochenende in Reutlingen.

Viel Spaß beim Lesen!

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Reutlingen Samstag, 13.05.17

Wir begannen pünktlich um 10:00 Uhr, nachdem (fast) alle Teilnehmer frühzeitig in der Yogaunity Reutlingen eingetroffen waren. Die Räumlichkeiten der freundlichen und offenen Inhaberin Elke Klosseck strahlten viel Charakter und Ruhe aus. Der dunkle Holzboden und die vielen liebevoll eingerichteten Lichtspielereien, Beleuchtungen, Asseccoires sowie die nützlichen Übungsmaterialien luden zu einem konzentrierten und kreativen Arbeiten ein.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Elke Klossek für den netten und konstruktiven Kontakt bedanken!

Persönliche Einstimmung

Zu Beginn des Seminars waren die Teilnehmer dazu eingeladen, sich selbst vorzustellen und ihre persönliche Geschichte zu erzählen, wie sie überhaupt auf das Thema „natürliches Gehen/Ballengang“ gestoßen sind.

Anschließend, also bevor es ans Eingemachte ging, fand die erste Runde der Ganganalyse statt, die optional in Anspruch genommen werden konnte. Also die Aufnahmen „VORHER“.

Ganganalyse – Aufnahme vor Ort

 

Was ist eine Bodymotic-Video-Ganganalyse?

Es werden drei kurze ganzheitliche Aufnahmen des Gangbildes aufgenommen – bei Seminaren VOR und NACH dem gesamten Training. Mit diesem Material setzt sich Stefan Heisel in Heimarbeit an den PC und erstellt nach einem bewährten „Drehbuch“ ein eingenhändig bearbeitetes und geschnittenes ganz persönliches Video mit Echtzeit, Zeitlupe, Bewegungsausschnitten, Standbildern, Zeichnungen, Vergleichsstudien und individuellen Hinweisen zur täglichen Umsetzung. 

Die Dauer des fertigen Videos ist je nach Erklärungsbedarf zwischen 10 und 12 Minuten. Die reine Bearbeitungszeit dafür beträgt pro fertiges Video etwa fünf Stunden. 

Weil Stefans Seminare einerseits viel Erklärungsbedarf haben, was das grundsätzliche Bewegungs- und Lernverständnis betrifft, andererseits aber darauf abzielen, sich ein EIGENES Bewegungsrepertoire anzueignen, war der nächste Schritt im Seminar eine Partnerarbeit.

Partnerarbeit
Anschauliches gegenseitiges Erklären

Jeder sollte dem anderen erklären bzw ihn davon überzeugen, was überhaupt der Vorteil vom „Ballengang“ ist, sodass dieser die Ansichten seines Gesprächspartners danach überzeugend darstellen konnte.

Der Nebeneffekt durch diese selbstreflektierende Vorgehensweise war, dass der Seminarleiter einen guten Überblick über den Kenntnisstand und die Erfahrung der Gruppe bekam.
Diese Gruppe hatte einen verhältnismäßig hohen Stand an Vorbildung bzw. teils mehrjährige Erfahrung. Entsprechend gestaltete sich das Seminar immer praktischer und im Inhalt auch tiefer/ anspruchsvoller.

Erst jetzt stellte Stefan Heisel sein eigenes, selbst entwickeltes Konzept des natürlichen Gehens vor:

Entwicklung des aufrechten Gangs

Wie lernen wir Menschen überhaupt Bewegung, wieso können wir uns gezielt bewegen? (entwicklungspsychologisches und neurologisches Erklärungsmodell mit Beispielen aus der allgemeinen und persönlichen Erfahrung eines jeden Menschen)
Welche Stufen durchläuft natürliches Gehen Lernen?
Was beobachten wir bei uns, bei Kindern und bei Säuglingen und wieso muss das so ablaufen?

 

Stefan stellte dann seine Fünf Prinzipien natürlichen Gehens in den nächsten Stunden vor

5 Prinzipien des Gehens
Die Rotation

Dabei wurden zuerst viele Übungen und Tests in der Gruppe gemacht, die zunächst unvoreingenommen ausprobiert wurden. Wichtig war, dass jeder einen ganz eigenen Eindruck dadurch erhielt und sich selbst gut beobachtete.

 

Kraftlinie
Doppel-Z

Erst dann wurde jeweils das zugrunde liegende Prinzip explizit in Worten formuliert und somit all die gemachten Erfahrungen zu einem Begriff zusammengefasst. Dieser Part des Seminars war sehr intensiv und beinhaltete auch viele Fragen und Experimente, auf die Stefan uneingeschränkt einging, bis der jeweilige „Aha-Effekt“ angekommen war.

Der Vorfuß
Der „Gehmuskel“

Nach einer Mittagspause, bei der es viele Möglichkeiten in der Nähe gab, sich zu verköstigen, kamen wir bis zum Ausprobieren des vierten Prinzips. Und die Fortsetzung für Sonntag Vormittag wurde angekündigt ….

Am Abend konnten drei Teilnehmer die zuvor gebuchten und reservierten 60-minütigen Einzel-Faszienbehandlungen von Stefan Heisel in Anspruch nehmen. Diese vermitteln einen Eindruck von der Wirkung der Bodymotic-Form-Behandlungsmethode.

Bodymotic-Form-Faszien

Was ist eine Bodymotic-Faszienbehandlung:
Die Faszien sind das alle Muskeln, Organe und Nerven umhüllende Bindegewebe, einschließlich Sehnen und Bändern. Sie bestimmen Beweglichkeit, Leichtigkeit und Wahrnehmung von Bewegung maßgeblich.

Bodymotic-Form Technik

In einer Bodymotic-Faszienbehandlung werden gezielte Bereiche des Körpers systematisch faszial gelöst und damit potentiell langfristig beweglicher, entspannter und effizienter gemacht. Die Techniken sind langsam, intensiv, tiefgehend und haben eine extrem lösende und befreiende Wirkung auf das Gewebe, die Muskeln und die Gelenke. Die Behandlung im Seminar ist aus Gründen des Kennenlernens der Methode etwas kürzer als bei einer echten (8-10 teiligen) Bodymotic-Form-Kur vorgesehen. Der Eindruck vom Potential dieser Methode ist dennoch deutlich spürbar.

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Am Tag 2, Sonntag, 14.05.17

waren bis auf Sabine Bürkle alle Teilnehmer wieder am Start.

Raumorientierung

Zuerst wurden die Punkte des Vortages wiederholt und mit Übungen aus dem Bodymotic-Bewegungstraining (streng genommen aus Stefans Kinder-Übungsprogramm 🙂 )  gleichzeitig Muskeln (inklusive Lachmuskeln!) und Geist aufgefrischt.

Als es an des fünfte Prinzip ging, die mentale Schlüsselfähigkeit, um sich effizient zu bewegen, kam Leben in die Gruppe. Vielmehr tauchten immer mehr Fragen nach dem Warum auf und nach dem Wie. Stefan erläuterte anhand von Kampfkunstübungen und Alltagssituationen, warum weniger Wiederholung mehr ist, wie man die Qualität jeglicher Bewegungen durch eine sensitive/meditative Übungsmethode schneller steigern kann als durch Nachahmen.

Faszien-Selbstbehandlung

Nach der kurzen Pause war das Thema Faszienarbeit angesagt. Stefan Heisel erklärte, worauf es ankommt, wenn man Faszien manipulieren möchte und gab einen 10-teiligen Leitfaden mit, wie man seine eigenen Füße mit Hilfe von manuellen Faszientechniken geschmeidig, beweglich machen kann und damit auch ihre Verbundenheit mit der Erde verbessern kann.
Besonders war hierbei, dass es eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellt und jederzeit angewendet werden kann.

Da anfangs die eigene Haltung und Bewegung etwas angespannt sein kann, lernten die Teilnehmer, ihren Rücken und die Schultern wieder selbst in Form zu bringen, nachdem man intensiv die eigenen Füße behandelt hat.

Konstruktive Ruhestellung

Als jeder nun schön entspannt und leichtfüßig war, wurden nun die „Danach“ – Aufnahmen der Video-Ganganalyse der Teilnehmer aufgenommen. Auch ohne Auswertung erkannten sich einige kaum wieder und die Bearbeitung der einzelnen Videos kann nun mit Spannung erwartet werden.

Am Ende fand wie immer selbstverständlich auch eine Feedbackrunde statt.
Einige Feedbacks, die freundlicherweise veröffentlicht werden dürfen, stehen hier unter dem Bericht.

An mehreren Stellen dieses Seminars wurde bewusst, dass die Thematik „natürliches Bewegen“ und vor allem dessen Aneignung unbedingt Aufbauseminare oder -coachings nach sich ziehen sollte.

Mehr beim Aufbauseminar …

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Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern dieses für mich angenehmen, spannenden und lehhrreichen Seminars. Es war eine Freude, neue Menschen kennen zu lernen und einige intensive Stunden zu verbringen. Mein besonderer Dank gilt auch Denise Jäger für die Unterstützung bei der Seminarorganisation vor Ort und für die schönen Fotos.

Die nächsten Gelegenheiten, dabei zu sein, gibt es hier -> seminare.ballengang.de

Vielen Dank für das Lesen bis hierher und herzliche Grüße

Ihr Stefan Heisel

Ballengang_Seminar_StefanHeisel

 

Feedbacks der Teilnehmer:

„Das Seminar hat mein Leben verändert!

Zwei Kolleginnen haben mir am Dienstag gespiegelt, meine Persönlichkeit hätte einen Sprung nach vorn gemacht.

 Was hat das Seminar bei mir geändert?

 Ich habe gelernt, nicht den „stereotypen Ballengang“ lernen zu wollen, sondern den Ballengang zu entwickeln, der meinem Körper (Physiognomie und Charakter) entspricht.

Ich habe 5 Punkte an die Hand bekommen, wie ich dieses Ziel erreiche. Diese Punkte wurden im Seminar verständlich (praktisch und theoretisch) behandelt und waren klar umgesetzt. Nur der 5. Punkt „Fokus“ war etwas schwammig für mich am Ende des Seminars.

 Trotzdem erscheint mir dieser Punkt inzwischen der wichtigste.

Ich konzentriere mich inzwischen bei jeder Bewegung auf die Bewegung und überlege, wo ich locker und wo ich angespannt bin. Muss die Schulter angezogen sein, wenn ich über den Hof gehe? Nein, also kann ich sie auch lockern. Ich kann das Beispiel mit dem Lenkrad jetzt nachvollziehen, obwohl ich es auch im Kurs für etwas überzogen hielt. Morgens beim Aufwachen, fällt mir auf, dass ich mit hochgezogenen Schultern aufwache. Hier könnte ich noch einen Tipp von dir gebrauchen, wie man damit umgeht.

 Da ich vom Seminar nicht alles behalten habe, geleitet mich nun der kostenlose Online-Kurs von Woche zu Woche wieder durch diese 5 Punkte. Am Ende des Online-Kurses habe ich sicherlich meinen eigenen Ballengang entwickelt.

Für mich hat sich der Kurs in jeder Weise gelohnt, jeder Cent bestens investiert.“

Petra G. aus Reutlingen

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„Lieber Stefan,

in Gedanken hast du schon jede Menge Feedback bekommen, auf Schritt und Tritt und bei jedem Treppensteigen, aber wegen einer Beerdigung schreibe ich dir erst jetzt.

Was du auf deiner bodymotic Seite unter Ziele Punkt 3 beschreibst, hat mich im Januar sofort angesprochen, denn das ist mein eigentlicher Wunsch: äußere und innere Haltung zunehmend in Übereinstimmung zu bringen und meine Möglichkeiten zu entdecken und zu leben, indem ich das wunder-volle Zusammenspiel von Körper-Seele-Geist immer tiefer verstehe, erforsche und übe. Eine wahrhaft beglückende Lebensaufgabe!

Im Moment sind mir folgende Aspekte vorrangig, wie bei jedem feedback sagen sie mehr aus über mich als über dich, du kannst gerne öffentlich machen, was dir sinnvoll erscheint.

– meine Körperwahrnehmung ist wacher und feiner geworden, sie springt schneller an und verlangt nach Optimierung, z.B. wenn ich unnötigerweise Schultern und Nacken anspanne.

– dass sich deine 5 Prinzipien aus deiner eigenen Erfahrung heraus ent-wickelt haben, macht sie für mich unmittelbar einleuchtend und sie inspirieren zugleich zum Erforschen: wie ist das bei mir?

– durch deine Unterrichtsmethode die direkte Auswirkung von körperfreundlichen Veränderungen auf meine Befindlichkeit zu erleben – Beschwingtheit,

gute Laune – verstärkt meine Motivation, dranzubleiben – super intrinsisch!

– ich bin eher ein Bewegungs-als ein Feldenkreismatte- Typ. Über Bewegung zu achtsamer Selbstbeobachtung zu kommen, hat mir Freude gemacht und genau das kann ich selbst ohne Aufwand in jedem Moment in meinem Alltag tun – ich muss mich nur dafür entscheiden!

– langer Bauch und Hüfte fallen lassen sind gerade meine Forschungsfelder => aufrechtes Sitzen entsteht von selbst und mein Körper verlangt zunehmend danach, das teste ich gerade in Zug- und Straßenbahnfahrten bzw. immer wieder beim Ballengehen und Treppe runter Gehen.

– Autonomie ist für mich ein hoher Wert, deshalb waren mir deine Ermunterungen: Wie ist das bei dir? Probier’s aus. sehr willkommen und dein Feedback passend.

– so informativ und ermutigend deine Mitteilungen zum „Überschreiben“ und Lernen, für mich als ehemalige Lehrerin eine Herzensangelegenheit!

Das Nachhaltigste was ich mitnehme ist die wieder neu erfahrene Erkenntnis:

Solange ich in meinem Körper lebe und bei Bewusstsein bin, habe ich jeden Moment die Chance, neu anzufangen. Welch ein Geschenk!

Aufbau und „Hebammen-Methode“ erlebte ich als effektiv und zielführend – zu einem freien beweglichen Geist und einem freien Leben gehört ein freier, aufgerichteter und dynamischer Körper!(bodymotic site)“

Henriette Nagel-Harder, Heidelberg

Der Online-Barfuss-Kongress


Liebe Leser,

Heute darf ich eine sensationelle Ankündigung machen:

Dank dem unermüdlichen Engagement von Lisa Ritter, wird vom 6. bis 10. Mai 2017 eine kostenfreie Interviewausstrahlung von 15 Experten rund um das Thema Barfuß-Gehen online ausgestrahlt (live streaming)

Der Online-Barfuss-Kongress 2017

Da ich auch einer der Speaker und Coaches bin, der bei diesem Event dabei sein darf, konnte ich die sprühende Begeisterung und Offenheit der Initiatorin Lisa Ritter persönlich erleben.

Auf dieser Seite kannst du folgendermaßen vorgehen:

-> http://barfuss-kongress.ballengang.de <-

-> Klicke auf „Home“ rechts oben und trage dich für die live Teilnahme am Online-Barfuß-Kongress ein. Alle weiteren Hinweise folgen dann per Mail.
Während der Live-Übertragung vom 6. – 10. Mai 2017 kann der gesamte Kongress auch zu einem Sonderpreis als Download erworben werden.

-> Kongress-Paket

Ich wünsche viel Spaß bei dem Event und/oder den Aufzeichnungen, immerhin sind insgesamt über 15 Stunden Videomaterial dabei.

Herzliche Grüße,

Ihr Stefan Heisel

Stefan_Heisel_Cleks

Neue Seminare in 2017


Sehr geehrte Leser,

Im Laufe der letzten Monate erreichten mich zahlreiche Anfragen, wann und wo denn wieder ein intensives Ballengang-Seminare von mir durchgeführt wird…

Nun darf ich euch die ersten beiden festen Termine vorstellen, die ab sofort gebucht werden können.

Am 13. und 14. Mai,  am 24. und 25. Juni sowie am 15. und 16 Juli wird es wieder intensiv um dich, deinen natürlichen Gang und deine Faszien gehen.

Die Links mit allen Details findest du auf http://seminare.ballengang.de

Es sind noch mehr Termine in Planung, deshalb werde ich euch sowohl auf dem Blog als auch im Newsletter auf dem Laufenden halten.

Auch sind schon einige interessante Texte hier auf dem Schreibtisch, die bald online gehen werden und wieder neues Licht in das Phänomen der „einfachsten“ Bewegung der Welt bringen.

Soviel in aller Kürze.

Ich freue mich darauf, den einen oder anderen bald persönlich kennen lernen zu dürfen und verbleibe mit herzlichem Gruß,

Euer

Stefan Heisel

Stefan_Heisel_Naturerlebnis_Ballengang

Ballengang lernen: Was sagen Seminarteilnehmer?


oder: Was nimmt man denn so beim Gehen wahr?

-> Nächstes Ballengangseminar 1. + 2. Oktober ’16 in Seelze (Hannover) 

Ballengang_Seminare_Stefan_Heisel

 

Hallo liebe Leserin, lieber Leser, Ballengänger und Interessierte an natürlicher Bewegung.

Neulich war ich mal wieder auf einer tollen Jam von Contact Improvisation.
Was das genau ist und wieso ich mich dafür auf eine gewisse Weise interessiere, schreibe ich gerne mal bei Gelegenheit gesondert auf.

Kurz für die, die es nicht kennen: Contact Improvisation. Es geht darum, intuitive Bewegungsimpulse zu spüren und diese in einer Art freiem Tanz umzusetzen. Dabei gibt es keine Grenzen des Ausdrucks bis hin zum Stillstehen oder Liegen. Das besondere hierbei ist, dass dabei auch Kontakt zu Mittänzern gesucht wird und durch diese direkten Berührungen/Impulse oder auch bloß Gesten aus der Entfernung die Bewegungen aller gegenseitig beeinflusst werden.

Einmal fiel mir dabei ein junger Mann auf, der eine Weile damit beschäftigt war, ganz langsam zu Gehen mit geschlossenen Augen und dabei eine gewisse innere Aufmerksamkeit zu erlangen. Was ich als Körpertherapeut dabei beobachten konnte, war, dass der Körper inklusive Schulter und Arme weitestgehend starr blieb und gebeugt und einzig die Füße, mit der Ferse aufsetzend, bemüht waren, den Boden zu ertasten.

 

Mir fielen sofort duzende Dinge auf, die viel eindringlichere und ganzheitlichere Sinneseindrücke bei dieser Art Meditation hätten liefern können und bei denen man sich ganz frei und lösgelöst hätte Bewegen können. Wo beginnt eine Bewegung, wo ist was wann überhaupt in Bewegung und wo finden Verläufe statt, die den ganzen Körper aufrichtend durchziehen, wo gibt es Rotationen im Körper und was haben der Rumpf und der Kopf mit all dem zu tun, oder gar der Kiefer …?

Dieses kleine Erlebnis und vor allem viele Nachfragen nach neuen Seminaren hat mich dazu bewogen, Eindrücke von Teilnehmern des letzten Ballengangseminars in Bad Steben mit Einverständnis der Verfasser zu veröffentlichen:

[Feedbacks]
„Das Ballengang und Faszienseminar in Bad Steben 2016 habe ich als entspannt, organisiert, produktiv und nachhaltig für mich wahrgenommen. Beim Ballengang den ganzen Körper und komplexe Bewegungsabläufe zu berücksichtigen war für mich in dieser Form neu und stellte mich durchaus auch vor einige Herausforderungen. Durch die große Anzahl an Übungen und das Kleinschrittige Vorgehen des Seminarleiters konnte ich jedoch gut folgen und war stehts motiviert. Für meinen Alltag habe ich mir besonders mitgenommen immer nur eine Übung bzw. einen Bestandteil zu übernehmen und diesen zu trainieren bevor ich mit dem nächsten Schritt weiter mache. Da ich blind bin, und diesen Umstand auch vorab mitgeteilt hatte, hatte der Seminarleiter stets ein besonderes Auge auf mich bei den praktischen Gruppenübungen im Raum. Dieses half mir mich nicht nur auf meine Bewegungen im Raum sondern vorrangig auf den Übungsinhalt zu konzentrieren. War mir ein Stuhl für eine Übung zu hoch so trug der Seminarleiter sofort alternatives niedrigeres Ersatzmaterial herbei. Auch in der Verbindung mit dem Gang nach draußen und das Erproben der neu erlernten Kenntnisse empfand ich das Seminarwochenende als ein rundum gelungenes Wochenende für mich.

Wer also bislang die 2stündigen Standard-Kurse zum Ballengang besucht hat, bei denen einem beigebracht wird „einfach auf dem Ballen auftreten und los legen“ kann bei Stefan Heisel ein wesentlich ganzheitliches Herangehen an das Thema erleben und erlernen. Das Seminar kann ich somit uneingeschränkt weiterempfehlen.“

Freundliche Grüße aus Herne

Simon Janatzek, Diplom-Pädagoge

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spontane Rückmeldung:

„Hallo Stefan, … Jetzt, wo die vielen Eindrücke schon ein bisschen „gesackt“ sind, wollte ich nochmal sagen, wie toll, interessant und  doch auch verändernd, das Seminar war.

Ich mag keine Schuhe mehr an meinen Füßen leiden!!!!  Es ist ein Gefühl von neuer, dazu gewonnener „Freiheit“. Und das Körpergefühl und-empfinden ist auch intensiver. An meinem älteren Sohn habe ich gleich einiges ausprobiert und er empfand es als sehr angenehm und entspannend. Ich werde auf jeden Fall am Ball bleiben und hoffe auch bei mir auf Verbesserung meines Befindens.

Mein Wesen ist eher etwas ruhelos und ungeduldig, aber deine ruhige Art und dein ausgeglichenes, geduldiges Wesen( so scheint es jedenfalls J )bringt einen „runter“ und wirkt beruhigend. Rundum war es jedenfalls ein tolles Erlebnis.“

Marion E.- S. aus Gfell

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Wenn du deine Chance auf den Intensivkurs Ballengang und Faszienarbeit in 2016 noch nutzen möchtest, dann schau unbedingt HIER vorbei.

Bei Fragen oder Wünschen für Alternativseminare oder Einzelcoaching, schreib mich gerne an, wir finden immer eine Lösung:

info@ballengang.de

Schöne Sommertage und herzliche Grüße,

Euer Stefan Heisel

Ballengang_Körperstruktur_Heisel

Richtig Gehen lernen (7a)- Barfuß gehen – Teil 1


barfuss_laufen Richtig barfuß gehen (1)

Liebe Leser von ballengang.de

Ja, so ganz allmählich beginnt es hier und da frühlingshafter zu werden. Die ersten botanischen Vorboten sind längst da und auch die Vögel freuen sich schon auf den Neubeginn ihres Zyklus.
Und für manch einen ist es auch spätestens sehr bald die Zeit, sich auch draußen mehr dem barfuß gehen zu widmen. Endlich 🙂

Doch wie verhält es sich denn damit genauer? Warum geht man barfuß?

Freiheitsgefühl? Gesundheitsbewustsein bzw. Fitness? Alternativ Leben?

Wie dem auch immer sei. Mir ist aufgefallen, dass wir in der Regel total schuh-adaptiert sind und auch lange Zeit barfuß so gehen, als trügen wir Schuhe. Deshalb bedeutet barfuß gehen an sich noch nicht zwingend, dass man sich besonders natürlich bewegt.

Auffallend oft bekomme ich Anfragen von Lesern, die über Schmerzen oder zumindest Schwierigkeiten berichten, wenn sie versuchen barfuß zu gehen und dazu auch noch den Ballengang ausprobieren. In Wahrheit ist es aber so, dass Schuhträger einfach noch lange nicht die für den natürlichen Gang notwendige muskuläre und vor allem fasziale Struktur (also die stützenden und federnden Elemente) ausgebildet haben. Dann kann man „technisch“ zwar eine Weile lang alles richtig machen, aber real kommt das einer Überforderung gleich.
Insbesondere sehe ich ein gewisses Risiko darin, wenn sofortig sogenannte „Barfußschuhe“ angeschafft werden und diese dann sofort die bisherigen Schuhe ersetzen.

Dass dann Beschwerden auftreten, Reizungen von Strukturen, Überlastungen und auch ein wenig Frustration, ist ja fast schon vorprogrammiert.
Dieses Phänomen tritt meiner Überzeugung nach beim Tragen von Barfußschuhen viel stärker auf als beim tatsächlichen richtigen barfuß gehen!

Und die Erklärung dazu ist eigentlich ganz einfach:

Unser Nervensystem ist seit frühester Kindheit darauf ausgelegt, stets draußen Schuhe an den Füßen zu haben, diese zu spüren und den Gang den physikalischen Eigenschaften der Schuhe anzupassen. Alle Schuhe haben eine verstärkte Ferse und einen Absatz (oder eine Sprengung) von mindestens 0,5 bis 1 cm Höhe. Gerade Sportschuhe haben zusätzlich auch eine Dämpfung (Air … etc), um den Gebrauch der Ferse zu unterstützen und um jegliche Eigendämpfung aus de ganzen Körper heraus lahmzulegen. Dadurch erhält unser Nervensystem ein deutlich verfälschtes Feedback bei jedem Schritt:

  • Der Untergrund ist sozusagen immer gleich
  • Es gibt entweder einen notwendigen Stoß auf den Absatz ohne die Möglichkeit diesen abfangen zu können
  • oder es gibt eben keinen Stoß mehr bei guter Dämpfung.
  • Der Fuß hat fast immer eine Stütze von unten, genannt Fußbett, damit er, wie der Name schon sagt, im Schuh „schlafen“ kann.

Diese Summe von verfälschten Eindrücken spiegelt sich als eine Wahrnehmung wieder, die automatisch vom Gehirn suggeriert wird, sobald etwas Schuhartiges den Fuß umgibt.

Und jetzt kommts: Tragen wir nun also Schuhe, die sehr wenige der verfälschenden Eigenschaften besitzen (wie bei besagten „Barfußschuhe“ das mehr oder weniger der Fall ist), dann glaubt der Körper nach wie vor, dass er geschützt, geschützt und schräg gestellt ist. Dementsprechend wird er viel schwerer sein gesamtes (!) Bewegungsmuster umstellen als er das ganz ohne Schuhe tut!

Wir gehen also mit Barfußschuhen immer noch sehr ähnlich wie wir es immer in Schuhen getan haben, obwohl die Belastung auf Füße, Knie, Rücken etc. tatsächlich eine andere ist. Und wir tun dies aus einem guten Willen heraus (weil barfuß ja sooo gesund ist) oftmals recht radikal. 😉

Die Folge ist, dass tatsächlich durch totalen Wechsel auf Barfußschuhe OHNE wirklich das barfußgehen zu beherrschen, eher Probleme auftreten als dass es tatsächlich dem natürlichen Gehen zuträglich wäre.

Deshalb kann ich nur immer wieder dazu raten, sich bezüglich des Ballengangs auf das reale barfüßige Gehgefühl einzustellen, zu üben, sich zu konditionieren. Dann abzugleichen auf das ganz andere Gefühl in Schuhen (egal welchen) und dann allmähllich zu spüren (aufgrund des EIGENEN GEFÜHLS (!) und nicht weil es jetzt hipp ist 🙂 ) welche Art von Schuhen denn gerade angenehm ist.

Es ist wie bei allem: es macht nicht das Higtech- Fahrrad den guten Radsportler aus, auch nicht der aquadynamische Badehosenstoff den guten Schwimmer und nicht der Barfußschuh den ökonomisch-natürlichen Gänger aus, sondern der Mensch in seiner ihm höchst eigenen Form und Funktion! 🙂

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, möchte ich Ihnen gerne noch ein kurzes Video vorstellen, in dem ich einen der großen Fehler aufzeige, der mit Sicherheit so gut wie jedem Barfußgänger passiert, wenn er mal eben die Schuhe weglässt oder jahrelang vielleicht einer ungünstigen Geh-wohnheit anheim gefallen ist.

Viel Spaß beim Video und viel Erfolg beim Entdecken und Forschen!

Ihr Stefan Heisel

Richtig Ballengang Lernen!


Sehr geehrter Leser,

Das Wetter wird allmählich einladender zu Spaziergängen der mehr barfüßigen Art in der Natur. Zeit, sich (wieder) mehr der richtigen Gangtechnik und Körperarbeit zu widmen.

Deshalb gibt es auf Anfragen vieler begeisteter Ballengangfreunde auch in 2016 wieder das erste exklusive Seminar:

Am Wochenende von 19. – 20 März 2016 findet in Bad Steben / Franken ein exklusives Ballengangseminar statt.

Zwei Tage intensiver Unterricht und individuelles Arbeiten am eigenen Gangbild mit Bodymotic-Founder Stefan Heisel aus Mannheim.

Sichern Sie sich jetzt noch Ihren Platz, pünktlich zum Saisonstart 2016!

-> http://badsteben.ballengang.de <-

Plakat-BadSteben

Bewährt: Ballengang lernen bei Hannover


Haus
Haus „La Vie“ im WiGro-Gewerbepark Seelze

Liebe Leser, nach längerer persönlich bedingter Schreibpause darf ich Ihnen heute mit Freude einen Bericht über das jüngste Ballengang-Wochenende präsentieren.
Am letzten Juni- Wochenende ’15 trafen wir uns mittlerweile zum zweiten Mal in Seelze /Hannover und verbrachten im Seminarhaus „LaVie“ interessante, lehrreiche und gesellige Stunden.
Wir, das sind begeisterte Ballengänger(innen) aus dem norddeutschen Raum und den Mannheimer Seminarleiter Stefan Heisel.
Doch womit kann man sich eigentlich ein ganzes Wochenende lang zum Thema „natürliches Gehen“ beschäftigen?

Die Übungen:

Anschauliche Präsentationen
Anschauliche Präsentationen

Samstag morgen, nachdem alle Teilnehmer angekommen sind, startete Stefan Heisel per Flipchart mit der Klärung, worin krankmachende Faktoren im Leben zu finden sind und welche davon durch andere bessere Bewegungsweisen positiv beeinflussbar sind.

In der anschließenden Vorstellungsrunde eröffneten sich in der Runde zahlreich hochinteressante persönliche Begebenheiten und gemachte Erfahrungen, so dass sich ein bereichernder Dialog und Austausch schon zu Beginn einstellte.

Kurze Mitschrift zwischen den Übungen
Kurze Mitschrift zwischen den Übungen

Ans Eingemachte ging es dann bei den von Stefan Heisel entwickelten fünf Grundprinzipien des Ballengangs, die bisher nur auf Seminaren live unterrichtet werden.
Was im gesamten Verlauf entscheidend war, ist die Tatsache, dass sich bei jeder Einzelbewegung immer auch der gesamte Körper mitbewegt/ mitschwingt und so dafür sorgen kann, dass uns Bewegungen leichter oder schwerer fallen und sogar zu einer Belastung bis Schädigung führen können.
Durch simple Übungen wurden den Teilnehmern diese Zusammenhänge immer klarer.

Ballengang_Seminar_Seelze1
Hohe Konzentration auf den Körper

Die Praxis:

Der Sonntag war dann Praxistag. Etwa 200 Meter vom LaVie entfernt, beginnt ein größeres Stück freie Natur mit sehr schönen Waldwegen. Diese nutzten wir für einen zweieinhalbstündigen Freigang in barfuß und komplettierten die zuvor gemachten Gehprinzipien mit speziellen Körperübungen und kleinen Spielen. Dabei hatten wir so viel Spaß, dass eine einheimische Wanderin mit Hund uns erklärte, man solle sich im Wald gefälligste leise verhalten …. Herrliches Feedback! 🙂

Anwendung im Wald
Anwendung im Wald

Anschließend wollte Stefan Heisel noch mal alle Erfahrungen revue passieren lassen, wurde aber von den praxisbezogenen Fragen der begeisterten Teilnehmer so überschüttet, dass das Seminar letztlich eine ganze Stunde länger ging als geplant. Aber es hat sich gelohnt. Es war ein rundum erfüllendes Wochenende.

Individuelle Ganganalysen
Individuelle Ganganalysen

Die Ganganalyse:

Auch dieses Mal haben sich Teilnehmer dazu entschlossen, sich von vor und nach dem Seminar eine Videoanalyse ihres Gangbildes sowie ihrer Körperstruktur anfertigen zu lassen. Diese sind zur Zeit (8.7.15) noch in Arbeit. Die fertigen Videos liefern dann dauerhaftes konkretes Anschauungsmaterial über sich selbst mit genauen Analysen in bewegtem Bild, Standbild, Zeitlupe, Zeichnung und Ton, das immer wieder genutzt werden kann.

Bodymotic-Faszienbehandlung
Bodymotic-Form: Die Faszienbehandlungen

Die Faszienbehandlungen:

Am Samstag nachmittag bis Abend konnte Stefan Heisel eine Kostprobe von den Möglichkeiten einer manuellen Faszienmanilulation bieten. Leider nur für eine limitierte Zahl an Teilnehmern, die sich vorangemeldet hatten. Diese Möglichkeit wurde gerne genutzt und führte zu guten Ergebnisse, die eventuell den einen oder anderen Kollegen vor Ort als Fortsetzung aktiv werden lässt.

 Das LaVie

Seminarraum_LaVie-Seelze

Zum zweiten Mal bewährte sich das Seminarhaus LaVie als ein Ort des Wohlfühlens und Entspannens rund um den Seminarablauf. Das Haus liegt im WiGro Gewerbepark in Seelze bei Hannover. Es ist von Grünflächen umgeben, besitzt eine große und um das halbe Haus verlaufende Holzterasse und bietet unerwartet viel Ruhe und Abgeschiedenheit.

-> Ideal für Seminare über mehrere Tage.

Das Erdgeschoss besteht aus einem für zehn Teilnehmer ausreichenden und hellen Seminarraum mit Holzkamin und mehreren großen Glastüren mit uneingeschränkter Sicht nach draußen. Daran ist eine moderne Wohnküche angegliedert sowie ein separater Behandlungsraum und ein Badezimmer. Im Obergeschoss gibt es drei große Gästezimmer und ebenfalls ein großer Baderaum mit großer Dusche und Badewanne.

Helle, hüsche Zimmer mit Balkon
Helle, hüsche Zimmer mit Balkon

An diesem Wochenende haben wir uns teilweise selbst versorgt und so entstand ein geselliges, wohnliches Miteinander.

Ich bedanke mich herzlich bei den Gastgebern Stefan Grote und Isabelle Breitenbach für die Bereitstellung dieses außergewöhnlichen Anwesens.

Und ganz besonders bedanke ich mich bei der Begeisterung und der menschlichen Präsenz meiner Teilnehmer, mit denen es mir viel Spaß machte zu arbeiten.

Herzliche Grüße, Ihr Stefan Heisel

Bodymotic-Coach Stefan Heisel
Bodymotic-Coach Stefan Heisel

Teilnehmerfeedback:

Lesen Sie nun Stellungnahmen von Menschen, die an diesem Wochenende teilgenommenhaben:

Ilka in Ballengangaktion
Ilka in Ballengangaktion

„Lieber Stefan,

ich fand das Ballengangseminar sehr bereichernd!

Ich übe schon eine Weile Barfußgehen und weiß jetzt sicherer auf was ich achten darf und was für mich beim Gehen wichtig ist.

Ganz besonders schön finde ich deinen ganzheitlichen Ansatz, nicht nur die Füße und den Gang, sondern den Menschen in seiner körperlichen und auch mentalen Haltung als Ganzes zu betrachten und diese wichtigen Aspekte miteinzubeziehen. Das konnte ich mit den Körperübungen super umsetzen.

Nicht zuletzt empfand ich dich als einen sehr angenehmen, kompetenten und herzlichen Seminarleiter.

Mir hat es wirklich supergut gefallen, ich hätte noch locker weitere Seminartage dranhängen können.

Vielen Dank an dich!“

 Ilka Hempel

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Ballengang_Baumstamm1
Heike bei der Baumstamm-Challenge

„Das war es also endlich, das lang ersehnte Ballengang-Wochenende.

Seit vergangenem Dezember bin ich mehr oder weniger Vorfuß-orientiert unterwegs und obwohl ich eifrig den E-Mail-Kurs durchgearbeitet und auch sonst im Netz geforscht hatte, blieben doch etliche Fragen und Unsicherheiten bestehen.

Stefan hat uns geduldig und überaus kompetent Feinheiten wie den langen Bauch, Knierotation und die richtige Dynamik nahegebracht. Die Beschäftigung mit Themen wie Balance, Aufrichtung, Fokus ist schon an und für sich wohltuend und heilsam, um so mehr, wenn sie von einem so authentischen Lehrer vermittelt werden.

Schon alleine seinen Bewegungen zuzuschauen war eine reine Freude.

Ein besonderes Highlight war natürlich auch die Barfußwanderung durch den Wald. Nachdem mich die Vorstellung zunächst eher beunruhigt hatte, erwies sie sich tatsächlich zwar fast als Reizüberflutung, aber gut zu bewältigen. Eindringlicher kann man wohl nicht erfahren, auf wie viele Sinneswahrnehmungen man in Schuhen verzichtet.

Nach zwei gleichermaßen entspannten wie anregenden Tagen bin ich sicher: Ich werde weitermachen,  auch wenn es (konstitutionsbedingt) manchmal noch heftig ziept und hakt.“

Heike Wehn

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Alex kurz vorm Sprung
Alex kurz vorm Sprung

„Ein absolut rundes Ballenwochenende!

Die Erarbeitung der einzelnen Aspekte des Ballengangs waren absolut aufschlussreich und haben mir ein
tieferes Verständnis für die Bewegungsabläufe des Körpers gegeben. Und das sehr intuitiv und mühelos, da es um das ent-decken und erspüren eines ursprünglichen Bewegungsmusters ging. Damit bleiben alle Bausteine
auch nachhaltig präsent für das weitere, individuelle Entdecken das Ballengangs.

Hinzu kamen auch noch viele Querverweise in die Zusammenhänge mit der Kampfkunst, das war ebenfalls wundervoll!

Daher ein großes Dankeschön an Stefan für dieses absolut weiter emfpehlenswertes Wochenendseminar!“

 Alexander Kläser (http://klaeser.me)

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Kerstin tastet sich vor
Kerstin tastet sich vor

„Hallo Stefan,

ich möchte mich noch einmal für das schöne Seminar in Seelze bei Dir bedanken! Ich habe dort nicht nur nette Menschen kennengelernt und „technische Details“ zur Verbesserung meiner Körperhaltung erfahren, sondern bin auch in meiner persönlichen Entwicklung ein Stückchen weiter gekommen.

Du hast mit Deiner freundlichen und toleranten Art vermittelt, dass Bewegung von Körper und Geist für die Beweglichkeit von beiden unabdingbar ist und dass sich die Bewegung des einen auch positiv auf den anderen auswirkt.

Für die Freude an der Bewegung ist der richtige (natürliche) Bewegungsablauf wichtig und hierfür habe ich als wichtigste Punkte das „Doppel-Z“ und den „langen Bauch“ mitgenommen. Darüber gelesen hatte ich natürlich vorher schon, aber ich konnte vor dem Seminar nicht wirklich etwas damit anfangen. Jetzt wo ich verstanden habe, worum es geht, hilft mir das sehr viel weiter. Nicht nur beim Gehen, auch beim Sitzen und Reiten, mein Pferd dankt es Dir ;-).

Die Übung im Wald (das lange Stillstehen) fand ich in diesem Moment sehr anstrengend, hat mir aber im Nachhinein zusammen mit Deiner Erklärung einmal mehr aufgezeigt, dass wir selber die Verantwortung für uns und unser Wohlbefinden tragen und dafür auch ein wenig tun müssen.

Sehr hilfreich und angenehm fand ich die Faszienbehandlung und ich kann sie nur jedem empfehlen. Und nicht zuletzt haben auch das schöne Seminarhaus und die anderen Teilnehmer zu einer freundlichen Atmosphäre beigetragen.

Vielen Dank und ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg bei Deinen Seminaren!“

Kerstin T.

Zeige mir, wie du gehst und ich sage dir, wer du bist


Oder

Wie unsere Körperstruktur und Bewegung unser Inneres ausdrückt

Liebe Leser, wir alle haben eine intuitives, angeborenes, bzw. sehr früh erlerntes natürliches Fähigkeit, die uns auf einen Blick die Stimmungs- und Gefühlslage unserer Mitmenschen erkennen lässt. Es fällt uns leicht, Zustände wie Freude, Angst, Niedergeschlagenheit, Selbstsicherheit anhand der Körperhaltung, Gestik und Mimik klar zu unterscheiden. Diese Körpersignale laufen aber nicht nur grob ab, sondern bestimmen bis in feinste Nuancen in überragendem Maß unsere Kommunikation und unsere Einschätzung bzw. sogar Bewertung untereinander.

Menschen, die sich mit darstellender Kunst, Schauspielerei oder auch mit Malerei, Fotografie und Bildhauerei beschäftigen, erlangen automatisch ein überdurchschnittliches Wissen über Körpersprache. In diesen Berufen geht es in außerordentlicher Weise um den Ausdruck aller denkbaren menschlichen Befindlichkeiten in Zusammenhang mit dem körperlichen Ausdruck.

Der weltbekannte Pantomine und Experte für Körpersprache Samy Molcho hat durch seine berühmten Werke [->Körpersprache], die in keiner Hausbibliothek fehlen sollten, viel zum Verstehen unserer Gestik und Mimik beigetragen.

Doch es geht noch weiter: Beginnend mit der Wissenschaft der Psychologie und den damit auch teilweise einhergehenden westlichen Körpertherapien, erlangte man immer weitreichendere Erkenntnisse um den Zusammenhang zwischen Körper, Fühlen und Denken. Daraus folgernd geht es bei weitem nicht mehr „nur“ darum, die momentane Körpersprache zu deuten (oder bewusst darzustellen) sondern auch darum, bestehende Probleme körperlicher wie psychischer Art nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern deren Einfluss aufeinander zu erkennen.
Eine solche Erkenntnis besteht beispielsweise darin, dass bestimmte Lebensereignisse positiver wie negativer Art, die in der konkreten Situation eine körperliche (Schutz)Reaktion veranlassten, im späteren Leben – also wenn dieses Ereignis überhaupt keine Relevanz mehr hat – immer noch unbewusst aufrecht erhalten wird und letztlich als „normale Körperhaltung“ fest abgespeichert wird.
Ein klassisches Beispiel soll das verdeutlichen:
– Ein von Geburt an neugieriges Kind möchte möglichst viel in seiner Umwelt erkunden und greift daher natürlicherweise nach jedem Gegenstand in seiner Umgebung, um ihn zu berühren, je nach Alter noch zum Mund zu führen, mit ihm zu spielen, sein Gewicht zu spüren, ihn fallen zu lassen etc. Das Umfeld des Kindes findet dieses Verhalten unangemessen (es versteht die Wichtigkeit dieser Entwicklungsphase nicht) und maßregelt das Kind konsequent mit Entzug von Gegenständen und einem Klaps auf die Finger, wenn ein „unerwünschter“ Gegenstand genommen wird.

Diese regelmäßige Erfahrung (es kann auch eine besonders heftige einmalige Erfahrung sein) „Schmerz und Tadel beim Greifen von Sachen“ wird in der Situation als körperliche Reaktion ausgelebt: Die Hände werden zurückgezogen , die nächsten Erkundungen erfolgen zurückhaltender, vorsichtiger, insbesondere dann, wenn andere Menschen in der Nähe sind, die Schmerz und/oder Tadel verursachen könnten. Ein solches Kind kann als körperliche und psychische Manifestation dazu neigen, generell zögerlich bei allem zu sein, was Erkunden, Zupacken und Zugehen auf andere Menschen sein. Das äußert sich dann, dass der Händedruck passiv und schwach ausgeführt wird, bzw. sogar möglichst vermieden wird. Die Arme hängen bei einem solchen Menschen schwach/lasch und sehr körpernah am Rumpf herunter, sie kleben regelrecht an ihm. Die Schultern bilden sich relativ schwach aus, bzw. neigen verstärkt zum Vorwölben, was wiederum die freie Atmung behindert und quasi schon einen Rundrücken vorprogrammiert.

Gleichzeitig mit den sichtbaren körperlichen Besonderheiten finden wir auch im Inneren starke Parallelen: Neue Aufgaben werden mit übergroßer Vorsicht angegangen. Offensives Vorgehen, Selbstverwirklichung sind stark gedämpft. Dagegen ist als Kompensation dafür eine übergroße Anpassung und Weisungsgebundenheit vorhanden.
Was also im Inneren an Vorsicht und Zurückhaltung aus einer bestimmten prägenden Erfahrung heraus entstanden ist (weil das Anpassen alters-, und umständebedingt weniger Leid erzeugte als das Rebellieren) zeigt sich im Körper durch eine entsprechende Struktur (schwach ausgeprägte schlaffe Arme, Schultern, inklusive Rundrücken).

Und die KörperSTRUKTUR ist im Gegensatz zur momentanen HALTUNG oder GESTE eine FESTE Größe, die sich nicht unmittelbar und kurzfristig willentlich verändern lässt!
Anhand dieses Beispiels lässt sich erahnen, welch ein Universum von Zusammenhängen zwischen Körperstruktur, Bewegung und Gefühlen, Gedanken, Selbstbeschränkungen oder auch Freiheiten zu entdecken sind.
Wer sich mit diesen relativ neuen und aktuell auch in der Faszienforschung behandelten Zusammenhängen näher beschäftigen möchte, der kann sich beispielweise mit der Bioenergetik näher befassen. Oder auch zum Einstieg dieses faszinierende schon was ältere Büchlein „Botschaften des Körpers“ zu Gemüte führen

Kommen wir wieder zu Gehen zurück! Bei diesem zutiefst persönlichen Bewegungsmuster treten nahezu alle existierenden Körpererfahrungen, Befindlichkeiten, Beschränkungen und auch Freiheiten in Erscheinung. Genau deshalb ist es ja meistens auch nicht so einfach, bei Erkennen von Änderungsbedarf sein gehen „mal eben“ umzustellen. Vielmehr bedarf es mehrerer Bausteine oder auch „Bewegungsschlüssel“, um die eigene Gewohnheit gewissermaßen zu überlisten und damit umzuprogrammieren. Aber nicht nur das „anders Bewegen“ kann in diese festen Gewohnheiten eingreifen, sondern auch zweit weitere wichtige Ansatzstellen:

1. Die innere Faszienstruktur bestimmt, welche Bewegung und Haltung überhaupt physisch möglich ist, zumindest mühelos möglich ist. Die Faszien besitzen unter Anderem ein Gedächtnis für das subjektiv „Normale“. Die detaillierte Art und Weise, wie wir sitzen, stehen, gehen, heben, hantieren ist in Faszien und Zentralnervensystem abgespeichert und funktioniert völlig unbewusst. (Um das Bewusstsein für die generelle Planung unserer Handlungen nutzen zu können und Überforderungen zu vermeiden: Solche eine Überforderung tritt dann ein, wenn etwas völlig Neues getan wird und das wäre für den Alltag fatal) Wenn also Beispielsweise „Fersengang“ im gesamten Faszien- und Nervennetzwerk als „normal“ anerkannt ist, bewirkt eine direkte manuelle Faszienmanipulation auch eine erhöhte Toleranz für Neues und Leichteres. Daher ist Arbeit an den Faszien immer auch eine essentielle Vorbereitung auf andere/neue Alltagsbewegungen.(Alltagsbewegungen werden hier bewusst von Bewegungen aus Sport, Beruf, Hobby differenziert, weil diese immer unbewusst und äußerst persönlich und intuitiv gesteuert sind, daher auch entsprechend anders zu verändern sind als kulturelle Techniken aller Art)
2. Mentale Arbeit: Es nützt nichts, wenn man sich seine Alltagsbewegung und -haltung „hart erarbeitet“, wie man das beispielsweise vom Sport kennt. Denn unser Körper möchte es im ALLTAG bzw. PRIVAT stets angenehm und bequem, oder auch einfach „schön“ haben. Üben wir nun also Ballengang als strenges Übungsprogramm, zu dem wir uns zwingen müssen, dann haben wir den Sinn von ALLTAGSbewegungen noch nicht begriffen. Um nämlich unbewusst das zu tun, was wir automatisch als „richtig“ und „gut“ wahrnehmen, sollte die Situation, in der wir üben, auch genau diesen positiven Hintergrund haben. Es gilt also, sich beim bewussten „Üben“ des Ballengangs in einen positiven Zustand zu versetzen, sich über seine Bewegung zu freuen und die Veränderungen richtig zu genießen! Das kann auf verschiedene Weise geschehen:

– in einer Gruppe Gleichgesinnter üben, wandern, ..

– sich das Privileg, barfuß zu sein herausnehmen und stolz darauf sein

– sich innerlich frei fühlen, ungeachtet dessen, was Leute denken

– sich etwas Besonderes leisten in Zusammenhang mit Ballengang (ein Buch, neue Schuhe, eine Reise, ein Seminar, …) = Belohnung!

– (innerlich) singen, pfeifen, tanzende Schritte einbauen

Dauergrinsen beim bewussten Üben …

Wie Sie es auch anstellen – Sie weden mit dem anderen Bewegen auch andere Gefühle erleben und auch anders Denken. Vielmehr denken Sie ja bereits jetzt schon anders, sonst würden Sie gar nicht bir hierher gelesen haben. 😉

Ich wünsche viel Freude und Spaß am persönlichen Wachstum bei allem, was Sie tun!

PS: Richtige persönliche Selbsterfahrung beim Gehen gibt es -> hier <-

Weitere Infos zu Gehen und Fühlen gibt es in einem Artikel der Welt online von Oktober 14

Herzliche Grüße,

Bodymotic-Coach Stefan Heisel
Bodymotic-Coach Stefan Heisel

Ballengang durch barfuß Gehen?!


Wie funktioniert denn nun natürliches Gehen?

Ballengang_barfuß_Heisel Sehr geehrte Leser,

Diese kontroverse Frage stellt sich in letzter Zeit immer häufiger, weil die Zahl derer, die sich der offiziellen Lehrmeinung (Fersengang) in der Praxis widersetzen, immer größer wird.
Wie wir wissen, definiert sich die offizielle und weltweit geltende orthopädische Gehschule u.a. dadurch, dass in der Landephase die Ferse aufgesetzt und danach über der äußeren Rand des Fußes nach vorne „abgerollt“ wird.

Alle Ärzte, alle Physiotherapeuten, alle Sportlehrer dieser Erde lernen diesen Gang in ihren Schulen und Universitäten, in Seminaren und Fortbildungen. Und geben dieses übernommene Wissen genau so an Schüler, Patienten und Klienten weiter.

Doch woher kommt eigentlich diese Sicherheit, diese Selbstverständlichkeit, dass dem auch so ist? Dass wir als Menschen von Grund auf solch ein Bewegungsmuster biomechanisch entwickeln? Es geht sogar so weit, dass der aufrechte Gang an sich als evolutionäre Fehlentwicklung (s. „Bilder der Wissenschaft“, Ausg. 3/2015, S. 24 ff) erklärt wird, die nach 40 Jahren Lebenszeit einfach nicht mehr taugt und folglich nur noch Probleme bereiten muss.
Mit anderen Worten: Rücken, Knie, Fuß, Hüfte seien in den mitteren Lebensjahren „bauartbedingt“ zu Schäden verdammt. (?)

Was dabei aber vergessen wird, ist dass die heutige Lebensweise, der Lifestyle, die Mode, die Gewohnheiten, der berufliche Alltag unserem in Jahrmillionen geformten Körper ebenso wenig entspricht wie der als „Sport“ oder „Fitness“ bezeichnete versuchte Ausgleich.

Denn wir sind ohne Zweifel immer noch ein höchst effizient und ökonomisch arbeitender Bewegungskörper,
… wenn man ihn denn einfach nur „normal“ also artgerecht (be)nutzen würde!

Kein Mensch käme auf die Idee, ein Pferd auf ein Laufband zu stellen, ausgestattet mit federnden Schuhen mit Hufbett, niemand würde einem Elefanten Absätze verpassen, einen Welpen mehrere Stunden am Tag in der Hundeschule stillsitzen lassen oder seine Katze in eine Maschine setzen, die per Gewicht und Seilzug ihre Vorderbeinmuskeln trainiert…
All das und noch viel mehr tun wir aber der Bewegungsspezies „homo sapiens“ an und zwar per Verordnung, als Schulpflichtprogramm und halten das für Fortschritt…
Wen wundert es da, dass wir im Grunde genommen völlig verlernt haben, was und wer wir eigentlich körperlich sind?
Wir benötigen Trainingspläne, die uns anordnen, welche Übungen wann und wie oft zu absolvieren sind, um einen „starken Rücken“ zu bekommen, oder wir benötigen „Vorturner“, die uns in Studios auf möglichst unterhaltsame Weise dazu motivieren, im Takt zur Musik beliebige Moves irgendwie nach zu machen, auf dass der Puls immer die richtige Schlagzahl für die gewünschte Art der (Fett)Verbrennung aufweist. Fett, dass wir im Wesentlich auch deshalb haben, weil wir per Auto zum Studio und wieder zurückfahren 🙂

Zurück zum Gehen:
Betrachtet man die heutige Lehrmeinung, dann hat sich – wie immer das Geschehen konnte- diejenige Bewegung als „anatomisch korrekt“ durchgesetzt, die gar nicht mehr dem ursprünglichen Muster entspricht, sondern die sich seit der industriellen – und damit flächen- und massenübergreifenden (Schuh)industrie- als „normal“ verwandelt hat.
Ein stets barfuß gehender Mensch (der damit vom Fuß beginnend seinen Körper natürlich nutzt) wird niemals in das „orthopädische“ Gangmuster verfallen, das uns als medizinisches Nonplusultra empfohlen – ja verkauft- wird.

Nicht nur, dass genau dieses Gangmuster mit größter Wahrscheinlichkeit mitverantwortlich für quasi jegliche bisher „unbestimmbaren“ Rückenbeschwerden ist ( Verschiedene Quellen sprechen von 80-90% aller Beschwerden seien nicht bestimmbar)
Nein, es entspricht genau jenem Gehen, zu dem uns lediglich unser übliches Schuhwerk zwingt (Fersenbetontheit, Absatz, Fußbett, enger Zehenbereich, harte Sohle, ggf Schaft) das uns aber als natürlicher BARFUSSGANG beigebracht wird!

Wer jedoch offen durch die Welt geht, seinem Körper mehr vertraut, genau beobachtet und daraus lernt, der muss erkennen, dass diese „orthopädische“ Ganglehre, die in alle Bereiche hineireicht, von der Realität widerlegt ist.

Als eins von vielen Beispielen weise ich auf eine Reportage des SWR hin („Wie gesund ist barfuß laufen?“) , die zwar bereits ein halbes Jahr zurückliegt, aber glücklicherweise noch verfügbar ist. Es geht darin um eine junge Barfußgängerin, die nach einiger Praxis in das Ballengangmuster gewechselt hat und diesen nun ganz selbstverständlich praktiziert. Als Vergleich geht der Reportagepartner in dem zu fast 100% praktizierten schuhgewohnten Fersengang.

Sie, lieber Leser, sind jetzt dazu eingeladen, sich die Praxis der beiden Geher als authetisches Filmmaterial genauer anzuschauen und sich, unbedacht der im Film dargestellten Erklärungen ihren ganz eigenen Reim darauf zu machen. 😉 Vorab sei von mir bemerkt, dass es interessant ist, den Gang der jungen Frau zu loben, gleichzeitig aber keinerlei Worte für das Aneignen eben genau dieses (Ballen)Ganges zu finden und Erwachsenen sogar noch weitgehend von all zuviel barfuß gehen wegen vorhandener „Fußschwäche“ abzuraten ….

–> Hier zum Film

ballengang_Schuhträger_Filmab

Herzliche Grüße,

Bodymotic-Coach Stefan Heisel
Bodymotic-Coach Stefan Heisel

 

Das Frankenland lernt Ballengang!


Ballengang_BadSteben_Freiraum
Winterlich weißes Bad Steben

Sehr geehrte Leser, nachdem ich die Fotos erhalten habe, folgt nun der Bericht über das vergangene Ballengang- und Faszienwochenende im schönen Luftkurort Bad Steben im Frankenland.

Ganz besonders hat mich dabei gefreut, dass der Veranstaltungsort, die Biopension „Freiraum“ von einem begeisterten Ballengänger vorgeschlagen wurde, der dann auch maßgeblich bei der Vorbereitung und Vermittlung mitgeholfen hat.

 

Doch von Anfang an:

Ankunft Bad Steben
Ankunft Bad Steben

Die Anreise aus Mannheim gestaltete sich trotz obligatorischer Bahnverspätung reibungslos und es gab sogar ein kleines „Empfangskomitee“ am Zielbahnhof.

Nach entspannter Übernachtung starteten wir am Samstag dann erst mal mit einem veganen Frühstück, das, wie alle übrigen veganen Mahlzeiten des Wochendes vom „Freiraum“ gerichtet wurde.

In der Vorstellungsrunde zu Beginn stellten sich dann ganz mannigfaltige Geschichten um das „Warum Ballengang auf diesem Seminar lernen“ dar. So gab es sehr belesene Gäste, die in der Thematik „Faszien“ und „Ballengang“ absolut up to date sind und jetzt die Praxis kennen lernen möchten. Oder ein Fall, bei dem ein Gast über längerfristiges Ballengehen gute Erfolge bei fortgeschrittenem Hallux Valgus erzielte. Wieder andere wollte gerne das im Newsletterkurs Gelesene einfach mal „live“ eleben. Schließlich folgten sogar absolute Ballengang-Laien aus Neugier einer persönlichen Empfehlung, um das neue Bewegungsmuster richtig kennen zu lernen.

Balance und Struktur
Balance und Struktur

Dieser Runde folgte ein Vortrag über die Bedeutung des Ballenganges in Bezug auf Gesundheit, Entwicklung und Bewegung im Alltag.
In dem atmosphärisch sehr ansprechenden großen Übungsraum arbeiteten wir dann für den Rest des Tages intensiv an den fünf Prinzipien des natürlichen Gehens. Die Teilnehmer waren dazu angehalten, möglichst viel selbst zu probieren, zu verstehen und zu prüfen, bis letztlich alle Fragen und Probleme hinreichend geklärt waren.

Was mir bei den Übungen immer wieder auffällt, sind die Schwierigkeiten bei den Rotationen und

Intensive Rotationsarbeit
Intensive Rotationsarbeit

Gegenrotationen im Körper. Sobald es gilt, diese bewusst nachzuempfinden oder gezielt herbeizuführen, sperrt sich der Körper meistens dagegen. Hier kann ich Ihnen als Leser empfehlen, so oft es geht zu balancieren, auf einem imaginären Seil, auch und vor allem rückwärts. Die mit der freien Rotation verbundene Körperbalance ist einer der wichtigsten Schlüssel zum wirklich souveränen und geschmeidig leichten Ganges.

Der richtige Bewegungsrhythmus
Der richtige Bewegungsrhythmus

Am Nachmittag und Abend durften einige Teilnehmer ihre vorgebuchten Faszienbehandlungen genießen, die jeweils etwa 70 Minuten in Anspruch nahmen. Auch wenn der Zeitrahmen recht begrenzt ist, wird diese Gelegenheit immer wieder gerne genutzt, um eine Richtung zu spüren, wohin sich Beweglichkeit und Körperstruktur noch persönlich entwickeln können.

Mit den Faszien ging es dann am Sonntag weiter. Nach einer Einführung in die natürlichen Fußfunktionen und damit einhergehend mit den Eigenschaften von „gutem“ und „schlechtem“ Schuhwerk erlernten alle Ballengänger einen anschaulichen Lehrgang über 10 Faszientechniken für den Fuß zum Selbstanwenden. Dazu gab es auch Anleitungsmaterial und persönliche Einweisung in jede einzelne Technik.

Dynamik und Kraft
Dynamik und Kraft

So konnte am Schluss jeder in den Genuss seiner eigenen Behandlung kommen und hat natürlich die Möglichkeit, diese Kenntnisse immer wieder anzuwenden. Besonders dann, wenn die Füße müde oder überanstrengt sind.

Als besonderen Service konnte auch in Bad Steben eine Video-Ganganalyse in Anspruch genommen werden. Durch eine solche Analyse wird das Seminar ungleich wertvoller, weil hier sehr detailliert das eigene Bewegungsmuster analysiert, erklärt und bildhaft dargestellt wird. Auf diese Weise kann man auch noch Wochen und Monate nach einem Seminar ganz gezielt an der eigenen Bewegung arbeiten, ohne dass ständig ein Coach dabei sein muss, der korrigiert.

Die ZZ- Linie ganz anschaulich
Die ZZ- Linie ganz anschaulich

Auch von den spontanen Rückmeldungen konnte ich als Leiter des Seminars sehr profitieren. So waren die Teilnehmer (gerade die Laien) doch recht erstaunt darüber, wie komplex und facettenreich das „ganz normale“ Gehen bei einem größeren erworbenen Bewegungsverständnis sein kann. Bei dem Mischungsverhältnis zwischen Theorie und Praxis schieden manchmal sich die Geister, da ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Erfahrungen mitgebracht wurde. Einer benötigt mehr Erklärung, auch für das, was er glaubt schon zu kennen. Ein anderer muss eher drauflos probieren nach festen Anweisungen. Für mich wahnsinnig interessant für künftige Unterrichtsplanungen. 😉
Der Konsens war allerdings, dass das Wochenende irgendwie zu kurz gewesen sei. Und das hört sich doch schon mal sehr kurzweilig an. 🙂

Die Video-Ganganalyse
Die Video-Ganganalyse

Auf alle Fälle war Bad Steben ein erfülltes Wochenende von meiner Seite aus. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei den Gästen für ihr dabei gewesen sein und für die mitgebrachte Begeisterung und Neugier. Das motiviert natürlich zu weiterem Engagement zum Thema Ballengang.

Danke auch an Sie als Leser, der bis hierhin gefolgt ist.

 

Herzliche Grüße,

Ihr Stefan Heisel

Und hier Teilnehmerstimmen:

Gleich vorweg: Ich freue mich sehr an diesem Kurs teilgenommen zu haben und kann derlei nur weiterempfehlen 🙂

Stefan versteht es anschaulich, Theorie und Praxis zu verbinden, manch lustige und überraschende Einlagen inbegriffen. Es ist spürbar, wie wichtig ihm ist, für jeden einzelnen sich auch Zeit zu nehmen (soweit möglich) und gleichzeitig bewußt zu machen, daß jeder sein „ganz Eigenes zu finden und zu integrieren hat“ ; er also wirklich „nur als Lehrer oder Begleiter“ fungiert. Dabei wird schnell deutlich, daß dieser Kursus nicht für Menschen geeignet ist, die sich einen Guru wünschen oder gerne eine nach Methode X zertifizierte Ausbildung anstreben. Doch diejenigen, die Freude an neuer (alter) Bewegung, Wiederentdeckung schlafender Fähigkeiten, tiefen Austausch und Alltagstauglichkeit des Gelernten wünschen, kommen auf Ihre Kosten.

Gefallen hat mir die Kombination aus Ballengang bzw. effiziente Bewegung allgemein an einem Tag und der Faszienarbeit am anderen.

Angesichts des vielen Interessanten war für mich lediglich die Kürze des ganzen Seminars schade.

Doch unabhängig vom reinen Kursgeschehen empfing mich eine angenehme Gruppe unterschiedlicher Menschen, an einem Ort, der dazu einlädt sich einzulassen 🙂

Stephan Wolfgang Michel,

Brumberg im Frankenwald

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          Es war absolut toll im Seminar und in der Gruppe. Als einer nach dem anderen im Freiraum-Café eintrafen, und sich „beschnupperten“, war bereits durch die schöne Atmosphäre dort eine gemeinsame Basis einschließlich das uns bevorstehende Ballengang-Thema und leckerem Essen.

Grundsätzlich habe ich mich dazu entschieden soweit zu fahren, weil mir das endlich die Gelegenheit bot, die Unsicherheiten die trotz deinen Internet-Übungen für mich geblieben waren, anhand direkter Unterweisung und Übungen zu korrigieren und besser zu verstehen. Im Nachhinein fallen mir meine eigenen „Schlampereien“ besser auf, und kann sie viel gezielter und bewusster überschreiben. Nun wird aus „Gestakse“  langsam ein angenehmes homogenes Gehen. Die Füße kräftigen sich von Tag zu Tag, um überhaupt aus dem übermächtigen Fersengang in den leisen, lockeren Ballengang zu kommen. Die Umgewöhnung ist zwar mit meinen ledierten Füßen immer wieder mit Schmerzen verbunden, die aber erträglicher sind, als diese vorher trotz Einlagen, Rolfing und was nicht noch alles Probierte. Meine Zehen schmerzen nicht mehr, auch wenn sich der linke Hallux gerade meldet. Jedoch mit sichtbarer Verbesserung, ähnlich wie ein Rückbau der Fehlstellung. So ist auch der gefühlte Knochen-Hügel am linken Fußballen vollkommen verschwunden, der täglich meine zu ertragende Hölle war. Es ist noch viel zu tun und zu experimentieren…UND ich habe seit dem die Einlagen aus den Schuhe genommen, weil ich diese nicht mehr aushalte. Vorher konnte ich keine halbe Minute ohne Einlagen oder Schuhe gehen. Jetzt gehe ich in dicken Socken super gut. Jeder nicht ideale Schuh für mich, ist nicht mehr tragbar. Gut, dass mir meine Five Fingers und die Bär-Schuhe gute Dienste leisten. Ohne deine gezeigte Analyse, wie ein idealer Schuh aussieht, hätte ich wohl noch mehr „Lehrgeld“ in den Sand gesetzt. Ich hatte mir beim Norma Hüttenschuhe gekauft, und nach einigen Tagen richtige Probleme damit zu gehen. Die Sohle fühlte sich so eigenartig an. Beherzt habe ich das Futter innerhalb des Schuhs aufgeritzt, und siehe da, je eine art Schaumstoff-Sohle zu Tage gebracht. Die hatte sich wie ein Fußbett an den Fuß angepasst, und den Fuß bei jedem Schritt gequält. Nun ist nur noch die glatte Gummisohle da, und ich kann beinahe wie Socken darin gehen. Socken passen sich schöner an den Fuß an, als diese Schuhe. Da muss ich mir noch welche besorgen. Die Schuhe weiten sich doch mit der Zeit, und schlappen dadurch etwas. Geht aber.

Danke für alles!!! Jetzt geht es wieder aufwärts, auch wenn ich noch durch diesen Umbau durch muss. Die spür- und sichtbaren Verbesserungen motivieren sehr stark. Die Hoffnung steigt.

Monika Michallick, Landshut

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Ballengang – die (R)Evolution des natürlichen Gehens


Sehr geehrte Leser, heute präsentiere ich einen interessanten Artikel zum Thema Ballengang:

Ein Interview mit Körperbewegungscoach Stefan Heisel im Berliner Lifestyle-Magazin sein.de

 

Ballengang vs. Fersengang

Unsere alltägliche Bewegungsweise spielt für die gesundheitliche Prävention, vor allem aber auch bei der Heilung von Krankheiten des Bewegungsapparates eine große Rolle. Spezielle Gehschulen empfehlen den sogenannten Vorfuß- bzw. Ballengang, meist in Kombination mit Barfußgehen.

Während unser modernes Schuhwerk uns geradezu dazu zwingt, die Ferse zuerst aufzusetzen und den Fuß nach vorne abzurollen – der orthopädisch gewöhnlich empfohlene Fersengang – kommen immer mehr Bewegungsforscher zu der Ansicht, dass dies nicht unsere natürliche Form des Gehens ist, sondern eine Folge falschen Schuhwerks. Die Folge: Durch die unnatürliche Bewegung entstehen Verformungen, Dysbalancen, Gelenkbelastungen, Verspannungen und falsche Bewegungsmuster.

Im Barfußgang, bei vielen indigenen Völkern und in fast allen traditionellen Kampfkünsten kann hingegen der Ballengang beobachtet werden. Der Mannheimer Körpertherapeut und Körperbewegungscoach Stefan Heisel hat sich auf das Thema spezialisiert und erläutert in unserem Interview, was es mit dem Ballengang auf sich hat. …..

Zum ganzen Artikel:

Quelle: https://www.sein.de/ballengang-die-revolution-des-natuerlichen-gehens/

 

 Viel Spaß beim Lesen, Ihr Stefan Heisel

Stefan_Heisel_Naturerlebnis_Ballengang

Richtig Gehen lernen (6c) Die perfekte Bodenarbeit beim Ballengang


Richtig Gehen Lernen (6c)
Richtig Gehen Lernen (6c)

Sehr geehrte Leser

Was macht der Fuß tatsächlich beim Ballengang während des Bodenkontaktes?

In  Teil 1 und Teil 2  haben wir uns verschiedene Möglichkeiten angesehen (und auch abstimmen lassen) welche Kontaktreihenfolge optimal ist. Heute soll die Frage vollständig aufgelöst werden, denn dann verstehen wir besser, weshalb der (gesunde) Fuß genau so aufgebaut ist, wie ihn die Natur eben eingerichtet hat.

Schauen wir uns also auf allgemeinverständliche Art und Weise an, was die Füße beim Gehen optimalerweise auf dem Boden tun:

Wir müssen beim Gehvorgang sowohl Landung als auch Abdruck betrachten. Nur dann ist die Bodenarbeit des Fußes komplett und wir verstehen die Bedeutung des Ballens wieder ein Stück mehr. Ich Folgenden zeige ich – ich gekürzter Form – die Abläufe beim Bodenkontakt im Ballengang.

Ausgehend vom rechten Fuß mitten im Gehen vor dem Landen:

 Ballengang_Bodenarbeit_komplett
A. Landephase

 

Der Fuß hängt „entspannt“ im Sprunggelenk, während im Körper eine muskuläre Vorspannungskette auf die Landung vorbereitet

 

 B. Entlastungsphase

Da beim Gehen eine größere Zeitspanne auf dem Boden verbracht wird als beim Laufen, kommt hier die Ferse als Stabilisator und Entlastung zum Einsatz. Diese Phase ist auch der Grund dafür, dass Gehen wesentlich weniger Energie benötig als Laufen.

 

C. Abdruckphase

Sobald der Körper den Schwerpunkt in Gehrichtung weiterverlagert, baut sich wieder im Ballen und Zehen die Vorspannung für den Abdruck aus. Diese Spannung wird letztlich im Großzeh im letzten Moment in die Abdruckbewegung umgesetzt, bevor der Fuß dann den Boden komplett verlässt.

Man beachte, dass die Übergänge fließend sind und stets im ganzen Körper von mehreren sich überschneidenden Bewegungssegmenten begleitet werden.

Genau dieser letzte Punkt ist sehr spannend und wird an anderer Stelle noch intensiver beleuchtet werden.

Vergleicht man nun diese Erklärung mit den Vorschlägen aus den beiden Artikelteilen zuvor, dann kann man grob eine Kombination zwischen Version b und Version e erkennen. Das eine für die Landung, das andere für Entlastung und Abdruck. Allerdings ergibt immer nur das Ganze wirklich einen Sinn für wirklich natürlich fließende Bewegung.

Ich hoffe, dass Sie diesen kurz gefassten Erläuterungen folgen können und lade Sie gerne dazu ein, Ihre Frage und Anmerkung unten ins Kommentarfeld zu schreiben.

Wenn sie bisher noch gar keine Ahnung vom Ballengang haben, empfehle ich Ihnen dringend, sich den kostenlosen Emailkurs „Richtig Ballengang Lernen“ mit DIESEM Link kostenfrei zu bestellen.

 

Mit den besten Grüßen,

 

Ihr Stefan Heisel

Stefan_Heisel_Naturerlebnis_Ballengang

 

Richtig Gehen lernen (6b) Der optimale Bodenkontakt – 2. Teil


oder:

Was macht eigentlich Ihr Fuß beim Gehen?

Richtig Gehen Lernen (3)
Richtig Gehen lernen (6b)

Sehr geehrte Leser, die Frage nach dem „richtigen Gehen“ wird in letzter Zeit häufiger diskutiert. Oft geht diese Frage einher mit dem optimalen Laufstil und rückt meistens in die sportive Richtung.
Was mir dabei auffällt, ist die starke Fokussierung auf den Fuß. Wie der Fuß landet, so wird auch der Geh- oder Laufstil bezeichnet: Vorfuß-, Mittelfuß,- und Fersengang bzw-lauf. Die Gangart wird also stark auf die erste Berührungsstelle der Landung beschränkt. Ausnahmen davon bilden Methoden, die ihr Markenzeichen als Geh- oder Laufstil bezeichnen. Dies ist aber rein als Marketingvorgehen zu verstehen und weniger als Merkmalsbeschreibung. Im Tierreich gibt es gibt es diese Differenzierung übrigens ähnlich. (Zehengänger, Sohlengänger), wobei hier aber auch Ganzkörperbewegungen mit differenziert werden. So sprechen wir bei Vierbeinern vom Passgang (es geht jeweils das rechte Vorder und Hinterbein vor, danach die linke Seite usw.) und vom Kreuzgang (die jeweils diagonalen Beine bewegen sich zusammen vorwärts)

Faktisch ist das Gehen natürlich auch bei uns Menschen eine ganzheitliche Bewegung. Sie können das selbst auch recht gut nachempfinden:
– Erinnern Sie sich mal, wie das war, als sie eingeschränkte Halswirbel, verspannte Schultern, schmerzenden Rücken, Hüfte oder Knie hatten oder ein entzündetes Nagelbett an einem Zeh

-> Ihr Gang hat sich zeitweilig verändert, sich der Einschränkung oder dem Schmerz mehr oder weniger angepasst. Folglich bilden alle genannten Körperteile einen funktionalen Anteil beim Gehen, der sowohl günstig als auch (mindestens auf Dauer) ungünstig sein kann.

Wer den EMail-Kurs dieses Blogs kennt [link], weiß, auf wie viele unterschiedliche körperliche Bereich das Gehen optimiert werden kann. Genau deshalb habe ich nie eine konkrete Anleitung darüber veröffentlicht, wie der Fuß denn zu landen habe. Denn:
Bei optimaler entspannter Körperarbeit beim Gehen geschieht auch der optimale Bodenkontakt ganz von alleine. Ich nenne dieses Gehen der Einfachheit halber „Ballengang“, um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften als nötig. Eigentlich ist es ein Körpergang nach einigen wenigen Prinzipien, die den Körper optimal zur Energienutzung statt zur Energieverschwendung (mit entsprechendem Verschleiß) bringen.

Dennoch: Im letzten Artikel [->link] gab ich eine Aufgabe vor, die 6 verschiedene Optionen enthielt, wie die Berührungsfläche der Fußsohle bei einem kompletten Gehvorgang auf beste Art und Weise zustande kommt. Wir wollen uns diese Beispiele näher ansehen und daraus lernen, welche Rolle der Fuß bei dem ganzheitlichen Bewegungsablauf „Gehen“ inne hat.

Ballengang-Bodenkontakt_a

a.   Hier tritt zuerst die Ferse und dann der komplette Vorfuß auf, der dann auch so den Boden wieder verlässt. Solch eine Fußarbeit findet man bei stark geschwächter Fußstruktur wie etwa einem Plattfuß oder einem Knick- oder Senkfuß. Die Ferse landet ungefedert hart und der Vorfuß „platscht“ als Ganzes nach vorn. Die Zehen sind dabei inaktiv

 

 

 

 

 

 


 

Ballengang-Bodenkontakt_b

b. Diese Version findet man in den meisten Anleitungen oder Büchern über Vorfußgehen oder -laufen. Sie stellt den optimalen Landevorgang dar, der sich u.a. dadurch auszeichnet, dass der Fuß in einer natürlich entspannten Position nach unten hängt, während das Bein vom Knie geführt wird. Was hier jedoch ganz außer Acht gelassen wird (und auch sonst nicht erklärt wird) ist der Vorgang des Abdrucks und der damit verbundenen Fußarbeit. Es fehlt also die Hälfte des Gehvorgangs und damit ist die Bodenarbeit nur teilweise dargestellt. (Es verlässt ja nicht die Ferse wieder als letztes den Boden)

 

 

 

 


Ballengang-Bodenkontakt_c

 

  c. Wer zuerst mit dem Innenballen auftritt, muss den Fuß aktiv in diese Position strecken/zwingen. Natürlicherweise hängt der Fuß (wie in Fall b) stärker an der Außenseite nach unten. Diese Fußarbeit sieht man häufig bei Ballenganganfängern, die sich zu sehr auf die Vorstellung „Fußballen zuerst“ versteifen und damit ein „stocherndes“ bzw. storchenähnliches Fortbewegen produzieren. Auch ist hier nur der halbe Gehvorgang abgebildet, da ja nach der Landung noch weiterhin etwas passieren muss …

 

 

 


Ballengang-Bodenkontakt_d

 

 d. Dieses Beispiel zeigt den oft bezeichneten „Mittelfußgang“. Also eine Landung auf dem äußeren Mittelfuß mit sofortigem „Abrollen“ auf dieser Außenkante nach innen vorne. Diese Gangart ist durchaus als äußerst praktikable Anpassung an ungünstiges Schuhwerk zu verstehen. Denn ein leichtes Benutzen des Ballens ist dann oft schuhbedingt nicht möglich und die Außenkante folgt durch die Schuhkante zwangläufig als Ersatz für eine Landung laut Fall b. Barfuß wäre hier der Fuß noch zu unflexibel. Leider fehlt auch hier ein wichtiger Aspekt des Abdrucks.

 

 

 


Ballengang-Bodenkontakt_e

 

 e. Hier sehen wir den klassischen orthopädischen Schritt mit Landen auf der Ferse leicht außen, dem weiteren Abrollen auf der leicht konvexen Fußaußenkante, dem Übergang auf Außen- und Innenballen und schließlich dem Abdruck über den Großzeh. Dieses Gehen tritt bei recht großen Schritten, wenn also die Beine dem Körper weit vorauseilen und bildet den typischen „Fersengang“. Dieser Gang impliziert einige unnötige und bremsende Vorgänge und zeigt entweder eine schwerfällige bzw. stark überbetont staccatohafte Fortbewegung, die dem Körper einiges an Einsteckungsvermögen abverlangt und für einen leichten Bewegungsfluss eher hinderlich ist, situativ aber zu unserem emotionalen Bewegungsmuster gehört.

 

 


 

Ballengang-Bodenkontakt_f

 

f. Bei der letzten Variante werden die Zehen sehr fein und bewusst- quasi als „Fühler“ eingesetzt, während aber der restliche Fuß kontrolliert gerade geführt wird. Bei einer solchen Bewegungsart handelt es sich entweder um eine betonte Art des Schleichens, eine stilistische Eigenart eines Tanzes oder um einen ersten Versuch, den „Ballengang“ umzusetzen, ohne zugehörige Körperarbeit, die eine Fußkontrolle überflüssigt macht.

 

 

 

 


 

Wie wir nach dieser Analyse sehen, scheint sich die optimale Bodenberührung beim gesamten Gehvorgang noch nicht so recht gezeigt zu haben. Wichtig ist, sich den kompletten Vorgang von der ersten Berührung bei der Landung bis zum Verlassen des Bodens beim Abdruck zu vergegenwärtigen.
Damit dieser Artikel für einen Blog nicht zu lange wird und auch damit Sie noch ein paar Tage Gelegenheit bekommen, sich nochmals mit Ihrem Gehen zu beschäftigen, beende ich diesen Teil und schicke die endgültige Auflösung beim nächsten Mal in angemessener Ausführlichkeit nach. 😉

Viel Spaß beim Entdecken Ihres Körpers und seiner faszinierenden Möglichkeiten.

Herzlichst, Ihr Stefan Heisel

 

PS:

Fühlen Sie sich zu Kommentaren oder Fragen eingeladen.

Richtig Gehen lernen (6a) Der Bodenkontakt


Richtig Gehen Lernen (6a)
Richtig Gehen Lernen (6a)

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

 

Jetzt, wo die heiße Phase der Vorweihnachtszeit gestartet ist, greife ich auf ein viel diskutiertes Thema zurück und lade Sie auch gleich zum aktiven Mitwirken ein.

 

Wie berühren denn Ihre Füße beim Gehen den Boden?

Welcher Fußteil landet als erstes (Initialkontakt), welche Teile folgen und wie geht es mit dem Bodenkontakt weiter, wenn wir uns wieder abdrücken?

Die meisten Fachleute schauen sich hierzu die Knochen an und konstruieren aus ihrem Bau ein Konstrukt, welcher Teil der Ferse beispielsweise in welchem Winkel „aufzutreten“ hat, um Kräfte optimal zu kompensieren.

Nun, wären wir ausgestorben und jemand würde anhand von Knochenfunden unsere Lebensweise erforschen, dann müsste man so vorgehen. Glücklicherweise erfreut sich unsere Spezies aber noch munter des Daseins und wir können doch uns selbst befragen, wie unser Körper real funktioniert.

 Wir können so viel beobachten, an uns selbst und an anderen, an sehr jungen und an sehr alten Mitmenschen, also: nur zu!

Fangen Sie bei sich selbst an, ziehen Schuhe und Socken aus (wenn es natürlich von Ihrem jetzigen Standpunkt machbar ist 😉 ) und fühlen Sie genau, was Ihre Füße so tun – wann sie wie die Erde berühren bei einem normalen aber sehr bewussten Gang von Wohnzimmer zu Küche.

Auf den folgenden Szizzen sind verschiedene Möglichkeiten dargestellt, in welcher Reihenfolge der Bodenkontakt eines rechten Fußes im Verlauf eines Schritts geschehen kann.Versetzen Sie sich einfach mal genau in die Bewegung, die Ihnen am Schlüssigsten erscheint und klicken Sie Ihren persönlichen (aber anonymen) Tipp in dem Kasten unter dem Bild:

Folgende sechs Möglichkeiten sind gegeben:

Ballengang und Bodenkontakt    

In zwei Wochen, also zu Jahresbeginn 2015, erscheint die Auflösung an dieser Stelle in ausführlicher Form! 😉

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren und freue mich auf Ihren Tipp und/oder Kommentar!

Herzliche Grüße, Ihr Stefan Heisel

Ballengangseminare 2015


Sehr geehrte Leser und Interessierte an natürlicher, effzienter Bewegung!

Schon runde fünf Jahren existiert dieser Blog und aus einer anfänglichen Phase des Beobachtens, wie sich das Interesse am Ballengang entwickelt, ist ein immer stärker wachsendes Projekt geworden.

Ballengang_Workshops

Seit ich die neue Version des kostenlosen Email-Kurses im April 2013 eingeführt habe, erhalte ich von Monat zu Monat mehr Fragen zum Thema Gehen aber auch zu Thema

„Wie und wo kann man von dir in Persona lernen“?

Es gab erste Seminare in 2013 und 2014, und damit verbunden auch sehr interessante Erfahrungen meinerseits aber auch seitens der Teilnehmer (wie man auch hier auf öffentlichen Rezensionen lesen kann). Und so kristallisierte sich ein System heraus, um Menschen das natürliche Gehen in einem Wochende auf unterschiedliche Art und Weise näher zu bringen, so dass sie mit einer wirklichen Änderung und einem großen Ansporn des Weiterarbeitens wieder nach hause fahren konnten.

Wenn Sie auch wissen möchten, wie der Ballengang tatsächlich funktioniert und wenn Sie an einem solchen Event teilnehmen möchten, dann sehen Sie sich auf jeden Fall den Seminarplan 2015 an.

EDIT:

HIER geht es zu allen Seminaren in 2015.

Ab heute, 11.12.2014 ist die Anmeldung möglich!

-> zu allen Seminaren <-

 Mit herzlichem Gruß,

Ihr Stefan Heisel

Stefan_Heisel_Naturerlebnis_Ballengang

 

Interview mit Körperbewegungscoach Stefan Heisel


Liebe Leser, mein frischgebackener Fachkollege und Blogger Sebastian Nowak hat ein aufschlussreiches Interview mit mir geführt. Ihn hatten insbesondere folgende Fragen interessiert, die auch für Sie von Interesse sein können:

 

Studioline_Photography_ 001 - Kopie
der Fragende: Sebastian Nowak, Körpertherapeut
Stefan_Heisel_koerperbewegungscoach
der Antwortende: Körperbewegungscoach Stefan Heisel

 

 

<<—>>

 

 

 

 

 

 

Sebastian: Wann kamst du in Kontakt mit dem Thema funktionales Bewegen und welchen Stellenwert hat es in deinem eigenen Leben?

Stefan: „Nun, ein „Bewegungsmensch“ war ich immer schon. Neben der Musik hat mich dabei die Kampfkunst am meisten gefesselt. Während jedoch allgemein…..“(->weiterlesen)

Sebastian: Was macht deiner Meinung nach den Ballengang einzigartig?

Stefan: „Ballengang ist als Bewegungsmuster einzigartig, weil er ein… „(->weiterlesen)

Sebastian: Wann kamst du zum ersten Mal in Kontakt mit diesem Bewegungsmuster und was hat sich seit dem verändert?

Stefan: „Den Ballengang entdeckte ich zunächst durch einen Hinweis eines meiner Kampfkunstlehrer vor knapp zehn Jahren. Nachdem ich damit große Fortschritte…“ (-> weiterlesen)

Sebastian: Wie sorgst du sonst für deine Gesundheit?

Stefan: „Gesundheit …. Bei der Frage muss ich dazu erwähnen, dass „Gesundheit“ oft missverstanden wird. Grund dafür ist, …“ (-> weiterlesen)

Sebastian: Was ist deiner Ansicht nach die Essenz funktionalen Bewegens in kurzen Worten?

Stefan: „Die Essenz funktionalen Bewegens liegt meiner Meinung nach im Erinnern und Zulassen dessen, was unser Körper …“ (-> weiterlesen)

Sebastian: Woran arbeitest du aktuell und wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Stefan: „Zur Zeit arbeite ich an der Veröffentlichung meines Körpercoaching-Konzeptes, Bodymotic – Form & Function, welches ich … (->weiterlesen)

>> Zum ganzen Interview darf ich Sie auf Herrn Nowaks „Bewegblog“ leiten <<

Ich bedanke mich bei Sebastian für sein Interesse und die Möglichkeit, auch anderen Menschen meine Ideen und Kozepte verfügbar zu machen!

Herzliche Grüße, Stefan Heisel

Ballengang – intensiv erlebt


Eindrücke vom Ballengang- und Faszienwochenende in Seelze/Hannover

Ballengang_Seminare_Stefan_Heisel

Liebe Leser,

Was geschieht, wenn sich 9 nette, aufgeschlossene Menschen in einem wunderschönen Seminarhaus mit erstklassigen und warmherzigen Gastgebern zu einem langen Ballengang-Wochenende treffen?

Haus "La Vie" im WiGro-Gewerbepark Seelze
Haus „La Vie“ im WiGro-Gewerbepark Seelze

Offenbar sehr viel! Aber von vorne:

Begonnen hat das ganze aus meiner Sicht mit einer längeren aber angenehmen Zugfahrt Freitag nachmittag ab Mannheim mit relativ viel Gepäck, weil ja einiges geplant war …

Helle, hüsche Zimmer mit Balkon
Helle, hüsche Zimmer mit Balkon

Gastgeber Stefan Grote holte mich netterweise am gleichen Abend vom Bahnhof Seelze ab und wies mich in das Haus „La Vie“ mit allen Räumlichkeiten und Einrichtungen ein.

Das Haus ist ein Traum! Ganz neu eingerichtet, extra für unser Seminar und wir hatten die Ehre der Einweihung in alles weitere, was sich im „La Vie“ noch abspielen wird.

Es liegt inmitten des Wigro-Gewerbeparks in Seelze bei Hannover wie eine Insel mit Grünflächen und einer Architekturim amerikanischen Landhausstil mit Terasse und „Rundum-Balkon“ – alles komplett in Holz.

Noch zwei Gäste kamen ebenfalls bereits Freitags an.

 

Tag 1 – Die Basics im Ballengang

Am Samstag Morgen, nach einem sehr leckeren Frühstück (dieses Früchtemüsli … 🙂 ) , das uns Gastgeberin Isabelle Breitenbach gerichtet hat, trafen alle anderen Gäste ein und wir konnten pünktlich starten.

In der Vorstellungsrunde stellte sich heraus, dass wir Gäste aus Nürnberg, Thüringen, Lübeck, Bremen sowie dem Umland Hannovers dabei hatten. Alle waren durch den kostenlosen Newsletterkurs zwar mehr oder weniger vorgebildet, dennoch ist die reale Erfahrung eine ganz andere Hausnummer, wie sich dann schnell herausstellte.

Ballengang_Seelze_7
Ballengang-Übung in der Gruppe

Der Samstag war ganz dem Erarbeiten des Ballengangs gewidmet. Die Inhalte waren so gestaltet, dass die Teilnehmer durch Tests und zahlreiche und sehr abwechslungsreiche Übungen anschaulich an die Prinzipien des Ballengangs herangeführt wurden.

Absolute Priorität war, dass jeder am eigenen Körper fühlen konnte, wie natürliche und bereits angeborene Bewegungsmuster von sich aus entstehen und in der Summe zu einem völlig natürlichen Gang führen.

Einige der Übungen erforderten richtigen Körpereinsatz, führten aber auch zu interessanten Einsichten in funktionelles Bewegen, Aufrichten, Krafteinsatz und Wendigkeit.

So erarbeiteten wir uns in der Gruppe im Laufe des Tages insgesamt 5 grundlegende Prinzipien des natürlichen Gehens und landeten damit zielsicher im ganzkörperlichen Ballengangmuster.

Die meisten Teilnehmer nahmen die Möglichkeit der vergleichenden Ganganalyse wahr: So konnte man sich am Samstag VOR und dann wieder NACH dem kompletten Seminartag aus drei Perspektiven beim Gehen filmen lassen, um dann einige Tage später einen ausführlichen ca. 10-minütigen Film als von mir verfasste Dokumentation der Bewegungen, der Körperstruktur und der Veränderungen, sowie persönliche Anleitungen zum Weiterüben zu erhalten.

Ballengang_seelze_2
Beste Stimmung beim veganen Essen im „La Vie“

In der Mittagspause wurden wir wieder vom Haus regelrecht verwöhnt: Es gab aufwändige vegane Kost und für später auch noch selbstgebackenen Kuchen.

Ich muss hinzufügen, dass wir an beiden Tagen mit dem Wetter sehr viel Glück hatten und einige Übungseinheiten auch draußen bei Sonnenschein genießen konnten.

Nach dem offiziellen ersten Seminartag gab es die Möglichkeit für bis zu drei Gäste eine Kurzbehandlung in Faszientherapie (Bodymotic FORM) zu erhalten. Diese wurden auch voll ausgeschöpft und bildeten einmal einen Eindruck in die immensen Möglichkeiten dieser Art der Körperarbeit und auch eine hervorragende Einstimmung auf den folgenden Tag, der ausschließlich den Faszien gewidmet war.

Tag 2 – Einführung in die Faszienarbeit

Sonntags, nach dem nochmals köstlichen und geselligen Frühstück wiederholten und verinnerlichten wir gemeinsam die 5 Ballengangprinzipien und nahmen sie mit wiederum neuen Übungen im ganzen Körper wahr.

Danach begann das zweite Seminarthema dieses Ballengang- und Faszienwochenendes:

ballengang_seelze_6
Faszienarbeit für alle -> zauberhafte Füße!

– Was sind Faszien, wie wirken Sie, wie können wir auf sie einwirken und was bedeutet das für unsere tägliche Bewegung?

Alles in leicht verständlichen einfachen Worten erklärt und auf den Punkt gebracht.

Nun folgte ein für Laien eher ungewöhnlicher Part:

Die Teilnehmer wurden selbst in die aktive manuelle Faszienarbeit eingewiesen und übten unter meiner ständigen Anleitung in kleinen Schritten insgesamt 9 Techniken, um ihre eigenen Füße strukturell beweglicher und im Gewölbe kräftiger zu „machen“.

Aus vorigen Erfahrungen gelernt, funktionierte dies sehr gut und zu meinem eigenen Erstaunen beschrieben die Teilnehmer die gleichen positiven Auswirkungen, wie sie auch bei einer professionellen Faszienbehandlung auftreten:

– festerer Stand, mehr Bodenkontakt, stabileres Gewölbe und stark erhöhte Geschmeidigkeit und Beweglichkeit im Fußgelenk!

-> Phänomenal und sehr erfreulich!

Gleich darauf durften sich meine Gäste gegenseitig unter ausführlicher Anleitung selbst in 6 Schritten so in Rückenlage bringen, dass die Wirbelsäule maximal lang und die Schultern maximal breit und völlig entspannt auf dem Boden auflagen.

Die so erreichte maximale Aufrichtung blieb für den Rest des Tages mindestens erhalten und kann sich sogar permanent ins Bewegungsgedächtnis einpflanzen.

Hier bereitete sowohl der passive als auch der aktive Part viel Freude. Und als zusätzlichen Effekt bildete sich beim gemeinsamen Arbeiten eine hohe gegenseitige Achtsamkeit aus.

Exakte Anleitung durch Stefan Heisel
Exakte Anleitung durch Stefan Heisel

Ein kleiner Nebeneffekt lag darin, dass man als der Behandelnde sehr an seiner eigenen Bewegung und Haltung arbeiten muss, weil:

  1. jede Anspannung auf den anderen übertragen wird -> keine Wirkung
  2. die Arbeit selbst damit überhaupt nicht anstrengend sondern ebenfalls als wohltuend empfunden wird.

Die so erworbenen Fähigkeiten in dieser manuellen Entspannungstechnik konnten nun „mit nach Hause“ genommen und weitergegeben werden.

Schließlich konnte das ganze Wochenende mit leicht und aufrecht gehenden, von innen strahlenden und begeisterten Menschen mehr als zufrieden abgeschlossen werden.

In Kombination mit der ganzen Atmosphäre im „La Vie“ ergab sich eine angenehme Gruppendynamik. Intensive Gespräche ergaben sich ganz von selbst, Beziehungen wurden geknüpft und alle Adressen wurden untereinander ausgetauscht – auch mit dem Haus „La Vie“, in dem es noch weitere unterschiedliche, spannende Seminare, auch durch die Gastgeber selbst, geben wird.

ballengang_seelze_5
So ausgelassen ging es das gesamte Wochende zu 🙂

Ich selbst bin als Seminarhalter beim Anblick der zufriedenen bis glücklichen Menschen ebenso erfüllt nach Hause gefahren. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Termine In Seelze in 2015!

Abschließend noch einige Stellungnahmen und email-Ausschnitte von Teilnehmern, die ich freundlicherweise teilweise veröffentlichen darf:

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Hallo Stefan,

ich möchte dir ein ganz dickes Dankeschön schicken für das Seminar. Es hat meinen Blickwinkel für Körper und Bewegung verändert. Einfach fantastisch, was da möglich ist….

Du hast mir am WE einen wohl „alterslosen“ Weg gewiesen und ich bin sehr neugierig auf mehr. Würde sehr gerne mit dir weiter arbeiten.

Angelika Pahl, Hannover

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Lieber Stefan!

Vielen Dank auch dir für das tolle, erlebnisreiche Wochenende, dein offenes Ohr und deine humorvolle- nichtrechthaberische Art (!)! So macht Lernen Spaß….mir zumindest! …

Ich war mit einigen Wünschen und Erwartungen in das Seminar gegangen und die sind bei weitem erfüllt bzw. übertroffen worden. …Gigantisch, seit Jahren habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt und finde wieder Zugang und Selbstbewußtsein zu meinem Körper….Und ich merke noch immer die schöne Nachwirkung deiner Faszienbehandlung, gerade im BWS/Schulterbereich. …

Eine teilnehmende Ärztin aus Lübeck

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„Stefan Heisel ist ein sehr aufmerksamer, humorvoller und erfahrener Lehrer.

Auf Grundlage seiner langjährigen Erfahrung im Kampfkunstbereich hat er in Verbindung mit dem Ballengang tiefgehende Erfahrungen gemacht, die er kompetent an seine Seminarteilnehmer übermittelt.

Die Informationen und Anleitungen zum Ballengang gehen deutlich über ein sogenanntes “Tagesprogramm“ hinaus. Ich habe als Kursteilnehmer ein Stück begreifbares Wissen in mein Leben genommen.

Freue mich schon auf seine Ganganalyse und die „weiter-gehenden“ Erfahrungen.“

Rainer aus Hannover

(wird fortgesetzt)

Auch meinerseits vielen Dank für diese bereichernde Zusammenkunft!

Ballengang_Heisel_2
Körperbewegungscoach Stefan Heisel

Richtig Gehen Lernen (5) – Wie flott ist man eigentlich im Ballengang?


Richtig Gehen Lernen (3)
Richtig Gehen Lernen (5)

oder Speed-Walking, der neue Zeitgeist?

Lieber Leser, wie sehr lassen Sie sich eigentlich von der zunehmenden Hektik antreiben? Wie schnell ist eigenltich Ihr „standardmäßiger Gang?

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihr individuelles Gehtempo im natürlichen Ballengang selbst herausfinden können, dann lesen Sie den Artikel weiter. Ich stelle unten eine Möglichkeit praktisch vor, mit der ich selbst immer wieder arbeite. Doch zunächst zum Problem… !

Heute berichte ich von einer schon vor langer Zeit gemachten Beobachtung, die womöglich eine sehr große Rolle bei der Entwicklung von ungünstigen Gehgewohnheiten spielt.

Schauen wir uns zunächst ein kleines Video an

Ja, recht flott und ausdauernd unterwegs, diese Sportler. Aber wie lange macht der Körper so einen Bewegungsablauf mit?

Und: Wieso gibt es diese Form der Fortbewegung, dieses „Schnellgehen“ mit durchgedrückten Knien?

An mein erstes Mal, absichtlich so richtig schnell zu gehen, kann ich mich im Alter von 10 Jahren erinnern. Das war so eine Situation, in der ich es wirklich sehr eilig hatte aber gleichzeitig nicht laufen wollte, weil mir das peinlich war. Es ging nämlich in Lackschuhen und Anzug zur Kirche, wie damals fast jeden Sonntag im ersten Jahr nach der Kommunionszeremonie. Und ich war an jenem Tag sehr spät dran. Was also tun, um nicht so sehr aufzufallen?

Die Schritte wurden sehr groß, die Beine immer steifer und die Ferse stieß immer kräftiger in den Boden. Die Gegenbewegung der Arme waren ja auch zu verräterisch also hielt ich sie ebenfalls steif an den Körper und – naja- ich erreichte durchaus ein Tempo, dass manch einer beim leichten Jogging auch drauf hatte. Ich überholte auch mehrere Fußgänger, wenn es sich nicht vermeiden ließ und hoffte, sie dächten, dass sie eben heute sehr gemächlich unterwegs seien und jeder normale Geher schon etwas schneller ist …. Als Kind machte ich mir aber irgendwann einen Spaß daraus, hauptsache nicht verspäten.

Ganz ähnlich funktionierte das dann auch in anderen Situationen, wenn zwar Eile geboten war, aber auf jeden Fall gegangen statt gerannt werden musste. Irgendwann schien es üblich zu sein, sich in einem hektischen Stechschritt mit klackernden oder polternden Fersen (ehr: Absätzen!) fortzubewegen. Ob nun als Schüler, Azubi oder Student von einer Veranstaltung zur nächsten oder zur Bushaltestelle oder eben zum Arbeitsplatz. Das Gehen nahm zunehmend den Charakter des „Getriebenseins“ an.

Beispielhaft fällt mir dazu eine kleine Anekdote ein, die ich vor gut 13 Jahren als Augenoptiker im Laden erlebte. An einem eher ruhigen Tag nutze ich die Gelegenheit, etwas in der Werkstatt auszuhelfen, die weiter hinten im Laden lag. Wie gewöhnlich klingelte es aus dem Verkaufsraum und ich machte mich auf einen Weg, der sicherlich 20 Meter betrug. Ich war schon von weitem zu sehen und dachte mir nicht das geringste dabei, diese „Routinesituation“ zum bewussten gehen zu nutzen. Anstatt im Stechschritt vorzupreschen achtete ich darauf, bei normalen Tempo kein Geräusch in meinem damaligen ersten Paar Bär-Schuhe zu verursachen. Das fiel natürlich meinen Chef auf, der mich etwas später darauf hinwies, doch bitte rascher zum Kunden zu kommen. Glücklicherweise handelte es sich aber um einen äußerst freundlichen und offenen Menschen und er ließ sich mein Gehen sogar interessiert erklären. 🙂

Selbst bei Wanderungen scheint es erstrebenswert zu sein, einen eher flotten Marschierschritt an den Tag zu legen. (Selbstverständlich mit gepanzertem Wanderschuh mit dicker fester Sohle und hohem Schaft.) Zieht man den Wanderern aber die Schuhe aus, dann scheinen oftmals richtige Gehanfänger unterwegs zu sein. Der schnelle Hackengang funktioniert barfuß auf natürlichem Waldboden nicht und eine entsprechende geeignete Gangart ist nicht routinemäßig abrufbar. Sind wir also von Gehhilfen (Wanderschuhe) abhängig, wenn es über völlig natürlichen ebenen Boden zu gehen gilt?

Es gibt auch wissenschaftliche Untersuchungen von Wiseman zum Anstieg des Gehtempos, nach denen die Geschwindigkeit von Fußgänger in Großstädten zwischen 1994 und 2007 weltweit um 10% angestiegen ist. Gleichzeitig sei auch die Sterblichkeit, die auf Herzprobleme beruht in Städten umso höher, je schneller die Menschen unterwegs sind. http://www.heise.de/tp/artikel/25/25189/1.html

[Anm: Umgekehrt gibt es auch ganz andere Studien, die messen, dass Menschen über 70 im Schnitt länger leben, je schneller sie gehen. Interessant ist hier der Rückschluss, dass man einfach durch absichtliches schnelleres Gehen im Alter sein Leben statistisch verlängern lassen könne. Hier wird aber übersehen, dass alle über 70-Jährigen viel langsamer Gehen als der allgemeine Durchschnittund die verbleibende Agilität, die ja aus dem Vorleben ableitet, logischerweise mit der verbleibenden Lebenserwartung korreliert. „Schneller Gehen“ bedeutet in diesem Alter(!) ein angemessenes Gehen ohne erworbene körperliche Gebrechen und bestenfalls in ganz natürlichen Bewegungsmustern.

Zurück zum Ballengang:

Wie schnell ist denn noch zweckmäßig und als Ballengang zu bezeichnen?

Nun, Sie können das gerne selbst feststellen, wie ich im folgenden Video erkläre:

Wenn Sie Ihr persönliches Gehtempo gefunden haben und sich dabei im Ballengang wohlfühlen, dann sind Sie bereits einen enormen Schritt weiter als jemand, der sich von der gegebenen Schnellebigkeit unbemerkt bzw. unreflecktiert beeinflussen lässt.

Zum Schluss möchte ich noch dazu ermutigen oder Sie regelrecht dazu auffordern, sich Zeit zu nehmen, gerne andere Wanderer vorausgehen zu lassen, Ihr Umfeld mit Ihrer Gelassenheit anzustecken und bei Bedarf oder Lust gerne auch mal in einen leichten Laufschritt anstelle des „Speedwalkings“ zu verfallen.

Viel Spaß beim Erforschen und Entdecken!

Mit herzlichem Gruß,

Stefan Heisel

Detailiertes Feedback zum Ballengangseminar mit Stefan Heisel


Ballengang_WorkshopsSehr geehrte LeserInnen,

Ich darf Ihnen im Folgenden ein mit großer Sorgfalt verfasstes Testimonial/ Feedback zum letzten Ballengangseminar am 26.7.14 auf der Tromm vorstellen. Die Teilnehmerin Dagmar Kann-Coomann betreibt seit vielen Jahren die Kampfkunst „Wing Tsun“ (unter Großmeister K.R. Kernspecht) und beschäftigte sich deshalb in besonderer Weise mit dem natürlichen Bewegungsmuster des Ballengangs. Für den unten folgenden mit viel Sorgfalt verfassten Bericht bedanke ich mich ganz herzlich und wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Lesen!  (Hervorhebungen durch mich)

„Schneller, besser, vor allem müheloser vorankommen im Ballengang, das hört sich gut an. Ein bisschen verheißungsvoll sogar, denn wer würde nicht gerne mit weniger Kraft schneller gehen oder laufen können?

Als Therapie gegen entzündete Faszien an den Fersen wurde mir der Ballengang empfohlen, auch im täglichen WingTsun-Selbstverteidigungstraining stieß ich auf den Ballengang als eine Bewegungsform, die schnellere, effektivere und kraftvollere Schläge und Reaktionen ermöglicht.

Im Internet fand ich den zehnwöchigen kostenfreien Ballengangkurs von Bodymotic-Trainer Stefan Heisel und war bereits nach den ersten Lektionen sehr fasziniert: Das war übersichtlich und verständlich, leuchtete mir völlig ein und machte Lust darauf, mehr auszuprobieren. Schon nach dem Onlinekurs war ich neugierig, probierte aus, änderte meine Laufbewegungen, konnte besser gehen und war doch noch in vielem sehr unsicher. Um den Ballengang besser, genauer, erfolgreicher zu lernen und zu verstehen fuhr ich deshalb mit sehr viel Erwartungen 300 Kilometer weit zu dem Tagesworkshop von Stefan Heisel.

Und meine Erwartungen wurden schon von der wunderschönen Landschaft übertroffen, in der das Seminar im Odenwald stattfand. Quasi mitten im Wald in einem gemütlichen Gasthaus stand einen ganzen Tag der Ballengang im Mittelpunkt: In sehr angenehmer, persönlicher und freundschaftlicher Atmosphäre wurde buchstäblich Schritt für Schritt alles ausprobiert und trainiert, was den Ballengang zu einem Erlebnis macht: Die Lockerheit der Hüfte, das Langmachen des Rumpfes und die Ausnutzung der Schwerkraft für den neuen/alten Bewegungsablauf, der genuin unserer Physiognomie entgegenkommt und wiederentdeckt, was wir als Kinder schon durch Schuhe verlernt haben, die zu 99 Prozent die Beweglichkeit und auch die Sensitivität unserer Füße massiv einschränken.

Dabei war es sehr toll, dass Stefan Heisel auf alle Fragen geduldig einging, sensibel und kleinschrittig anleitete, korrigierte und uns Teilnehmer sehr behutsam entdecken ließ, wie leicht und gut sich der Ballengang anfühlt. Ja mehr noch: Durch kleine Übungen konnten wir erfahren, welch gravierende Folgen die Art des Gehens für den gesamten Körper hat. Wer einmal den Unterschied gespürt hat zwischen dem eher hölzernen Fersengang und den massiven Erschütterungen des Skeletts, die bei jedem Schritt entstehen und dem geschmeidigen Ballengang, kann unschwer ahnen, wie viele Belastungen von Knochen und Gelenken sich durch den Ballengang vermeiden lassen, wieviel besser, natürlicher und effizienter der Ballengang voranbringt.

Vieles war neu, lehrreich, spannend, am interessantesten aber waren vor allem zwei Erkenntnisse:

1)    … dass im Fersengang der Vorderfuß  seine dämpfende, Kraft aufnehmende Funktion nicht entfalten kann, weil alles Gewicht bereits auf der Ferse gelandet ist. Betrachtet man die geniale Struktur des Doppelgewölbes sowie die Vielzahl von kooperierenden Muskeln und Knochen im Vorderfuß, die alle gemeinsam ein sehr komplexes und effektives Dämpfungsorgan darstellen, eine Biostruktur mit der zentralen Aufgabe, die ungeheuren Kräfte zu dämpfen, die beim Laufen aber auch beim Gehen ein Leben lang auf die Füße einwirken, dann versteht man sehr schnell, dass sehr vieles schief geht, wenn dieser Körperteil in seiner Funktion ausgeschaltet oder zumindest behindert wird. Und man fragt sich, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die meisten Menschen mit dem Fersengang sich in einer unserer Natur eher zuwiderlaufenden Gangart fortbewegen.

2)    … dass Ballengang nicht nur den Vorderfuß aktiviert in seiner ursprünglichen Funktion, sondern ein vitales Zusammenspiel des ganzen Körpers bedeutet. Man kann es schwer beschreiben, muss es einfach lernen, erfahren und ausprobieren, dass beim Langmachen des Rumpfes die Schritte leichter werden, auch bergauf, weil auch die Bauchmuskulatur beteiligt ist und Muskeln aktiviert werden, die zwar für die Fortbewegung verantwortlich sind, beim Fersengang allerdings weitgehend ausgeschaltet werden.

 Insgesamt habe ich nicht nur einen wunderschönen Tag mit freundlichen Menschen verbracht und mit Stefan Heisel einen sehr kompetenten, freundlichen und warmherzigen Lehrer gewonnen, sondern einen Weg erfahren, mich schneller, leichter, müheloser fortzubewegen und ich nutze seither jede Gelegenheit für jeden noch so kleinen oder großen Weg, um das neu zurückgewonnene ursprüngliche Bewegungsmuster auszuprobieren und zu genießen.

Dagmar Kann-Coomann, Wing-Tsun Lehrerin aus Neuss

Barfuß über Stock und Stein: Ballengang und Körperarbeit auf der Tromm [2]


Fortsetzung von … -> diesem Artikel

Teil 2: Die Barfußwanderung

Ballengang_Wanderer
Barfußwanderung auf der Tromm

Hallo liebe Leser, weiter gehts mit dem 2. Teil des Berichts des Ballengangseminars auf der Tromm.

Wow, muss ich sagen und mich noch nachträglich bei den Teilnehmern der Wanderung vom 27.07.14 für dieses schöne Erlebnis bedanken!

Nachdem Samstags in 6-stündiger Praxis im Seminarraum das motorische Rüstzeug für die wichtigsten Abläufe beim Ballengang gelegt wurde, ging es Sonntags raus auf die Piste.

Glücklicherweise war das Wetter sehr angenehm, nicht zu heiß und der Regen ließ sich nicht, wie angekündigt, blicken. Beste Voraussetzungen für eine Barfußwanderung auf der Tromm-Hochebene!

Der Tromm-Höhenwanderweg W5 ->HIER GEHTS ZUR BESCHREIBUNG kann sehr gut von der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ aus gestartet werden und erstreckt in diesem Fall zwischen 7 und 13 km, je nachdem, welche Route man wählt. Eigentlich beschrieb ich zuvor, dass hier sehr unterschiedliche, größtenteils auch geschotterte Wege eingerichtet seien und daher bestimmte Abschnitte sehr schlecht als Einstieg ins Barfußwandern geeignet sind. So empfahl ich, auf jeden Fall leichtes Schuhwerk mitzunehmen und gegebenenfalls zu wechseln. Da kannte ich allerdings meine Teilnehmer schlecht!

Bereits von Anfang an, den ersten Weg, der von kleinen bis mittleren scharfkantigen Steinen durchsetzt war, blieben wir barfuß und wollten dann auch im Verlauf des weiteren Wanderns nicht mehr darauf verzichten. Die Aussicht auf der Tromm ist wirklich für den Odenwald einmalig und die Wege gestalteten sich doch recht abwechslungsreich. Durchaus gab es auch Passagen mit mildem Waldboden oder auch Wegesränder mit höherem wildem Gras trugen zur Vielseitigkeit der barfüßigen Sinneseindrücke bei. Ab und zu erfrischten noch von Morgantau bedeckte Grasflächen unsere Füße.

Beim Wandern war von Anfang an klar, dass sich niemand außerhalb des Ballengangmusters bewegen könnte. Viel zu anspruchsvoll war der Weg und die Aufmerksamkeit, wohin man tritt, riss quasi nie ab. Selbst die ebenso schöne Etappe durch den Ort Waldmichelbach erforderte unseren Füßen aufgrund des doch recht heißen Asphaltbodens einiges an Nehmerqualitäten ab.Ballengang_Tromm_Wanderung2

Nach 2 entspannten Kilometern, in einem relativ dichten Nadelwaldabschnitt, hielten wir erstmals inne und genossen die Stille, um auf dem moosigen Boden für 30 Minuten auf der Stelle zu stehen und gemeinsam die angeleitete Körperkalibrierung durchführten.  Während dieser Übung waren wir offenbar so mit der Umgebung verschmolzen, dass uns ein umherstreifendes Rehpaar offenbar gar nicht wahrnahm und wenige Meter an uns mit lautem Getöse vorbeilief. (Hörte sich zuerst wie eine Wildschweinrotte an … )Dann,  an einem schönen Platz, an dem Scheideweg zum beraten, wie weit wir denn insgesamt gehen wollen, gab es ein gemütliches kleines Picknick und dann … entschlossen wir uns trotz schon sehr auf die Probe gestellter Füße für die lange Tour.

Es gab immer wieder Begegnungen mit einzelnen Wanderern oder anderen Gruppen und wir wurden ob unseres barfüßigen gemeinsamen Gehens so gut wie immer darauf angesprochen, ob das denn nicht zu sehr schmerze und dass man selbst gar nicht fit (oder „zu alt“) sei, so etwas mitzumachen. Für mich war das sehr interessant, die Argumente zu hören und ich wurde mehrfach darin bestärkt, dass im Grunde genommen überhaupt niemand sich darüber bewusst ist, was das Gehen alles bewirken kann und wie sehr das Unvermögen, natürlich zu gehen ein Zeichen genereller körperlicher Verfassung ist.

Einen kleinen „Zwischenfall“ gab es natürlich auch in Form eines Bienenstiches, während des Überqueren eines Wiese. Zum Glück erwies sich dieser aber als recht harmlos und die Schwellung habe auch an genau dieser Stelle des Fußes eine gewisse Kühlung bewirkt.

Ballengang_Tromm_Wanderung1Insgesamt haben wie alle festgestellt, dass bei einer derart fordernden Wanderung sowohl die Füße als auch die Hände sehr stark durchblutet und warm wurden und auch leicht anschwillten. Mich bewog dies dazu, bei einerähnlichen Tour darauf zu achten, ob es auch Kneippanlagen gibt, die hier einen sicherlich sehr angenehmen Ausgleich schaffen.

Unsere Wanderung wurde dann doch relativ lang, denn wir bewegten uns deutlich langsamer als viele der mit Wanderschuhen bewaffneten Zeitgenossen, die wir trafen – und so kamen wir nach insgesamt 7 (sieben!) Stunden wieder an unserem Ausgangspunkt an, staunend darüber, dass wir so viele Stunden Wege beschritten haben, die nicht gerade wenige Menschen keine 10 Meter weit barfuß zurücklegen würden.

Fazit:

Ein für eine kleinere Gruppe sehr gelungener Ausgang im Anschluss an ein intensives vorangegangenes Ballengangseminar. Auch für mich war das die bisher längste Barfußwanderung – normalerweise bin ich im Wald etwa zwei Stunden unterwegs und muss auch wegen der meist beschuhten Gesellschaft bei sehr schlechten Wegen kurzfristig die Füße schützen, um im Tempo mitzuhalten. Dieses Erlebnis mit Gleichgesinntzen war deshalb umso erfüllender.

Die üblichen Ermüdungserscheinungen spürte ich selbst zwar am Montag noch (was mich aber nicht vom Tanzen gehen abhielt 😉 ) und danach verblieb ein gestärktes „erdiges“ Gefühl. Jetzt, in der warmen Jahreszeit möchte ich Sie auf jeden Fall dazu ermuntern, sich in der Natur auf unterschiedlichen Böden barfuß zu bewegen. Wichtig ist hier überhaupt nicht, wie flott Sie unterwegs sind, oder wie lange, sondern einzig die Erfahrung, die Sie Ihrem Körper dabei ermöglichen. Wer sich öfters barfuß in der Natur bewegt, entwickelt einen zusätzlichen Sinn, seine Umwelt gehend zu erfahren.

Mit herzlichen Grüßen,

Stefan Heisel

 

Hier einige Eindrücke der Teilnehmer:

„Mir haben beide Tage des Seminars unglaublichen Spaß bereitet, sowohl das Seminar an sich, als auch die anschließende Barfußwanderung. Gerade die Doppel-Z-Linie war mir sehr hilfreich, ebenso das ganzheitliche Behandeln von Bewegungsabläufen, wie hinsetzen, aufstehen, anheben, schieben. Ich habe so ein sehr praktisches Wissen über den Einsatz des ganzen Körpers bei unterschiedlichen Bewegungen erhalten, auf das ich jetzt nie wieder verzichten wollen würde ;). Die nächste Zeit werde ich darauf verwenden, diese Dinge in meinen Alltag zu übertragen und so zu verinnerlichen. Die Wanderung am nächsten Tag war absolut optimal, das frisch erworbene Wissen gleich einmal anzuwenden und in den „gewohnten“ Gang zu übertragen. Dadurch kann ich mir die Dinge jetzt glaube ich auch besser merken, da ich es direkt eingesetzt habe. Also die Themen, die du an diesem Tag mit uns durchgegangen bist, lohnen es denke ich, öfter angeboten zu werden, da du dabei sehr schön Basiswissen vermittelst, das zumindest mir in vielen Hinsichten die Augen geöffnet hat. Danke nochmal dafür!“

Felix Glantz, Berlin

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„Die Mischung aus Theorie und Praxis ist sehr gut gelungen. Stefan versteht es auf die einzelnen Teilnehmer einzugehen und und sanft, doch bestimmt einzugreifen. Mir gefiel, daß es nicht nur um ein anderes Gehen / Laufen ging, sondern eine ganzheitliche Art der Bewegung vermittelt wurde, die jedoch nicht künstlich sondern natürlich ist. D.h. wir brauchen uns bloß an das erinnern, was in uns steckt, und es wieder zu Tage zu fördern und vor allem: in den Alltag integrieren!  Die von ihm optional angebotene Videoganganlyse ist dabei eine echte Hilfe. Sie lädt nicht nur ein, über sich slebst zu lachen (am besten mit Freundinnen), sondern zeigt, was sonst nur schwer zu erkennen ist.
Die Barfußwanderung am 2.Tag war für mich eine echte Herausforderung. Sicher, Stefan stellte es jedem frei, jederzeit wieder (Barfuß)schuhe anzuziehen und weiterzulaufen. Doch obwohl es manchmal schmerzte und sich zum Schluß der Weg immer mehr in die Länge zog, bin ich froh barfuß mitgewandert zu sein. Insgesammt waren es ca. 13km, die über unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten führten: steinige Feldwege, Wiesen, erdiger Waldboden, heißer Asphalt, Kopfsteinpflaster, Stopelfelder……Es ist erstaunlich, wie sich der Körper dabei ganzheitlich verhält und mit der ungewohnten Situation umgeht. Für mich, der ich selten barfuß laufe, und wenn dann nur kleine Distanzen (daheim, Schwimmbad Picknick….),war dieser Gang bei warmen Wetter ein großes Erfolgserlebnis und bin im Nachhinein froh, daß Stefan die lange Tour gewählt hat :-)“

Stephan Wolfgang Michels,  Helmbrechts (Franken)

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Ein weiteres sehr ausführliches Feedback finden Sie -> HIER

 

Barfuß über Stock und Stein: Ballengang und Körperarbeit auf der Tromm [1]


Das Ballengangseminar

Ballengangseminar mit Stefan Heisel
Ballengangseminar mit Stefan Heisel

Es begann am Samstag, dem 26.7.14 morgens um 10:30. Ich setzte mich aufs Motorrad und fuhr mit allem Zubehör bepackt von Mannheim Richtung Tromm, um dort alle Vorbereitungen zu treffen.

Bis 11:00 trafen dann alle Teilnehmer ein, die diesmal wieder weite Strecken zurücklegten, um sich ein lebendiges Bild davon zu machen, wie man sich den natürlichen Ballengang praktisch erarbeiten kann. So gab es hochmotivierte Gäste aus Berlin, aus der Nähe von Hof und aus Neuss bei Düssedorf, die teilweise auch schon einen Tag zuvor in der herrlichen Pension „Zur schönen Aussicht“ eintrafen. Nach einem kurzen Kameracheck (denn es sollten ja auch Videoanalysen gemacht werden) ging es dann gut gelaunt los.

Was mich als Seminarleiter immer am meisten fasziniert und berührt, sind die Motivationen, aus denen heraus die Beschäftigung mit Ballengang geschieht und die Begegnung mit den Menschen als solche.

Konzentriertes Üben war angesagt
Konzentriertes Üben war angesagt

Ob es nun um Geschichten geht, bei denen sich jemand entschließt, die nächste Zeit als „Surviver“ barfuß und abgeschieden im Wald zu leben oder ob es darum geht, sich eine bessere Bewegungsqualität für seinen Kampfsport zu erarbeiten oder ob es um eine persönliche Bereicherung der Beweglichkeit geht. In jedem Fall treffen sich die verschiedensten Menschen, um letztlich mit hoher Motivation körperliche Erfahrungen zu machen und sich dabei weiter zu entwickeln.

Genau unter diesem Motto stand auch dieses Wochenende auf der Tromm.

Am ersten Tag ging es darum, die 5 Prinzipien des Ballengangs zu erlernen und durch zahlreiche spezielle Körper- und Sinnesübungen intensiv zu erleben und zu begreifen.

Ballengang_Bodymotic_Zugübung
Doppel-Z-Übung

So wechselten langsame meditative Übungen zum Erspüren der optimalen Schwerkraftlinie mit leichten bis teilweise auch etwas anstrengenden Trainingseinheiten ab.

Durch unterschiedliche didaktische Vorgehensweisen entwickelte sich eine hohe Vielfalt an Eindrücken. Sogar etwas Theorie und „Denksport“ rundete das Programm am Samstag ab.

Körperbewegungscoach Stefan Heisel
Körperbewegungscoach Stefan Heisel

Anhand der Videoanalyse konnten die Teilnehmer Ihre Fortschritte während des Seminars optisch nachvollziehen und darüber hinaus zusätzlich individuell in Heimarbeit weiter an sich arbeiten. Für mich war es erstaunlich zu sehen, wie sehr sich das Gangbild der Übenden am Ende des Seminars verändert hat. Am meisten geschah dies bei einem Gast, der eigentlich nur „mal so“ als Begleitung mitgemacht hat und quasi so gut wie keine Vorkenntnisse hatte. Respekt!

Nachdem wir Samstag im Endeffekt etwa 6 Stunden intensiv und mit viel Spaß gearbeitet haben, stand noch die Wanderung am morgigen Tag an … Und weil es auf der Tromm keine ausgesprochenen so genannten „Barfuß-Wanderwege“ gibt, war ich sehr gespannt darauf, wer überhaupt wie lange ohne schützendes Schuhwerk, wie „minimal“ es auch sein, bei u.a. solchen Wegen durchhalten würde …

Theoretisch und im gemütlichen Seminarraum war ja zunächst mal alles in Butter.

Umso größer fiel meine Überraschung aus, wie der Sonntag tatsächlich verlaufen ist!

Lesen Sie dazu in wenigen Tagen mehr … -> HIER gehts zur Fortsetzung

Herzliche Grüße und bis sehr bald, Ihr Stefan Heisel

Wie wird die Barfußwanderung wohl verlaufen...?
Wie wird die Barfußwanderung wohl verlaufen…?

-> Fortsetzung

 

Selbst Fühlen oder Nachahmen?


Äthioperin2_Fersengang
Möchten Sie diese Äthiopierin nachahmen?

Der aufrechte Gang: Ahmen Sie nach oder fühlen Sie schon?

 

Liebe Leser,

ich erhalte von vielen Klienten, die erkannt haben, dass richtiges Gehen eine der Säulen für körperliche Gesundheit darstellt, oft solche oder ähnliche Fragen:

 

– Wie genau funktioniert denn der natürliche Ballengang?

– Welche Bewegungen gehören denn genau dazu, wie muss der Fuß denn aufsetzen?

– Warum funktioniert bei mir der Ballengang nicht genau so wie bei anderen?

– Weshalb muss ich mich so furchtbar anstrengen, um überhaupt mit dem Vorfuß zu landen?

– Ist Ballengang wirklich so schwer?

 

Viele der Fragen habe ich mir auch selbst oft gestellt, ich habe versucht, diverse Übungen möglichst genau umzusetzen und dann immer wieder festgestellt, dass ich im Alltag selten etwas davon umsetzen kann, spätestens dann nicht, wenn ganz andere Themen im Kopf waren und somit die Konzentration auf’s „richtig machen“ flöten ging.

 

Wie kam das und was ist im Laufe der Jahre anders geworden?

 

Um eine Sache vorweg zu nehmen: Immer wenn wir grundsätzlich neue Dinge lernen, eine Sportart, ein Musikinstrument, ein Handwerk etc. müssen wir die Aufmerksamkeit auf eine einzige Sache lenken. Sei es eine bestimmte Handhaltung, ein Entspannen in der Schulter, auf die Atmung, auf einen Gegenstand … Das bedeutet, dass andere Funktionen außerhalb dieses Fokus dabei nicht mehr unserer Kontrolle unterliegen und dementsprechend unharmonisch mit dem Restkörper laufen.

Dieser Sachverhalt ist völlig normal und Teil des Lernens von ganz neuen Bewegungsmustern. Momentan bin ich auch wieder in der Situation, Neues zu lernen und komme in den Genuss dieses anfänglich unkoordinierten Verhaltens. Ich finde das übrigens sehr angenehm, weil es zeigt, wie sehr das Nervensystem am Arbeiten ist.

 

Bei diesen Lernvorgängen kann man es sich allerdings einerseits leichter machen, andererseits aber auch unnötig schwer. So gibt es Menschen, denen neue Bewegungen scheinbar einfach so zufließen und Menschen, die sich gerne als „Bewegungslegastheniker“ bezeichnen und schier endlos auf der Stelle treten. Man könnte es sich jetzt einfach machen und behaupten, dass dies alles anlagebedingt sei und der eine eben schneller lernt während ein anderer untalentiert ist. Dennoch schaffen es aber nicht selten scheinbar „Untalentierte“ letztlich außerordentliche Fertigkeiten zu entwickeln. Wie kann das sein? Und was hat das alles mit natürlichem Gehen zu tun?

 

Nicht umsonst wissen wir, dass am Ende nicht das Talent entscheidet, sondern die „Arbeit“ dahinter, also die Wiederholfrequenz, die Beharrlichkeit und die Fehlerakzeptanz beim Üben.

Je häufiger ich Fehler aufspüre und durch Wiederholung und Intensität des Tuns diese Fehler abarbeite, desto konstanter ist der Fortschritt.

Wenn ich aber etwas „üben“ möchte, das im Grunde genommen schon im Körper angelegt ist, müssen wir ganz anders herangehen als beim Erlernen neuer körperfremder Techniken. Das bedeutet, dass hier eben nicht beharrlich wiederholt, auf Fehlerfreiheit überprüft und dann bis zur „Perfektion“ erarbeitet werden muss, ja nicht mal darf. Denn dann würde man ja etwas tatsächlich Neues antrainieren und eben nichts Natürliches! Ballengang ist aber die natürliche menschliche Art der Fortbewegung (auch wenn wir uns auf sehr mannigfaltige Arten, je nach Zweck bewegen können!)

 

Beim Ballengang kommt es deshalb darauf an, abseits von fremden exakten Anweisungen einen eigenen Weg zu finden, wie der eigene Körper zu eigenen Bewegungen findet, indem er in die Lage versetzt wird zu FÜHLEN, was er tatsächlich an Bewegung braucht.

 

Der Schlüssel zum richtigen Gehen liegt demzufolge darin, zu einem natürlichen und intuitiven Bewegungsrezept zu finden. Und worin liegt dieser Schlüssel zur intuitiven Bewegung?

 

-> In der Wahrnehmung! Genauer gesagt in der sogenannten Tiefenwahrnehmung.

 

Je tiefer (also freier von jeden Gedanken und Bewertungen) ich meinen Körper wahrnehme bei meinem aktuellen Tun, desto überwältigender ist das Ergebnis der darauf resultierenden Körperbewegungen.

 

Der nächste Ballengang-Workshop soll genau unter diesem Motto stehen:

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Besser Bewegen – Besser Leben:

 Ballengang – leicht gemacht!

-Ein besonderer Workshop für natürliche Fortbewegung-

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Samstag, 31.05.2014    11:00 bis 15:00 Uhr

Kulturverein Wespennest, Friedrichstr. 36

67433 Neustadt a.d. Weinstraße

-> google maps

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Fühlen – Selbst Entdecken – Umsetzen

 

Der Workshop findet in drei Teilen statt:

 

# In Teil 1 werden die Teilnehmer aus erster Hand in die wichtigsten Basisübungen zum Ballengang eingewiesen. Erfahren Sie, wie das Steppen, die „Steine im Flussbett“ als Partnerübung, das Beckengehen, die Rumpflänge, die ZZ-Linie und mehr genau gemeint sind und lassen Sie sich individuell in die Bewegungsabläufe führen.

 

# In Teil 2 erlernen Sie die Torsokalibrierung aus Bodymotic® – die erste und gleichzeitig intensivste Übung meiner Körperbewegungslehre, um schrittweise im vollkommenen Lot aufrecht und maximal entspannt stehen zu können.

 

# in Teil 3 nutzen Sie das neu erworbene Körpergefühl, um ihre ganz eigene, für Sie persönlich stimmige Hauptübung für das natürliche Gehen zu entwickeln.

 

Ich kann Ihnen jetzt schon versprechen, dass dieser Workshop sehr spannend und aufschlussreich werden wird.

 

Kosten: 79,- €

Teilnehmerzahl: 6  bis max. 12 Erwachsene

->Jetzt anmelden und Ihren Teilnahmeplatz sichern <-

Ballengänger2

 

Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennen zu lernen und mit Ihnen zu arbeiten! 

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Heisel

Erfahrungen eines Ballenganglerners


Ballengang_StrandSehr geehrte Leser, heute darf ich Ihnen einen netten kleinen Erfahrungsbericht eines ganz normalen Lesers vorstellen, der u.a. auch meinen email-Kurs zum Ballenganglernen erhielt.

Hier seine Erfahrungen auf dem Weg zum „richtigen Gehen im Ballengang

Viel Spaß:

 

Ich hatte schon vor eins, zwei Jahren vom Ballengang gehört in Verbindung mit meinen Vibram Fivefingers. Damals empfand ich front-/middlefoot strike als total natürlich im Laufen aber Ballengang nicht.

Ich hatte es probiert aber wohl unter unvollständigen Vorraussetzungen-es reicht nicht nur den „strike“ zu ändern…

Im Dezember hatte ich mir das Buch „Einfach Ballengang“ von Dirk Beckmann besorgt und zeitgleich begann ich mit dem Internetkurs bei Stefan Heisel. Die beiden Herangehensweisen an den Ballengang ergänzten sich für mich auf wunderbare Weise, und ich war so motiviert sofort damit  loszulegen.

Von dem Tag an war ich Ballengänger. Ich wollte nicht erst Übungen machen und dann nach und nach in diese Welt eintauchen. Ich wollte gleich beginnen und mich dann durch die Übungen und die daraus resultierenden Wahrnehmungen und Aha-Erlebnisse immer weiter dem federleichten Ballengang annähern. Das ich erstmal nur Absatz Oasics hatte war mir egal, auch das ich im leichten Stochengang durch die Gegend schlenderte. Dafür schaute ich den Leuten bewusster in die Augen beim Vorübergehen, damit sie mein Gang nicht so sehr verwundert machte.

Nach einiger Zeit bekam ich spezielle Ballengang-Schuhe [Anmerkung: Damit sind Schuhe mit Nullabsatz, flexibler, sehr dünner Sohle und seitlicher Zehenfreiheit gemeint] und seitdem hatten sich auch alle Parameter von Hüfte über die Wechselbewegung von Arm und Hüfte, das Doppel-Z im Körper usw. eingestellt und nun bin ich freudiger Ballengänger im federleichten Stil, sogar wenn ich nachts im Halbschlaf zur Toilette muss.

 

Gregor Schulenburg

Was lernt man auf einem Ballengang-Workshop?


 

Ballengang-Workshop - Alles ist bereit
Ballengang-Workshop – Alles ist bereit

Sehr geehrte Leser!

Was lernt man eigentlich auf einem Ballengang-Workshop?

Dieser Frage gingen am vergangenen Samstag, dem 22.03.14, Menschen zwischen Karlsruhe und den Friesischen Inseln nach als sie in Neustadt an der Weistraße den Ballengang übten.

Die Teilnehmer waren ausnahmslos Menschen, die bereits mehrere Lektionen der hier erhältlichen Email-Lektionen empfangen und – als positive Wahrnehmung des Veranstalters – auch damit gearbeitet haben!

Das Leitmotto dieses Workshops lautete:

 „Finde die optimale natürliche Gehspur“

Die Ruhe vor dem Workshop ...
Die Ruhe vor dem Workshop …

In diesem Sinn tauchten sie über dynamische Bewegungen, gefolgt von sehr feinen sensitiven Übungen in ein geschärftes Bewegungsgefühl ein. Auch die Faszien kamen dabei nicht zu kurz, denn die Teilnehmer lernten zwei einfache Techniken zur selbständigen Aktivierung des Fußgewölbes, die man zuhause jederzeit anwenden kann.

Nach und nach wurden verschiedene charakteristische Gehspuren am eigenen Körper nachvollzogen, hinterfragt und mit anspruchsvollen motorischen Übungen letztlich in die optimale natürliche Gehspur überführt.

Auch intensive spezielle Körperarbeit gehört zum Ballengang
Auch intensive spezielle Körperarbeit gehört zum Ballengang

Im Lauf des vierstündiges Seminars gelang es allen Teilnehmern, sichtbar dynamischer aus dem ganzen Körper heraus zu gehen und damit dem Konzept des auf diesem Blog dargestellten natürlichen Konzept des Ballengangs ein gutes Stück näher zu kommen.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Videoanalysen, die ganz zu Beginn und gegen Ende des Seminars aufgezeichnet wurden. Die Teilnehmer erhalten in den folgenden Tagen ganz individuelle Auswertungen ihres Bewegungsmusters. So kann jeder in der Folgezeit eine weitere selbständige Optimierung der eigenen Körperbewegungen erfolgen.

Balance - Rotation - Konzentration - Leichtigkeit
Balance – Rotation – Konzentration – Leichtigkeit

Einige praktische Tipps, um auch in alltäglichen Situationen völlig unauffällig verschiedene Aspekte des Ballengangmusters üben zu können, rundeten schließlich den Workshop ab.

Zum Abschluss sei noch die einladende Atmosphäre der neuen Räumlichkeiten des Kulturvereins Wespennest in Neustadt an der Weinstraße lobend erwähnt, in der sowohl Aufenthalt und Training angenehm zu gestalten waren.

Ich bedanke mich herzlich bei allen Teilnehmern, die eine schöne menschliche Bereicherung für mich waren, und freue mich jetzt schon auf das nächste Life-Event.

Herzliche Grüße, Ihr Stefan Heisel

 

Körperbewegungscoach Stefan Heisel
Körperbewegungscoach Stefan Heisel

 

PS:

Den besten Eindruck von solchen Workshops erhält man durch die Rückmeldungen von Menschen, die dabei waren.

Hier einige Auszüge von Feedbacks, die mir unmittelbar zugesendet wurden:

Hallo lieber Stefan,

das war bereits mein zweiter Ballengang-Workshop bei dir und ich muss sagen, es hat sich wieder gelohnt.
Deine Art die Inhalte und das worauf es ankommt zu vermitteln, finde ich sehr gut und verständlich.
Wie ich bereits am Ende des Workshops schon sagte, muss auch die Chemie zwischen „Lehrer und Schüler“
stimmen. Und diese stimmige „Chemie“ ist bei dir auf jeden Fall vorhanden.
Falls du weitere Kurse anbietest, werde ich auf jeden Fall wieder daran teilnehmen.

P.S

Gerade komme ich von meinem Waldlauf (natürlich in Minimalschuhen ;-)) zurück.
Natürlich habe ich die gelernten und erfahrenen Inhalte aus dem Ballengang-Workshop gleich umgesetzt. 
Mein gesamter Bewegungsablauf ist jetzt noch flüssiger und lockerer geworden.
Auch meine Schrittlänge (das Bein reicht ja über die Hüfte hinaus) hat sich verlängert.
Kurzum es hat richtig Freude gemacht.
Allerdings muss ich mich langsam an das Ballenlaufen gewöhnen. Die Belastung ist
auf jeden Fall wesentlich größer, als wenn ich auf den Ballen gehe.
Deshalb kann ich nur jedem raten, zuerst das Ballengehen zu lernen um dem
Körper genügend Zeit zur Anpassung der Sehnen, Muskeln und Fussgelenke zu geben.
Das kann mitunter Monate, ja sogar Jahre dauern, aber ich finde bei mir lohnt es sich.

Martin Wunsch aus Malsch / Kalrsruhe

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Hallo Stefan,

ein paar Worte zu den Stunden in Neustadt am Samstag, die ich sehr anregend fand.
Zumal ich gemerkt hab wie eingerostet und unbeweglich mein Körper gerade ist, deshalb kann ich mich dazu wenig ausdrücken, ..der Körperhat seine eigene Sprache….

Was mir gefallen hat, daß ich da keine größere „Sinngebung“, wie zum Beispiel – wenn du es so und so machst bekommst du keine Rückenschmerzen – oder du wirst glücklicher – oder so was . . . für mich empfunden habe .

Sondern :

Allein die Bewegung, allein die Dynamik ohne Zweck und Erwartung.
Ganz einfach , Spielen Bewegen Leben , wie die Kinder, im augenblicklichen Da-Sein.
Das mag vielleicht etwas überzogen klingen, es liegt aber daran, daß ich es vorher nicht gemerkt habe. (den Körper zu wenig bemerkt habe)

Als ich auf deinem Blog gelesen habe : Körpercoach, Founder of Bodymotic kam bei mir ein ?

Jetzt kann ich sagen: wahrhaftig !!!

Hans Dieter Sturm aus Hainfeld / südl. Weinstraße

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Lieber Stefan, 

Deinen Kurs fand ich sehr bereichernd. Die Übungen aus dem e-mail Kurs, die ich ja vorher schon sehr gut und verständlich fand, bekamen mehr Hintergrund, oder Basis. Die Heranführung an die hilfreichen Körperwahrnehmungen durch vorbereitende Übungen fand ich sinnvoll, nachvollziehbar und eine gute Hinführung zu einer neuen Fortbewegungsstrategie.

Dein Engagement zu diesem Thema und die gute Vorbereitung machten es mir leicht, mit zu gehen. Nun bin ich noch gespannt auf die Videos und darauf, wie es mit meinem „neuen Gehen“, wie ich es nenne, weiter geht.

Karen Hohn, Spiekeroog / Nordsee

Ballengang auf dem Fahrrad?


Ballengang_Laufrad
Mit Ballengang begann das Radfahren

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Nutzen Sie auch gerne das Fahrrad als Verkehrsmittel – im Alltag oder ab und an in der Freizeit?
Ist Fahrradfahren eigentlich gut für Rücken, Beweglichkeit, Körperhaltung? Oder kann man sich damit die Körperstruktur regelrecht vermiesen?
Nun, da Sie sich mit Sicherheit für richtiges Bewegen im Ballengang interessieren, möchte ich mich mit einem (aber nur auf den ersten Blick!) leicht abwegig erscheinenden Exkurs befassen. Ich wünsche viel Spaß bei der nachfolgenden Lektüre.

Was hat denn Radeln mit Gehen zu tun und was gäbe es denn großartig zu beachten, um sich dabei sogar dem natürlichen Ballengangmuster anzunähern?
Das Thema „Fahrradfahren“ beschäftigt mich hinsichtlich Körperarbeit schon seit vielen Jahren. Ich persönlich habe mittlerweile durch tägliches Radeln meine Bewegungen dabei nahtlos in das sonstige Gehmuster integriert. Das geschah wie immer aus einer Kombination aus Wissen, Körpergefühl und vor allem durch Kontinuität.
Gerne lasse ich den interessierten Leser an meiner Praxis teilnehmen – lassen Sie mich aber eins vorausschicken:
Infolge meiner Ausbildung in Körpertherapie hielt ich Fahrradfahren jahrelang für „ungesund“ oder -besser ausgedrückt- dem natürlichen Bewegen entgegenwirkend. Das war im Nachhinein betrachtet aber mehr eine Meinungsübernahme, die ich auch entsprechend gegenüber Klienten und Schülern vertrat.
Seit meiner Spezialisierung auf „native abilities“ (angeborene Fähigkeiten) und entsprechender Arbeitsweise schaut das aber nun schon sehr anders aus.
Es kommt folglich weniger darauf an, WAS man tut oder meidet, sondern darauf WIE und in WELCHEM AUSMASS etwas praktiziert wird.

Umgemünzt auf das Radeln bedeutet das:
– Welches Fahrrad benutze ich?
– Wie stelle ich es auf mich ein?
– und zentral: Wie bewege ich mich beim Fahren?

Zäumen wir das Pferd vom letzten, wichtigsten Punkt auf und betrachten ganz grob, was denn beim Radeln so „normalerweise“ passiert:
– Wir sitzen die meiste Zeit auf einem Sattel -> unser Becken ist fixiert und damit auch unser Rücken

– Wir halten einen Lenker -> unser Arme sind ebenfalls fixiert und damit auch der Schultergürtel

– Wir treten in die Pedale -> unsere Bewegung ist auf einen monotonen durch das Gerät festgelegten Ablauf fixiert

Sitzposition und Winkel der Gliedmaßen kann bei folgender Feststellung außer Betracht gelassen werden:

-> Durch die oben genannten Fixierungen arbeitet der Körper OHNE VERBINDUNG ZWISCHEN OBER- UND UNTERKÖRPER!
Durch das Fehlen von Abdruck und Landung (was ja beim Ballengang zentral ist) arbeiten die für ganzheitliche Bewegungen so wichtigen Faszien so gut wie gar nicht- bekommen also weder Kräftigungsreize noch Dehnungsimpulse. Rein die Muskulatur leistet die Arbeit, und das auch noch relativ isoliert.

So gesehen sieht es standardmäßig in der Tat zunächst recht mau aus, was den Gebrauch des Körpers beim Radeln betrifft. So gesehen ist Fahrradfahren zumindest nicht sonderlich gesund für unsere Bewegungen.

Nun möchten wir aber gern Radfahren und dabei – wenn schon- als Ballengänger dem Körper was Gutes dabei tun.

Wie funktioniert also „richtiges Fahrradfahren“?

Es ist relativ gut machbar, wenn wir einige Dinge beachten. Wir tun uns den größten Gefallen, wenn wir die drei oben genannten Fixierungen auf dem Fahrrad minimieren und es schaffen, Ober- und Unterkörper über eine aktive Faszienkette zu verbinden.
Wie soll das auf dem Rad funktionieren?

– Das „Geheimnis“ hierfür liegt primär in der Nutzung des Rumpfes!

Die theoretische Beschreibung des natürlichen Bewegungshergangs würde (ähnlich wie der Ballengang-online-Kurs) den Rahmen eines Blogartikels zwar sprengen, aber ich gebe Ihnen in Stichpunkten die wichtigsten Schnittstellen der Bewegung als Anregung zum Ausprobieren:

1. Am einfachsten beginnen Sie damit, im Stehen eine Steigung hinaufzufahren und zu beobachten, was dabei im Gegensatz zum Fahren im Sitzen geschieht. Versuchen Sie dann, auch im Sitzen diese Bewegungsabläufe vom Grundsatz her umzusetzen – > Ganzkörpereinsatz

2. Rotieren Sie das Brustbein immer zum aufsteigenden Knie hin (genau wie im Ballengang)

3. Leiten Sie das Strecken des Beines mit einem leichten entspannten Zug nach hinten mit dem gleichseitigen Arm ein. (Genau wie die Gegenrotation im Ballengang)

4. Lassen Sie eine seitliche Wippbewegung im Becken zu (entspricht dem „Beckengehen“ aus der dritten Lektion Ballengang)

5. Stützen Sie sich nicht bzw. minimal auf den Lenker ab. Durch Entspannung in der Schulter entsteht automatisch eine vom ganzen Körper auf die Fahrradkonstruktion übertragene leichte(!) Schlängelbewegung. Diese entspricht auch der optimalen Gehspur beim Ballengang (siehe link)

6. Lassen Sie zu, dass Ihre Knie beim Anheben leicht nach außen rotieren– genau so, wie Sie auch beim natürlichen Gehen durch den Psoas (Kurs 5) geschieht.

7. Ändern Sie immer wieder den Kontakt zu Sattel, Pedalen und Lenker. So verhindern Sie stereotype Gewohnheiten und Belastungen. Im Grunde sollte man es sich stets aufs Neue bequem auf dem Rad machen.
(Dazu gehören natürlich auch adäquate Pausen, was ja wiederum zum Standard gehört 😉 )

8. Für „Fortgeschrittene“:
Wenn Sie sehr entspannt sein können, dann initiieren Sie sämtliche Bewegungen (Pedaltritt, Lenkerzug, Rotationen) ausschließlich vom RUMPF aus! Hierdurch können Sie einerseits Ihre sog. Kernmuskulatur aktivieren und nutzen andererseits Ihre Kräfte ganzheitlich und ökonomisch über die Faszienkette. Diese Bewegungsweise wird hier jetzt zuwar von mir erwähnt, benötigt aber zugegebenerweise eine intensivere Auseinandersetzung bzw. Schulung.

Das Fahrrad

Wie Sie sicherlich bereits ahnen, kann natürlich nicht jede Fahrradart diese Form des Fahrens unterstützen. Wichtigste Kriterien sind: Position und Form von Lenker und Sattel und ihr Höhenverhältnis zueinander.

Lenker:
Die Ellbögen sollten beim Führen bequem und locker nach unten fallen können  – schulterbreite Griffhaltung!

Sattel:
So breit, dass die Sitzhöcker großzügigen Kontakt haben
Flexibel gelagert/gefedert, so dass das Becken mitrotieren kann ohne viel zu rutschen (Zeichnung)

Verhältnis Sattel zu Lenker:
Die Sitzposition sollte es ermöglichen zwischen fast aufrecht mit leicht angewinkelten Armen und völlig aufrecht mit locker gestreckten Armen zu variieren.

Fazit:

Wie wir sehen, kann der ganze Bewegungsprozess beim Fahrradfahren in hohem Maß auf die wenigen natürlichen Abläufe hin gestaltet werden, die auch beim Ballengang stattfinden.

Ich lade Sie dazu ein, bei Ihrer nächsten Fahrt diese Ausführungen zu beachten und selbst auszuprobieren, was sich dadurch bei Ihnen ändert.

Ich freue mich auf Ihr Feedback und Kommentare (s.u.)

Viel Spaß beim besseren Bewegen wünscht herzlich,

Stefan Heisel

PS: Um grundständig in die Kunst des richtigen Gehens einzusteigen, lade ich Sie herzlich zu meinem Emailkurs ein, der Sie sicher durch die Pfade der Bewegungen führen wird -> Zum Emailkurs

Ballengang und Kampfkunst


oder:

Wie verwandle ich einen vermeindlichen Nachteil in einen großen Vorteil?

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

aus gegebenem Anlass möchte ich heute auf einen mir persönlich sehr naheliegenden und wichtigen Aspekt des Ballengangs eingehen.

Der Anlass hierzu ist ein Statement eines international bekannten Kampfkunst-Großmeisters, der sich in  einem aktuellen Twitterbeitrag https://twitter.com/gm_kernspecht/status/427466706936954880 sehr positiv über den Ballengang äußert.

Aber WARUM sollte man als ein Könner überhaupt ganz neue Gesichtspunkte in Betracht ziehen? Man ist doch, gerade als Kampfkunstmeister, souverän und „fertig ausgebildet“. Man hat alles schon gesehen und beherrscht seine Kunst hervorragend … Warum also überhaupt neue Wege gehen?

Im Fall des oben genannten war es, wie er selbst berichtet, ein Fersensporn, der ihn dazu brachte, etwas anders zu machen als vorher. Bei anderen, beispielsweise Bruce Lee, war es eine schwere Rückenverletzung. Bei nahezu allen meinen Klienten oder Schülern haben sehr viele mit Rückenschmerzen, Knieproblemen, steifen Schultern, die sie in ihrem alltäglichen Tun einschränken und daher nach einer Veränderung suchen.

Man kann also sagen, dass zuerst eine „Schwäche“ vorliegt, die dann zu einem Prozess der Erkenntnis führt. Der Erkenntnis nämlich, dass etwas verändert werden muss, weil das bisherige ganz offensichtlich versagt hat oder zumindest alles andere als optimal war. Ganz bemerkenswert ist so eine Erkenntnis, wenn es sich dabei um scheinbar vollkommen banale Dinge handelt wie etwa das Gehen, Stehen, Sitzen, Atmen. Wir glauben, dass wir das selbstverständlich können, dass es da nichts Aufregendes mehr zu erkennen gibt und bauen unser gesamtes übriges Handeln auf diesem (Trug)Schluss auf. Interessanterweise weiß jeder Musiker, Tänzer und Leistungssportler, dass die unentwegte Arbeit an den Grundlagen bzw. Basics das Fundament des Erfolgs und Fortschritts darstellt. Im „Alltag“ scheint es allerdings oberflächlich gesehen nichts zu geben, was in der Basis verbessert werden kann(?)

Was passiert aber nun, wenn man beginnt, sich näher mit jenen „banalen“ Dingen wie beispielsweise dem eigenen Gehen zu beschäftigen?

Welche Prozesse werden in Gang gesetzt, wenn etwas längst Abgehaktes, nicht mehr bewusst Wahrgenommenes auf einmal in den Fokus unserer Aufmerksamkeit gerät?

> Wenn man den Betreffenden Glauben schenken möchte, ergibt sich immer eine durchgängige Antwort:

Positive Weiterentwicklung, verbunden mit einem Sprung in eine bis dato unbekannte Qualität in Bewegung, Fühlen und auch Denken!

Es entwickelt sich also aus einer Schwäche, einem Problem durch intensive grundlegende Aufmerksamkeit und Erkenntnis eine neue Stärke, eine neue Kompetenz!

Als Kampfkünstler spürt man dies in besonderer Weise, weil hier die neugewonnene Stärke durch den Ballengang absolut unmittelbar umgesetzt wird. Wenn wir beginnen, die Kraftkette vom Boden über das Fußgewölbe nach oben durch den Körper zu leiten, anstatt aus einem stabilen aber immobilen Stand heraus zu arbeiten, erhöhen sich gleichzeitig Beweglichkeit und Energiepotential.

Faszien-Punch1
Faszien-Punch-Vorspannung
Faszien-Punch2
Faszien-Punch-Entladung
Man Beachte die ganzkörperliche Ballenarbeit!

Wie äußert sich das konkret?
In meiner freien Kampkunstpraxis hat sich seit dem Praktizieren des Ballengangs (vor ca 9 Jahren) viel verändert:

– Durch die allgegenwärtige Hinzunahme des Sprunggelenks erhöht sich der Bewegungsspielraum, d.h. auch die Reichweite aller Gliedmaßen um mindestens 10-20 cm.

– Durch die ständige Präsenz der faszialen Kraftkette sind wesentlich spontanere und feinere Bewegungsrichtungswechsel möglich.

– Da die Kraft „aus der Ferse“ in bestimmten Fällen dennoch gebraucht/ eingesetzt wird, ergibt sich ein vielseitigeres, überraschenderes und dynamischeres Gesamtbewegungsmuster.

– Die über den Ballen aufgebaute fasziale Vorspannung ermöglicht äußerst explosive, schnelle Kräfte für alle Stoß-, Zug-, Schlag-, Reiß-, Kickbewegungen

– Ballengang im Alltag zwingt den Körper dazu, sich im Sinne einer Doppel-Z-Kraftlinie neu zu sortieren. In der Kampfkunstanwendung führt das einerseits zu einem veränderten (und variablen) Körperschwerpunkt und

– andererseits zu mehr Stabilität bei Kraftübertragungen aller Art z.B. auf einen Übungspartner bzw. Gegner

– bei Kampfkünsten mit Kontaktübungen (ChiSao, PushHands, ReakTsun, KaKie, …) verändern sich Distanz und Kontaktpunkt hinsichtlich mehr Möglichkeiten

– Ein fortgeschrittener Ballengänger fällt weicher und ist schneller wieder auf den Beinen. Grund hierfür ist die automatische Nutzung von mehr Körpersegmenten und Gelenken

– …. (es ergeben sich auch noch feinere sehr spezielle Fertigkeiten allein durch das ganzkörperliche Ballengangmuster)

Wie wir sehen, wird nur durch eine einzige Veränderung einer Basisbewegung, dem Gehen, eine regelrechte Lawine von positiven Entwicklungen in der Kampfkunstpraxis losgetreten. Das alles ist nur möglich, wenn man freiwillig -oder wie so oft unfreiwillig durch Schmerzen- die Bereitschaft für Entdeckungen aufbringt. Es gilt auch hier der Satz:

„Der Apfel fällt ganz von selbst vom Ast – WENN er reif ist!“

Mit freundlichen Grüßen, Stefan Heisel

PS: Lieber Leser, sind SIE schon reif für den Ballengang?

Falls ja, lade ich Sie herzlich zu meinem kostenlosen Intensiv-Email-Kurs ein!

-> hier gehts direkt zum Kurs

Rückenschmerzen durch falsches Gehen?!


Rückenschmerzen_durch_falsches_Gehen
Rückenschmerzen durch falschen Gehen?!

Sehr geehrte Leser(innen),

angeregt durch einen Hinweis meines Kollegen Dirk Beckmann, der sich u.a. auch mit dem Ballengang beschäftigt, -> http://ballengangblog.blogspot.de/2013/12/fersengehen-als-ursache-fur.html?m=1 , bin ich durch die unten genannte Reportage des SWR auf einige Gedanken gekommen, die ich Ihnen ungern vorenthalte.

In dem Beitrag geht es darum, dass Christoph Anders von der Uniklinik Jena mit Hilfe von sehr aufwändigen Messgeräten feststellt, dass ein Mensch die durch das Gehen verursachten  Stöße mithilfe der Rückenmuskulatur abfangen muss. Und genau diese Koordination durch messbare Schwäche in anderen Muskeln, insbesondere der Bauchmuskeln, nicht richtig funktioniert.

Als Fazit wird dazu geraten, sich generell mehr zu bewegen und so immer wieder den ganzen Körper trainiert zu halten.

Zunächst möchte ich hervorheben, dass ich solche Reportagen generell sehr gut finde!

Denn einerseits wird endlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Mehrzahl der Schmerzen nur auf uns selbst zurückzuführen sind, also auf die Nutzung unseres eigenen Körpers.

Zum anderen wird darauf hingewiesen, dass eine ausgewogene Bewegung im Alltag bereits sehr viel Positives bewirken kann.

Interessanterweise zeigt gerade dieser Film einen äußerst gravierenden Fehler im Bewegungsmuster auf, stellt diesen als völlig normal hin und versucht daraufhin schlusszufolgern, wie man diesen durch andere Körperfunktionen ausgleichen könne.

Das ist aber meiner Meinung nach ein großer Irrtum und geht völlig an den Ursachen des beschriebenen Grundproblems vorbei!

Wenn Sie sich bereits ein wenig mit Ballengang beschäftigt haben, dann sehen ab etwa Minute 3, dass die junge Frau durch ihr die ganze Zeit über deutlich hörbares (und natürlich auch durch die Apparate indirekt messbares) Fersenpoltern ganz erhebliche Stöße auf ihre Wirbelsäule überträgt. Auch zeigt der Film in einer sehr guten Tricksaufnahme, wie sich diese Stöße über die Ferse auf den Rücken übertragen und damit unter anderem auch Stress in Gelenken und Muskeln auslösen.

Diese Art Stöße können jedoch von der Wirbelsäule selbst nicht wirksam abgefangen werden, auch nicht mit austrainierten Muskeln am ganzen Körper.

Test:

Um dies eindrucksvoll herauszufinden, halten Sie sich einfach (falls nicht bereits getan) beim Gehen über die Ferse die Ohren zu und lauschen sie dem dumpfen Stoß bei jedem Schritt.

Danach wiederholen Sie die Hörprobe, indem sie auf dem Vorfuß gehen, soweit Ihnen das zur Zeit möglich ist.

Die Antwort nach dem richtigen Umgang mit Ihrer Wirbelsäule ist also nicht primär in einer untrainierten Muskulatur zu suchen, sondern vor allem im korrekten funktionalen Umgang mit unserem Körper. Selbst vermeindlich gut austrainierte Sportler gehören zu den nicht ergründbaren Rückenschmerzkandidaten und suchen Rat bei Menschen, die sich mit ganz normalen Alltagsbewegungen besonders gut auskennen.

Menschen die sich im Ballengang bewegen können, kennen keine durch Gehen verursachte Belastung irgendwelcher Gelenke. Sie ermüden auch weit weniger und entwickeln im fortgeschrittenen Stadium mehr Kraft und Energie bis ins hohe Alter. Der Effekt ist unmittelbar spürbar, steigert sich mit der Zeit und ist somit authentisch.

Interessanterweise wurden im Film auch in keiner Weise die getragenen Schuhen betrachtet, die aufgrund von Absätzen und unphysiologoscher Passform einen erheblichen ursächlichen Anteil an Funktionsstörungen und/oder Deformationen haben.

-> Bei so vielen Fehlern:

Warum gefiel mir gerade dieser Film so passend für diesen Blog?

Ganz einfach: Falls Sie Neuling sind und sich noch nicht viel mit natürlichem Gehen beschäftigt haben, werden Sie durch meine „bodymotische“ Beurteilung auf eine neue Sichtweise aufmerksam gemacht, die den meisten aufgrund ihrerer Erfahrungen in Schule und Sportverein, aber auch bei Ärtzten und Physiotherapeuten unbekannt sein dürfte.

Falls Sie sich bereits mit Ballengang beschäftigen und diesen praktizieren, dann haben Sie mit diesem Film eine sehr gelungene Bestätigung Ihres Tuns vor Augen.

In jedem Fall wünsche ich Ihnen viel Spaß und jede Menge eigene Gedanken bei der folgenden Reportage des SWR: „Die wahren Ursachen von Rückenschmerzen“.

Viele Grüße an alle Leser(innen) und nochmals Dank an Dirk Beckmann für den guten Filmtipp!

PS: Falls Sie gerne den Ballengang unter kompetenter schriftlicher Anleitung ausprobieren wollen, lade ich Sie hiermit herzlich zu unserem wöchentlichen Emailkurs ein! Gratis und nur solange Sie möchten 🙂

Ein Feedback zu unserem email-Kurs


Emailkurs_Ballengang
Ballengang-Fernkurs

Hallo liebe Leser,

heute möchte ich Ihnen ein Feedback eines Teinehmers des email-Kurses vorstellen, das mir besonders gefällt.

Bei der Zusammenstellung der Übungen hatte ich genau die Idee, die im Folgenden beschrieben wird.

Ralph Bote hat folgendes geschrieben:

„Hallo Stefan, super dein Kurs. Erstaunlich Gehen lernen im fortgeschrittenen Alter, da meint man doch das man da eine gewisse Erfahrung hat und schwups wird alles anders. Ich freue mich auf jede neue Lektion in deinem email-Fernkurs. Jedesmal überrascht du mit unerwarteten neuen Details zum Bewegungsablauf. Gehen als Wundertüte. Nein im Ernst die Gehbewegung kann dank deiner Hilfe zu so etwas sinnlichem und irgendwie Rundem werden, was ich so nicht erwartet hatte. Irgendwie wird der ganze Körper umgestellt, ganz schön tiefgreifend.
Mittlerweile hat sich meine Muskulatur soweit auf den anderen Gang eingestellt, dass die anfänglichen Umstellungsprobleme wie Muskelkater, kleinere Überlastungsreaktionen etc. Geschichte sind. Einzig geblieben ist eine gewisse Ermüdung der Muskulatur beim längeren Gehen. Wahrscheinlich übertreibe ich es etwas.
Gruss Ralph“

Der original-Beitrag ist HIER zu finden.

Gerne lade ich auch Sie dazu ein, Ihr eigenes Gehen jede Woche neu zu definieren.

Wie? Ganz einfach! -> Hier geht’s zur Anmeldung

Herzliche Grüße, Stefan Heisel

Richtig Gehen Lernen (4b) – Wie ich den größten Fehler beim Ballengang vermeide


Fortsetzung von diesem Beitrag

Wie Sie den größten Fehler beim Ballengang vermeiden!

Ballengang_Alltag_2
Richtig Gehen Lernen (4b)
Sehr geehrte Leser,

im Anschluss an [diesen Artikel] möchte ich Ihnen heute grundsätzliche Tipps an die Hand geben, mit denen Sie den größten Fehler beim Ballengang von Grund auf ausmerzen können.

Lassen Sie mich dazu mit zwei kleinen Anekdoten aus meiner eigenen Gehpraxis beginnen:

– Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen, als ich im Februar 2005 erstmals von der Idee des Vorfuß-GEHENS erfahren habe. (Das LAUFEN über den Vorfuß war damals schon seit längerem eine gängige Alternative bei Sportlern) An jenem Morgen packte ich meine absatzlosen Bär-Schuhe wie gewohnt aus dem Schuhschrank und nahm mir einen Spaziergang vor, um diese Sache mal zu zu testen. Gesagt-Getan ……

Die große Mühe, die ich dabei hatte, stets über den Vorfuß den Boden zu berühren, vergesse ich ebensowenig wie die Schmerzen, die sich nach 30 Minuten in Füßen und Unterschenkeln einstellten. Alles in mir weigerte sich schließlich, so weiter zu machen.

Andererseits spürte ich aber anschließend in sehr mannigfachen Situationen, um wieviel mehr sich u.a. meine Beweglichkeit, Schnelligkeit und auch Effizienz bei der Kampfkunst durch die  stärkere Nutzung des Ballens steigerten.

Also suchte ich schon damals nach Übungen, die meinen Körper und mein Nervensystem „austricksen“ könnten, damit ich diesen Ballengang als „ganz normal“ in mein Leben integrieren konnte. ABER: Immer, wenn ich bewusst in den Ballengang wechselte, war ich nicht mehr so richtig ich selbst und muss auch äußerlich ein bisschen wie ein „Clown“ gewirkt haben. 🙂 Zumindest gaben mir meine Kinder damals deutlich zu verstehen, dass ich mit dem albernen „Umherstelzen“ aufhören soll; das sei peinlich…

Gut, dass ich aber dennoch immer mehr daran feilte und mich auch weiterbildete bis ich schließlich unabhängig von Allem eigene Wege fand, sehen Sie ja im Ergebnis weiter unten 🙂

– Die zweite Anekdote hat mich kürzlich dazu bewegt, in diesem Blog auf gewisse Dinge einzugehen, um Sie, der Sie sich die Mühe machen hier mitzulesen, wesentlich schneller auf den „richtigen Trichter“ zu bringen. Es handelt sich um ein AHA-Erlebnis mit einem Klienten, der mich bis zu unserer Begegnung nur aus dem schriftlichen Email-Kurs kannte.

Nach der manuellen Fasziensitzung, der Körperstrukturanalyse und ganz individuell abgestimmten Zusatzübungen bat er mich, doch einfach mal „ganz normal ‚rumzugehen“.

Das tat ich, erklärte beiläufig, dass er bei dieser Gelegenheit auch mal meine „Gehspur“ beobachten solle und bekam dann folgendes Statement von meinem Klienten: „Herr Heisel, Sie gehen doch gar nicht im Ballengang?!“

Nun, ich bin mir durchaus sicher, „richtig“ zu gehen mit allem, was dazugehört. Ja, in diesem Gehtempo trat ich sogar klar mit dem Ballen zuerst auf (was noch nicht einmal der Hauptaspekt beim Ballengang ist). ABER: Man sieht es als Laie quasi nicht!

Also bewegte ich mich daraufhin in Zeitlupe und auch vor und zurück, bis es dann für meinen Gast sichtbar war.

Dieser hingegen musste sich – genau wie ich damals- trotz vieler Übungen regelrecht zwingen, auch nur in die Nähe von Ballengang zu kommen.

Um genau dieses „Unsichtbare“ zu demonstrieren und zu dokumentieren, habe ich mich mal in einer völlig alltäglichen Situation per Handycam filmen lassen:

Viel Spaß beim Ansehen!

Was ist also geschehen zwischenzeitlich? (Immerhin sind über acht Jahre vergangen)

Vom „peinlichen Clown“ zum total unauffälligen Ballengänger?

Ich will ehrlich sein…..

Mein altes Gangbild hat sich erst dann in ein ganz natürliches Bewegungsmuster, genannt „Ballengang“, verwandelt, als ich damit aufhörte, Ballengang zu üben!

 Oha, bevor jetzt der Verdacht aufkeimt, ich wollte alle meine Newsletter-Leser auf den Arm nehmen, lassen Sie mich erläutern, wie ich das genau meine:

Schauen wir uns doch einmal an, wie sich alle lernfähigen Lebewesen ihre natürlich angelegten Fähigkeiten aneignen:

– Sie ahmen (unterbewusst) Artgenossen nach

– Sie spielen und erkunden/erweitern so ihre Möglichkeiten

– Sie tun einfach, was sie können

Voraussetzung dafür sind im Wesentlichen nur zwei Dinge:

– ein funktioneller Körper

– eine Umwelt, die zum Spielen und Erkunden einlädt

Von ÜBEN ist also überhaupt keine Rede und es kommt auch in der Natur keinesfalls so vor, wie man das im „verschulten Lernen“ fast ausschließlich antrifft!

Man könnte annehmen, dass „Gehen“ ebenfalls zu unseren natürlich angelegten Fähigkeiten zählt. 🙂

-> Folglich kommen wir nur richtig weiter, wenn wir unser Lernen nicht auf das Meistern von festgelegten Übungen definieren, sondern auch im Lernen selbst uns unserer ureigensten Fähigkeiten bedienen!

 Was bedeutet das jetzt und welchen Sinn haben dann z.B. die von mir empfohlenen Lektionen 1-10?

Anleitung zum Erlernen des Ballengangs
Anleitung zum Erlernen des Ballengangs

 

Die oben genannten Grundsätze sind Teil eines größeren Konzeptes, mit dem alle Körperbewegungen auf nachdrücklichste Art und Weise an das naturgegebene Optimum gebracht werden können.

Um einen kleinen Eindruck zu vermitteln, wie eine der Ballenganglektionen umgesetzt werden können, gibt es demnächst eine weitere Fortsetzung (3) von „Der größte Fehler beim Ballengang“

 Ich bedanke mich für das Lesen dieses längeren Artikels und wünsche Ihnen viel Spaß beim Nicht-Üben! 🙂

 Mit freundlichem Gruß,

 Ihr Stefan Heisel

 PS:
 Sollten Sie noch nicht an dem kostenlosen Email-Kurs zum Ballengang teilnehmen, so sind Sie dazu herzlich eingeladen. Sie finden [HIER] den entsprechenden link dazu.

Richtig Gehen Lernen (4a) – Der größte Fehler beim Ballengang


Der größte Fehler beim Ballengang

Richtig Gehen Lernen (3)
Richtig Gehen Lernen (4a)

Sehr geehrte Leser,
heute beschäftigen wir uns mit dem zugleich einfachsten (wenn man es kann) als auch schwierigsten Prinzip des Gehens.

(Dieser Artikel richtet sich in besonderer Weise an die Abonnenten des kostenlosen email-Kurses „Richtig Gehen Lernen im Ballengang“, den sie HIER sehr einfach bestellen können.)
Der Begriff „Ballengang“ suggeriert (verständlicherweise) bei vielen Menschen die Idee,es handele sich um eine spezifische (Fuß)Technik, die man sich aneignen kann, um beispielsweise die Wirbelsäule zu schonen. Noch spezieller sogar: Man erwartet, dass „der Ballengänger“ ganz offensichtlich den Fußballen ähnlich einem Tänzer vorausschickt und sich auf eine eher künstlerische aber unnatürliche/ nicht alltägliche Weise fortbewegt. Sobald der „Tanz“ beendet wird, ist alles wieder beim Alten.

Mit dieser oder einer ähnlichen Assoziation werden dann auch erste Versuche im Ballengang gestartet oder einzelne Übungen als besondere Technik durchgeführt.
Es findet also sehr sehr häufig eine Trennung zwischen dem Modus „Ich übe eine Technik“ und dem „normalen Lebenstatt.
Dieses Phänomen beobachtete ich fast immer, wenn es um körpergerechtes Bewegen ging:
So schwebt der Tai Chi Lehrer während der Demonstration in seinem vertrauten „Ich übe eine Technik“ – Modus, manchmal unterstützt von Seidenanzug, dahin. Nach der Übungsstunde geht derselbe Mensch „fersenpolternd“ und mit Rundrücken nach draußen um (alles schon erlebt) eine Zigarette zu rauchen….

Es findet also so gut wie keine Integration von durchaus sehr ausgefeilten Übungsanreizen in das allgemeine Sein oder Tun statt.

In Wahrheit wird also weniger geübt als vielmehr sich beschäftigt.

Genau das kann Ihnen beim Ballengang auch passieren. Sie befolgen beispielweise alle Praktiken des ->online-Ballengangkurses<- oder eines Buches und werden in der gleichen Sekunde, in der die Übung zu Ende ist, wieder ganz der/die „Alte“ – ohne oder mit sehr wenig nachhaltigem Effekt.

DAS ist der größte Fehler, der Ihnen insbesondere beim Gehen passieren kann.

-> Sie trennen innerlich und äußerlich Ballengang vom Gehen an sich: „Jetzt mach ich Ballengang“ -> ja und sonst etwa nicht? ….

Bei speziellen Tätigkeiten ist diese Trennung ja selbstverständlich: „Jetzt mach ich Handstand oder jetzt mach ich Breakdance oder jetzt hüpfe ich im Dreieck ….“

-> SO ist Ballengang aber keineswegs gemeint!

Denn „Gehen“ ist ein angeborenes Grundbewegungsmuster, das normalerweise vollkommen unbewusst abläuft.

Was also tun?

-> 1. Aufgabe an Sie, liebe Leser:

Ersetzen Sie den Begriff „Ballengang“ für sich selbst einfach durch den Begriff „Gehen“ – und schon sind Sie dem eigentlichen Ziel ein gewaltiges Stück näher gekommen.

Ballengang-falsch
So bitte nicht!

Wie Sie konkret diesen Fehler vermeiden können und somit jede Übung auch wirklich zur Wirkung kommt, beschreibe ich Ihnen ausführlich und >>sehr anschaulich in den nächsten Tagen in Teil b.<< <- (bitte klicken!)

Mit herzlichen Grüßen,

Stefan Heisel

Richtig Gehen lernen (3) – Kinder lernen Ballengang


Richtig Gehen Lernen (3)
Richtig Gehen Lernen (3)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

angeregt durch eine Skypeanfrage bezüglich der 2-4 –jährigen Kinder eines Ballengängers möchte ich mich heute der Frage widmen, wie man Kinder dazu bringen kann, im Ballengang zu gehen.

Die Antwort darauf ist ebenso banal wie selbstverständlich: Direkt GAR NICHT!

Wie stellt sich das natürliche Gehen eines gesunden Kindes aber optimalerweise ein?

Nachdem sich das Kind frei aufrichten und selbständig auf die eigenen Beine stellen kann, muss es zunächst seine Balance finden. Der Kopf ist überproportional, die Wirbelsäule ist noch nicht vollständig in ihrer stabilisierenden Doppel-S-Form, die Muskulatur ist noch nicht auf das Stehen trainiert und die Faszien (das Bindegewebe) müssen sich an diese aufrechte Gestalt allmählich anpassen.

Ein ganz entscheidender Teil des faszialen Netzwerkes ist hier noch gar nicht ausgebildet, nämlich das Fußgewölbe. Dieses für die richtige Fortbewegung sehr wichtige Bindegewebe muss sich rein durch Training, das bedeutet also durch das Stehen und Gehen selbst, überhaupt erst ausbilden. Das selbe gilt für den ganzen Bewegungskörper und dessen stützende Funktionen. Alles, was vom gesunden Kind an Bewegungsimpuls kommt, ist angeborenerweise gut und richtig und dient der gesunden körperlichen und geistigen Entwicklung. Glücklicherweise müssen wir unserem Kind die wirklich essentiellen Dinge wie sich aufzurichten, sich zu setzen, zu stehen und zu gehen ebenso wenig aktiv beibringen wie das Sprechen. Es geschieht automatisch in einer gesunden Umwelt und der Interaktion mit anderen Menschen.

Worauf wir in Bezug auf das Gehen achten müssen, ist, dem Körper auch wirklich Gelegenheit zum Üben und Agieren zu geben und es nicht durch im Evolutionsplan nicht vorgesehene „Hilfsmittel“ wie Laufställchen, Laufrädern oder Schuhe zu behindern.

Unsere Aufgaben bestehen hierbei:

  1. Zu allererst schaffen wir den Rahmen für eine abwechslungsreiche und anregende Entwicklungsumgebung für das Kind (also viel Natur, viele Anreize, Dinge auszuprobieren) So kann sich das natürliche „Aufbautraining“ am besten entfalten.
  2. Dann sollten wir das Kind hin und wieder auch beobachten und erkennen, ob es wirklich Unterstützung braucht oder nicht. Hier kann im Zweifelsfall der Rat von Fachleuten hilfreich sein, um zu sehen, ob eine Beobachtung in den gesunden Entwicklungsbereich fällt oder davon abweicht. Achten Sie beim Beobachten insbesondere auf Symmetrie der Körperseiten in Ruhe und in Bewegung und werden Sie bei unflüssigen oder zu schnellen oder langsamen Bewegungen aufmerksam.
  3. Helfen Sie dem Kind (nur), wenn es wirklich Hilfe benötigt und dann aber so früh wie möglich, um Fehlentwicklungen und/oder unnötige Frustration zu vermeiden. Das kann auch bedeuten, entsprechende Hilfsmittel oder Therapien von Fachleuten in Anspruch zu nehmen, solange wie nötig.

Kann das Kind von alleine Ballengang?

Jein. Am Anfang wird es seine hochsensiblen Füße sehr häufig unwillkürlich tastend benutzen, die Zehen u.U. weit abgespreizt, da es noch auf einen unebenen und unregelmäßigen Boden „geeicht“ ist. Das sieht wie Ballengang aus, jedoch ist ja das Fußgewölbe ja bei weitem noch nicht so ausgebildet, dass viel (Feder-)Kraft über den Ballen übertragen werden kann. Deshalb können Kleinkinder trotz ihres geringen Gewichts beispielsweise nicht gut springen.

Aus dem selben Grund liegt ein leichter physiologischer Knick- und Senkfuß bis zum 5. / 6. Lebensjahr vor, der sich allmählich von selbst richtet, wenn der Fuß entsprechend natürlich benutzt wird.

In dieser Zeitspanne findet jedoch ein weiterer für das Leben einschneidender Prozess für das Kind statt: das Lernen durch Nachahmung!

Das Kind „inhaliert“ regelrecht jede Geste, jede Redensart und auch jede Bewegung von den engsten Bezugspersonen. Also auch die Art zu gehen.

Deshalb kommen jetzt SIE AKTIV ins Spiel!

Anstatt an dem Kind etwas verändern zu wollen, liegt es an Ihnen, die Dinge zu tun, die dem Kind einmal von Nutzen sein können und Dinge zu vermeiden, die dem Kind bei Nachahmung weniger nützen.

Bewegen Sie sich leichtfüßig im Ballengang, wird das Kind es unbewusst auch tun. Sitzen Sie aufrecht und entspannt auf den vorderen Sitzhöckern, wird ihr Kind dies als völlig normal aufnehmen und in seinem Gehirn ebenso verankern. Selbiges auch im emotionalen Bereich.

Hier also der letzte Punkt, mit dem ihr Kind Ballengang fürs Leben lernt:

  1. Seien Sie Vorbild! Ohne das Kind dabei zu maßregeln, wenn es Sie nicht 1 zu 1 kopiert. Jeder ist individuell. Das Kind sucht sich intuitiv die Dinge aus, die es von Ihnen übernimmt, oder es einfach nur JETZT noch nicht übernimmt, sondern später. Auf alle Fälle geschieht all das unbewusst seitens des Kindes.

Sie sehen: ein Kleinkind lernt völlig anders als ein Erwachsener.

Deshalb sollten Sie Ihre mühsam später gelernten Lektionen nicht auf die gleiche Weise an das Kind weitergeben, sondern einfach nur für sich selbst anwenden und dem Kind bloß den Rahmen geben, damit es die richtigen Dinge von selbst intuitiv tun kann.

Herzliche Grüße, Stefan Heisel

Ein Feedback zum Ballengang


Ballengang_Fuss_SchattenLiebe Leser, heute darf ich in der Urlaubshalbzeit einen netten kleinen Leserbrief einer Frau veröffentlichen, die seit 3 Wochen am Ballengang-Emailkurs teilnimmt .

 

Frau M. aus Berlin schreibt:

 

Guten Tag Herr Heisel,

aufmerksam folge ich den Inhalten Ihrer sehr wissenswerten Mails zum Ballengang.
Vielen Dank für Ihre Hilfe auf diesem elektronischen Weg.
Die Entdeckung des GoDo vor einigen Wochen ist für mich eine Befreiung.
Ich laufe bewusst seit Wochen in dieser Gangart und erlebe Wunder.
Verstärkend kommt noch hinzu, dass ich in easy-tone Sandalen von reebok laufe, die diesen Gang balsamisch unterstützen.
Meine Nordic-Walking Stöcke erlebe ich inzwischen für das Tänzeln im Ballengang als einengend.
Schaffe ich es, eine längere Strecke auf ebener Fläche im Ballengang zu gehen, dann spüre ich eine Befreiung im Becken bis hin zu einem glücklichen Gefühl.
Auch bin ich sehr viel aufmerksamer für die Menschen, die mir begegnen, wie die laufen und schaue mit Vergnügen sehr kleinen Kindern beim Rennen zu.
Ein hilfreicher Trick, um in den Ballengang zu kommen bzw. darin zu bleiben, ist für mich, dass ich den Oberkörper im Becken ein wenig nach vorne neigen, dann fällt es schwer bzw. ist es unmöglich, in den Hackengang zu kommen.
Ich staune wirklich über die schnellen Erfolge, fühle mich stärker im LWS Bereich, kann lange Strecken problemlos gehen. Im Hackengang wurde ich schon nach kurzer Zeit pflastermüde und bekam ich je nach Schuhwerk starke Rückenschmerzen.
Vielen Dank noch mal für Ihre informativen Mails mit den wichtigen Anleitungen, die ich gerne befolge.

Freundlich grüßt Sie
Frau Mira aus Berlin
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Kommentar:
Vielen Dank Frau Mira für Ihre motivierenden Worte. Ich lese viel Begeisterung für die neue Entdeckung des Ballengangs heraus, die ich gut nachvollziehen kann.
Zur Erläuterung möchte ich erwähnen, dass es sich bei „GoDo“ um eine geschützte Marke von Dr. Greb handelt, der bereits in den 70er Jahren den Ballengang für sich entdeckt hat und daraus eine spezielle Lehre entwickelt hat.
Die genannten Sandalen schauen wirklich bequem aus. Ich persönlich empfehle Schuhe mit viel weniger (dünnerer) Sohle und keinerlei Vorgaben im Profil der Sohle und natürlich Nullabsatz. Am allerbesten nutze man sein natürliches Gehwerkzeug, die nackten Füße, und erlebe so auch den Untergrund in all seinen Nuancen als anregenden Sinnesreiz, der durch nichts zu ersetzen ist.
Frau Mira, Sie werden in den Lektionen 6,7 und 8 genau solche Anleitungen und Übungen, die Sie erfreulicherweise – wahrscheinlich intuitiv- ohnehin schon von sich aus machen.
Ich wünsche noch weitere interessante Entdeckungen und positive Erlebnisse mit dem Ballengang.
Mit herzlichen Grüßen,
Stefan Heisel

Knieschmerzen durch falsches Gehen


Ballengang und Schmerzen

Ballengang_KnieschmerzenSehr geehrte Leser(innen),

ich möchte an dieser Stelle auch das Thema Schmerzen in Bezug auf richtiges Gehen im Ballengang thematisieren.

(*)Da dies kein medizinischer Blog ist, ebenso wenig wie eine Gesundheitsberatung (die auf Ferne ohnehin nicht möglich wäre), verbleibe ich recht allgemein und schließe pathologische Krankheitsbilder grundsätzlich aus. Ich gehe davon aus, dass ein jeder, der Beschwerden hat, zunächst eine fachärtzliche Begutachtung erfährt, um anschließend mit oder ohne sogenanntem Befund neben der ärtzlichen Beratung/Behandlung selbstständig nach geeigneten Maßnahmen schaut.

Beginnen wir heute mit dem „einfachsten“, was man mit richtigem Gehen günstig beeinflussen kann:

Was kann man aktiv gegen Knieschmerzen tun?

Im Falle von (*) tun dennoch Ihre Knie weh, wenn Sie Treppen steigen, sich bücken oder sogar ständig beim Gehen. Sie haben sich keine Verletzung durch Überstreckung, seitliches Abknicken oder eine Prellung oder Stoß zugezogen – es tut einfach sozusagen chronisch weh, sehr wahrscheinlich einseitig, so dass sie manchmal zum Humpeln neigen, um das schmerzende Knie zu entlasten.

Woher kann dieser Knieschmerz kommen?

Dazu hole ich ein klein wenig ins Reich der Anatomie aus:

Das Knie ist ein Gelenk, also eine Stelle, an der ständig Reibung zwischen den einzelnen Teilen (Knochen, Knorpel, Sehnen, Faszien) stattfindet.

Wo Reibung stattfindet, muss auch gewährleistet sein, dass

– das Zusammenspiel möglichst reibungsarm stattfindet, damit es zu einem möglichst leichten Bewegungslauf und möglichst wenig Abrieb zwischen den Teilen kommt

– die „Schmierung“ zwischen den Teilen ständig in ausreichendem Maß und an jedem erforderlichen Reibungsort vorhanden ist

Ein auftretender Schmerz im Kniegelenk bei sonstiger Gesundheit kann eine Ursache darin haben, dass diese Reibung ungünstig verläuft und somit früher oder später eine Verletzung, Deformation oder gar Zerstörung von Gelenkteilen verursacht.

Ein Vergleich mit der Mechanik kann dies verdeutlichen:

Wenn ein Auto beispielsweise (aufgrund von Gewohnheit oder Nachahmung etc.) ständig nach rechts gelenkt würde (obwohl es völlig intakt ist), würde sich der linke Vorderreifen viel stärker außen abnutzen als bei Geradeausfahrt. Wenn nun nach einer geraumen Weile das Auto auch anders als nach rechts fahren soll, werden sich durch diese einseitige Abnutzung sämtliche Fahreigenschaften verändern. Aber nicht nur der Reifen, sondern auch andere Teile des Fahrwerks erfahren mehr Belastung. Würde man nun den Reifen tauschen (im menschlichen Körper könnte das eine Operation bedeuten) dann würde sich an der Neigung, bei Intaktheit ständig rechts zu fahren ja nichts ändern. Der nächste Reifenwechsel links vorne lässt nicht lange auf sich warten. Oder ein anderes Fahrwerksteil muss ausgetauscht werden. Die Ursache der „Störung“ liegt nicht an den Fahrzeugteilen selbst, sondern an demjenigen, der das Fahrzeug unangemessen lenkt.

Zurück zum Knie:

Wenn Sie sich vorstellen, dass durch bestimmte Gewohnheiten, Ihre Beininnenseite viel mehr Zug auf das Kniegelenk aufbaut als die Außenseite, dann erhält auch das komplexe Kniegelenk innen mehr Druck und Kompression als die Außenseite, so dass der Knorpel, der für die Reibung zwischen den Knochen wesentlich ist, viel mehr Abrieb erfährt und es irgendwann nicht mehr schafft, dies durch seine ständige natürliche Regeneration auszugleichen. Die Gegenseite erhält gleichzeitig zuviel Zug, der die Bänder permanent belastet.

Der Knorpel wird dünner, verliert seine Funktion und/oder entzündet sich und Sie haben dann nicht nur Schmerzen, sondern auch ein nicht mehr richtig funktionierendes Knie. Je früher sich hier der Schmerz meldet und je eher man sich mit richtiger Nutzung des Knies gegen einen weiteren Verschleiß einstellt, desto schneller kann sich das Knie ganz von alleine wieder regenerieren.

Das gleiche kann passieren, wenn im Unterschenkel eine ständige Verdrehung (meist außwärts) beim Gehen vorliegt und somit das Knie fast gar nicht mehr geradlinig geführt wird.

Oder wenn das Knie ständig durchgedrückt wird.

Was kann man also durch den korrekten Ballengang tun, um Knieschmerzen zu vermeiden, zu lindern oder letztlich ganz zu eliminieren?

Als Blog- und v.a. als Newsletterleser-Leser wissen Sie, dass über die Faszien, also unser allumspannendes aktives Bindegewebe, nie nur ein Gelenk isoliert arbeitet, sondern immer bloß ein Zahnrädchen innerhalb der gesamten Körperbewegungen darstellt. Wenn also ein Teil nicht mehr richtig funktioniert, zieht dieses den Restkörper immer in Richtung ungünstige Bewegung mit und es drohen weitere Folgeschäden an anderen Stellen, usw.

Umgekehrt funktioniert das aber genauso!

Wenn man leider nun mal in der Situation ist, durch jahrelangen Falschgebrauch am schwächsten Glied – hier beispielsweise dem Knie – einen spürbaren Schaden in Folge von Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen zu haben, dann sollte man ERST RECHT! damit anfangen, den GANZEN KÖRPER zu optimieren!

Sobald nämlich Teile des Körpers beginnen, besser als vorher zu funktionieren, überträgt sich dies im Laufe der Zeit genau so auf immer weitere Körperteile wie das in der negativen Form der Fall ist.

Die Grenze der Besserung besteht dann nur noch in der natürlichen Regenerationsfähigkeit und Anpassungsfähig des menschlichen Körpers. Diese Regenerationsfähigkeit ist zwar bei sehr jungen Menschen besonders hoch, aber sie geht NIE verloren, so dass man auch im hohen Alter durch eine Veränderung der Bewegung sehr viel Positives bewirken kann!

Mann kann und sollte also bei bestehenden und ärtzlich „abgesegneten“ Knieschmerzen nach Möglichkeit (also wenn Sie überhaupt belasten können!) erst recht im Ballengang gehen. Da das ÜBEN des Ballengangs ja auch im Sitzen und im gestützten Gehen möglich ist (s. Newsletter) kann man neben der allgemeinen Kräftigung des Knies, die der Physiotherapeut des Vertrauens gerne anleitet oder durchführt, am gesamten Bewegungsmuster und damit an der Anregung der so wichtigen Faszien arbeiten.

Konkrete Tipps zum Gehen im Ballengang mit oder ohne Knieschmerzen:

– Achten Sie ganz besonders, in welche Richtungen Knie und Füße beim Gehen und Stehen zeigen! Das können Sie gut, wenn Sie sich entweder von vorne im Spiel betrachten, oder (im Stehen) von oben an ihren Knie herab schauen. Oder im Sitzen: Die Verlängerung des Obderschenkels sollte an der Innenkante des (Bar-)Fußes weiterlaufen.

Strecken sie NIE die Knie ganz durch! (Das ist im von mir beschriebenen Ballengang auch „technisch“ kaum machbar, wird aber bei Fersengängern beim Landen mit der Ferse sehr ausgiebig praktiziert.)

Federn Sie öfter auch über die Knie ab, wenn Ihr Fuß den Boden komplett berührt oder auch -schwieriger- wenn Sie lediglich nur über den Ballen Bodenkontakt haben

– Stellen Sie sich immer vor, dass sich eigentlich nur Ihr Knie nach vorne bewegt und Ihr Fuß (in der selben Richtung!) lediglich „dranhängt“.

– Wenn Sie sich auf der Stelle drehen möchten (das betrifft v.a. Tänzer, Kampfkünstler etc.), vermeiden Sie die schmerzende Richtung und üben Sie sehr wohl die nicht schmerzende – solange bis Sie insgesamt eine Besserung spüren. WENN sich gedreht wird, dann sollte hier der Fuß sehr AKTIV sein, und den Schwung von Oberkörper und Hüfte kontrolliert und unter Spannung mittragen.

– Sollten Sie eine X- oder O-Beinstellung aufweisen, dann achten Sie auch hier besonders auf die Kraftlinie, die vom Fuß direkt über einen leichten Vorwärtsknick zur Hüfte hoch geht, dabei aber nicht nach innen oder außen abweichen darf. Wenn Ihnen das nicht gelingt, könnte ein Faszientherapeut hier weiterhelfen, vorausgesetzt, die Beinstellung an sich stört überhaupt 😉

Schuhwerk: In Ihrem eigenen Interesse dürfte es selbstverständlich sein, nur Schuhwerk zu benutzen, in dem Ballengang möglich ist. Vor allem Absätze tun ihr Übriges daran, die Belastungen einseitig zu verschieben und damit mehrere Probleme zugleich zu schaffen. Dazu demnächst mehr, wenn es um die Füße geht. 😉 Also: NULL-ABSATZ-PFLICHT! 😉

Noch mehr Tipps und Anleitungen zum Ballengang finden sie in meinem kostenlosen Email-Fernkurs: Richtig Gehen lernen im Ballengang, zu dessen Bezug Sie herzlich eingeladen sind

Ich wünsche meinen Lesern nun eine weitere tolle Sommerzeit!

Viele Grüße,

Stefan Heisel

Richtig Gehen Lernen (2b) – Die richtige Spur im Ballengang


Richtig Gehen Lernen (2b)
Richtig Gehen Lernen (2b)

Forstsetzung von [link]

Sehr geehrte Leser, nach dem sich so viele von Ihnen an der Umfrage nach der optimalen Gehspur beteiligt haben, möchte ich nicht nur einfach „die Lösung“ präsentieren, sondern auch auf die einzelnen von Ihnen gewählten Möglichkeiten genauer eingehen.

Vorwort:

Wenn Sie sich schon etwas tiefer mit Bewegung beschäftigt haben, insbesondere mit dem richtigen Gehen, kommen Sie nicht umhin, festzustellen, dass wir nur deshalb unseren Gang nutzen können, weil wir in der Lage zu Rotationen sind. Schon im Säuglingsalter beginnen wir, uns im Liegen von einer Seite zur anderen zu drehen, um mit diesem Bewegungsmuster überhaupt selbständig ins Sitzen zu kommen und von dort weiter zum Hochziehen und Stehen. Die allerersten selbständigen Schritte führen wir noch seitwärts aus (manchmal auch ohne vorheriges Krabbeln), zum Beispiel an einer Wand entlang. Das findet noch weitgehend ohne Rotation statt. Sobald wir aber frei in den Raum treten und den ersten Schritt vor den anderen setzen, muss sich unser Becken und damit die Wirbelsäule verdrehen können. Die Führung unserer Schritte aus der Körpermitte heraus muss also immer in Kreisbahnen verlaufen, die sich in Ober- und Unterkörper ausgleichen. Dementsprechend kann die Gehspur nie eine gerade Linie ziehen, sondern ist immer das Ergebnis von mehreren Drehungen/Rotationen. (Diese Drehungen werden in einem weiteren Kapitel noch genauer betrachtet, da Sie weit mehr zu bedeuten haben als die hier besproochene Gehspur).

Schauen wir uns nun die Beispiele an, die als „richtiges Gehen“ zur Auswahl standen:

Gehspur-AA. Hier haben wir die Füße leicht innenrotiert und vollziehen auch noch eine Drehung von außen nach innen, die deutlich über die eigene Körpergrenze hinausgeht.

Diese Gehspur deutet auf unbewegliche Knie hin, weil das Bein nach außen ausweichen muss, um überhaupt eine Vorwärtsbewegung machen zu können. Die Fernkursteilnehmer wissen, dass ohne Knie kein langer Bauch möglich ist und somit auch kein leichtgängiges Gehen durchfürhbar ist. Das Besteigen einer höheren Stufe funktioniert auf diese Weise gar nicht, weil ein innenrotiertes Knie nicht ausreichend geradeaus gehoben werden kann. Dieser Gang wirkt nach außen hin ähnlich dem Gang einer Ente, bloß mit viel längeren Beinen.

Auch eine Gegenrotation im Oberkörper ist hier nicht im Sinne der Unterstützung des Gehflusses einsetzbar.

-> Fazit: NICHT OPTIMAL

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Gehspur-BB. Die Füße stehen parallel und zweispurig. Die Gehspur verläuft absolut geradlinig.

Dieses Gangbild sieht man sehr häufig und ist deutlich vorteilhafter als das Beispiel oben (A). Die Füße gehen dorthin, wo auch die Knie hin zeigen (sollten) und ermöglichen einen raschen Geradeausgang, allerdings nur bis zu einer gewissen Grenze. Denn wer die Beine derart geradeausführt, kann keine ausreichende Beckenrotation und damit auch keine Dynamik im Oberkörper beim Gehen haben. Der Gang ist relativ steif und kann dies allenfalls durch verstärktes Federn im Sprunggelenk etwas wettmachen. Dann fällt die Steifheit der Wirbelsäule und des Beckens dem Geher selbst nicht so sehr auf. Durch die Zweispurigkeit schwankt der Körper zudem nach links und rechts,wenngleich hier noch recht wenig.

Auch hier wissen die Teilnehmer der Fernkurses bereits, dass ohne dynamische Rotation der Ballengang nur aus den Füßen ausgeführt werden kann und damit dem Körper nur sehr wenig bringt, außer einer übermäßigen Belastung der Waden.

—–> Fazit: WENIG OPTIMAL

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Gehspur-CC. Hier stehen die Füße zur Bewegungsrichtung der Knie in einem ca 20°-Winkel nach außen weg, während der Fuß schnurgerade nach vorne geführt wird.

Dieser Gehstil ist in mehrfacher Hinsicht suboptimal und gleichzeitig sehr oft anzutreffen. Die geradlinige Führung zeigt wie oben (B) eine kaum ausgeprägte Rotation von Becken und Oberkörper. Dazu kommt aber, dass die Knie bei jedem Schritt in Stress geraten, da sie in einem Querwinkel die Kräfte absorbieren müssen. Der Schritt ist außerdem sehr breit und unterstützt damit das Nicht-Rotieren, indem der Körper stark von rechts nach links schwankt. Meistens haben die Großzehen eines solchen Gängers bereits eine Neigung zu Hallux Valgus oder auch Knickfuß, da die Fußinnenseite stärker belastet wird als die Außenseite.

-> Fazit: NICHT OPTIMAL

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Gehspur-DD. In dieser Gehspur zeigen die Füße gerade nach vorn in Richtung der Knie und gehen absolut einspurig nach vorne. Dabei führen die Beine eine enge Außenrotation um das jeweilige Standbein aus.

Diese Gangart ist im Gegensatz zu den bisherigen nicht unbedingt schädlich für den Körper aber sie ist auch keine Gangart, die als alltagstauglich bezeichnet werden könnte. Als Balanceübung oder zum Überqueren einer sehr kleinen Kontaktfläche oder zum Anschleichen ist dieser Gang geeignet. Dynamischeres Gehen funktioniert hier aus zwei Gründen nicht: Wie in Lektion 4 und 8 des Fernkurses behandelt fehlt hier sowohl die Vorwärtsaktivität des Knies als auch der Einsatz des eigenen Körpergewichts, um das körperliche Potential voll zu nutzen. Wer sich für diese Gehspur entschieden hat, liegt aber hinsichtlich der Einspurigkeit sehr richtig. Weiter unten wird beschrieben, wie die Einspurigkeit bei voller Körperfunktion eingesetzt werden kann.

-> Fazit: SPEZIELLE GANGART – NICHT „ALLTAGSTAUGLICH“

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Gehspur-EE. Bei diesem Beispiel zeigen die Füße stets parallel nach vorne und führen bei Gehen durch eine abwechselnde Außenrotation eine große Spurweite. Das Schwungbein wird zuerst zum Standbein hin und dann wieder weiter nach außen geführt.

Wenn bei dieser Gangart die Gegenrotation im Oberkörper eingesetzt wird, ist sie eine Möglichkeit des Schlenderns bzw. eine Variante der Bewegung, die auch beim Inline-Skating oder Schlittschuhlaufen gemacht werden muss (dann aber mit mehr Außenrotation der Füße). Zum Gehen im Alltag führt diese Gehspur zu sehr von der eigentlichen Richtung ab, in die man Gehen möchte und ist daher, wenngleich nicht ungesund, aber nicht gerade ökonomisch. Wer hier keine Gegenrotation ausführt (was man nicht direkt aus der Gehspur ablesen kann), hat hier sogar Nachteile beim Ballengang, weil er wieder nicht seinen ganzen Körper zum Gehen nutzt.

-> Fazit: UNPRAKTISCHE GANGART- WENIG OPTIMAL

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Wie Sie sehen, lagen bei der EInschätzung des Ballengangs diejenigen richtig, die erkannt haben, dass die optimale Gehspur NICHT in den Beispielen vorkamen.

Dennoch gibt es Unterschiede in der Relevanz für die Gesundheit und Beweglichkeit, die man durch richtiges Gehen erreichen kann. Manche Gehmuster sind definitiv ungesund, andere nur sehr spezifisch und unökonomisch. An den Erklärungen oben möchte ich lediglich erreichen, dass Sie sich bewusst darüber werden, welche Faktoren in einer so scheinbaren „einfachen“ Bewegung wie dem menschlichen Gang stecken. Und darüber, wie schnell man sich durch bestimmte Gewohnheiten, falsche Vorbilder, ungünstiges Schuhwerk, einseitige sportliche Betätigung oder Bewegungsmangel alleine über das Gehen zusätzlich noch mehr „schaden“ – oder eben im Gegenteil, bei der Umkehr des Bewegungsmusters etwas Gutes tun kann!

Schließlich möchte ich dazu kommen, Ihnen die optimale Ballengang-Gehspur vorzustellen: (Wenn Sie einfach vorwärts gehen ohne Rücksicht auf das Gelände)

Schauen Sie wieder genau hin und versuchen Sie nachzuvollziehen, wie diese Gehspur entsteht, welche Bewegungen im Rumpf dazu passieren müssen und weshalb es zwangsläufig zu dieser leicht „schlangenförmigen“ Spur kommt.

Um das nachfolgende Bild zu erklären, wird die Serie natürlich demnächst fortgesetzt und ein sehr wichtiges Kapitel hierzu nähergebracht!

richtige-Gehspur-Ballengang

Viele Grüße, Ihr Stefan Heisel

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PS: Sie möchten grundständig in 10 Steps lernen, wie man richtig im Ballengang geht?

Melden Sie sich jetzt zu meinem exklusiven kostenlosen Fernkurs an!

–> http://anmeldung.ballengang.de <–

Richtig Gehen lernen (2a) – Die richtige Spur


Richtig Gehen Lernen (1)
Richtig Gehen Lernen (2a)

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

heute möchte ich auf eine Äußerlichkeit des Gehens eingehen, die man leicht sowohl an sich selbst als auch bei anderen beobachten kann und ein sehr wichtiger Baustein für richtiges Gehen darstellt.

Ich spreche von der „Spur“, die die Füße beim Gehen in der Luft zeichnen – also dem Weg, den die Füße bei jedem (Normalen Standard-) Schritt zurücklegen. Nicht zu verwechseln mit den bloßen Fußabdrücken!

Anhand dieser Gehspur lässt sich viel über die Beweglichkeit und Körperstruktur des Gehers herauslesen – und damit Ansatzpunkte finden, wie sich der Betreffende noch verbessern kann bzw. wo es beim Gehen noch „hängt.“

Bevor wir zu Anleitungen und Erklärungen kommen, lade ich Sie hier auf diesem Blog dazu ein, einen Tipp abzugeben, welches der folgenden Gehspuren dem natürlichen Gehen aus dem ganzen Körper heraus entspricht:

Beobachten Sie bei dieser Gelegenheit auch an sich selbst, welche Spur Sie beim Gehen zeichnen.

Schauen Sie genau hin!

Gehspuren
Welche Gehspur ist die Optimale für Ballengang?

Ich wünsche viel Spaß beim Beobachten und Probieren!

Kleiner interner Tipp für die Studenten des ->Ballengang-Fernkurses<- :

Sie können die optimale Gehspur selbst herausfinden, wenn Sie sich die Lektionen 3, 4 und 5 vergegenwärtigen, in sich hineinfühlen und sich den richtigen Ablauf selbst erarbeiten, sofern er hier abgebildet ist 😉

Herzliche Grüße, Stefan Heisel

Die Fortsetzung erscheint HIER

Barfuß durchs Felsenmeer


Naturerlebnis_Ballengang_Felsenmeer1
Felsenmeer Lautertal bei Bensheim im Odenwald

(Aus der Seite www.naturerlebnis-ballengang.de)

Hallo liebe Leser,

ich möchte gerne von einem besonderen Naturerlebnis-Ballengang berichten.

Am 1. Mai unternahm ich mit einer Gruppe befreundeter/bekannter Familien einen Ausflug zum Felsenmeer Lautertal bei Bensheim im Odenwald (leicht zu erreichen über A5 Ausfahrt Bensheim -> B47)

Gleich zu Beginn musste ich feststellen, dass dieses äußerst bemerkenswerte Naturdenkmal (leider) auch touristisch überaus gepflegt, um nicht zu sagen komplett ausgereizt, ist. Angefangen bei den extra angelegten kostenpflichtigen Parkplätzen über das reichlich mit Merchandising ausgestattete Info-Gebäude und dem geleckt wirkenden frisch gepflasterten Zugangsweg zum Waldrand, bis zum obligatorischen Esskiosk am Ende des sich über 2 km erstreckenden Felsenmeer-Anstiegs.

Neben den eigentlichen Felsen „beeindruckte“ mich an diesem Tag auch die Masse an Besuchern, die einem riesigen Pilgerzug glich, um über die großen runden Steinhaufen mit Kind und Kegel das gelobte Land zu erreichen. 😉

Wie dem auch sei: Die Herausforderung einer schönen Kletterpartie stand und die möglichen Risiken einer Verletzung sah ich an diesem 1. Mai 2013 eher darin, von jemandes dicken Wanderschuhen auf die Füße getreten zu bekommen als irgendwo abzurutschen oder in einen spitzen Ast zu treten. Also raus aus dem Auto und aus den Schuhen und rein ins Vergnügen ….

Wenn man barfuß unterwegs ist, bekommen jegliche Bewegungen eine zusätzliche Wahrnehmungsqualität: die Beschaffenheit des Untergrundes. Jeder einzelne Schritt (besonders auf nicht glattem, ebenem Boden) bewirkt einen unwillkürlichen sehr feinen Ausgleichreflex im ganzen Körper. Man unterscheidet zwischen kleinen, mittleren und größeren Steinchen, zwischen abgerundeten und spitzen Steinen, zwischen trocken, feucht und nass, zwischen kalt, kühlend, warm, wärmend, heiß, zwischen Sand, Erde, Stein, Holz, Teer, Metall, …, zwischen hart, weich und kuschelweich, und vieles mehr. Dadurch gewinnt jeder Gang, jede Wanderung deutlich an Erlebnisqualität.

Die Materie nimmt unmittelbaren Einfluss neben dem Duft, den Geräuschen, der Optik, dem WInd und der Lufttemperatur.

Felsenmeer: Der Aufstieg
Felsenmeer: Der Aufstieg

Das barfüßige Klettern stellte wieder eine neue Erfahrung dar: Gerade an diesem Tag waren einige Felsen noch feucht und damit mehr oder weniger glitschig. Der Schrägheitsgrad variierte stufenlos, so dass die „Rutschgrenze“ – neben dem eigentlichen Bewältigen der Stufen und Spalten – immer neu erfühlt werden musste. Durch das unmittelbare Abtasten durch die nackte Fußsohle war schon bei der ersten Berührung spürbar, ob und wie der Fels begehbar ist. Genau so, als würde man jeden Stein vorher mit den Händen abtasten.

An einigen Stellen, an denen ich mich abstütze oder zog, stellte sich das Gefühl ein, ich würde mich auf vier Händen fortbewegen. Ein Zustand, der mit keinerlei Schuhwerk außer diesem erreichbar ist. 🙂 Speziell fügten sich auch die Zehen in jede Ritze und Erhebung ein und beanspruchten damit das Muskel- und Nervensystem besonders intensiv. So wurde der Aufstieg zu einem abwechslungsreichen Abenteuer und bedeutete ein äußerst ausgefülltes körperliches Erlebnis.

Die Gefahren: herausschauende Eisenpfähle
Die Gefahren: herausschauende Eisenpfähle

Über Nutzen und Bedeutung des Fußballens möchte ich an dieser Stelle nicht detailliert eingehen, weil jeglicher Auf- und Abstieg ohnehin nur mit außschließlichem Balleneinsatz möglich ist. Insofern kann man Barfuß-Klettern als mitunter beste Förderung des Ballengangs bezeichnen.

Zum Abschluss sei noch, rein obligatorisch, die nicht minder interessante Reaktion der Menschen erwähnt:

Es waren an diesem Tag mehrere hundert Unternehmenslustige, meist in familiärer Aufstellung, unterwegs, sodass an manchen engeren Passagen des Aufstiegs regelrechte Warteschlaggen entstanden. Ich war der einzigste, der barfuß unterwegs war und fiel mit diesem Umstand an diesem Ort stärker auf als ein vollgepiercter Punkt mit Ratte auf der Schulter im Schlosspark. Um mich herum bildeten sich Gespräche, meist zwischen fragenden Kindern und erklärenden Erwachsenen: „Schau mal, der hat nackte Füße!“ „Warum hat der Mann keine Schuhe an?“ …. Eine der witzigeren Erklärungen, die ich mitbekommen war jene, dass ich wohl ein Spiel spielen würde, um zu sehen, wie schnell man ohne Schuhe die Steine hinauf klettern kann. Von seiten meiner Gruppe, mit der ich ja unterwegs war, betonte einer regelmäßig, wie „hart“ mein barfuß Gehen sei. Jemand anderes fragte mich immerhin, was ich von Barfußschuhen halte. Immerhin! 🙂

Wie angenehm: Die Wahnehmungsvielfalt!
Wie angenehm: Die Wahnehmungsvielfalt!

Angesichte meines eigenen Erlebens und der Selbstverständlichkeit meines Tuns (das ja im Grunde genommen überhaupt nichts besonderes ist) wurde mir immer unverständlicher, weshalb man bei gemäßigten Temperaturen zumindest in der freien Natur überhaupt Schuhe trägt. Ich glaube, wer wirklich einmal ganz intensiv gespürt hat, welche positiven Sinneseindrücke der direkte Bodenkontakt mit der nackten Fußsohle hinterlässt, wer dann von selbst beginnt, sich im Ballengang – und damit viel aufrechter und leichter zu bewegen, der wird nur widerwillig auf solch ein Erlebnis verzichten! Ein kompletter Wahrnehmungszweig fiele damit ersatzlos weg! Schließlich verbindet sich ja auch niemand ohne Not Augen, Ohren oder Nase, wenn er doch die Natur genießen möchte, oder?

Mit diesen Eindrücken und der unbedingten Empfehlung zum barfuß Gehen in der Natur verbleibe ich mit besten Grüßen,

Stefan Heisel

Quelle: http://wp.me/p3sjdV-T

Foxwalk – Die innere Komponente des Ballengangs


Sehr geehrte Leser, ich möchte heute einen interessanten Beitrag eines Gastschreibers präsentieren, der sich mit  Ballengang und Körperarbeit auf besondere Weise auseinandersetzt.

Vielen Dank an Steffen Kuby für deine Mail mit dem folgenden lesenwerten Beitrag!

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Ballengang_Richtig_Gehen_Fuchsgang

Hallo Stefan, gerne möchte ich hier ein paar  wunderbare Parallelen zum Foxwalk einbringen, den die Indianer ausüben, wenn sie auf die Jagd oder auf Expedition gehen.

Naturvölker haben erkannt, dass sich über das richtige Gehen Stress komplett abbauen lässt und man durch den  Foxwalk das Gehirn völlig von eingeschliffenen Stressmustern befreien kann. Wildtiere flüchten, wenn Menschen auch nur auf geistiger Ebene Stress ausstrahlen.

Der Foxwalk macht den Menschen für Tiere sozusagen „geistig unsichtbar.“

Aktives Stressmanagement durch richtiges Gehen?

Ich wollte es genauer wissen. Wie lernen Kinder eigentlich gehen? Sie bekommen bei der Geburt genauso wenig eine Gebrauchsanweisung für das  Gehen mit, wie Vögel für das fliegen. Das Lernen geschieht spielerisch, instinktiv, und das muss doch dann richtig sein, wenn die Fortbewegung in uns veranlagt ist.  Ich beobachtete das mal bei unseren Knirpsen im Mehrgenerationenhaus. Sobald sie mit dem Laufen beginnen,bewegen sie sich auf den Fußballen fort und mit einiger Übung laufen sie mit einer Leichtigkeit davon, es scheint als seien sie schwerelos, der Körper richtet sich von alleine auf, sie wirken frei und losgelöst, das Gesicht, die Schultern, Arme und Beine sind dabei völlig entspannt. Es ist eine verselbständigte Dynamik zu erkennen.

Bei meiner Internet-Recherche habe ich dann  entdeckt, dass es für die Kalaharis unvorstellbar ist, durch laufen müde zu werden. Sie führen übrigens den Ballengang aus. 🙂

Ich stellte mir dann die Frage, ob wir das richtige Gehen verlernt haben? Da ich mich auch schon seit längerem rund um das Thema Mensch,  mit Kommunikation und Körpersprache beschäftigte, stieß ich auf einen bebilderten Artikel über Körpersprache von Samy Molcho. Der Experte schlechthin, was nonverbale Kommunikation betrifft. Es ist klar zu erkennen, dass Menschen, die zuerst mit der Ferse auftreten, so gehen, als hätten sie die Handbremse angezogen. Nur schwer kommen sie voran, sie wirken angespannt und gestresst. Als hätten sie Angst vor der Zukunft, Angst ans Ziel zu kommen? Auf alle Fälle strahlen sie Schwerfälligkeit und wenig Lebenslust aus.

Es stellte sich mir die Frage: Haben wir Menschen in Europa das richtige Gehen verlernt und stehen wir -neben Bewegungsmangel–  auch deswegen so oft unter Anspannung? Benutzen wir unseren Körper falsch und haben wir vielleicht deshalb so oft eine  schwerfällige Lebenseinstellung ? Was bewirkt das Gehen in  Bezug auf unsere persönlichen Lebensthemen? Sind wir deshalb nicht in unserem inneren Gleichgewicht?

Ich glaube die meisten von uns bewegen sich schlichtweg falsch, obwohl wir als Kind das Gehen instinktiv richtig gelernt haben. Muskuläre Verspannungen, Verklebungen der Faszien und enorme Belastung auf das Skelett und die Wirbelsäule sind die Folge.

Aber die gute Nachricht ist: Da wir aber alle als Kind instinktiv das richtige Gehen, den  Ballengang, auf körperlicher und neuronaler Ebene gelernt haben, können wir das falsche Gehen  auch wieder verlernen. Denn diese Informationen sind in uns gespeichert, lebenslang angelegt  und können nicht vergessen werden.

Wir haben es nur -meist durch falsches Schuhwerk  -Modeerscheinungen- verlernt.

Das bedeutet, wir müssen unter Anleitung kurzzeitig wieder Kind sein, neugierig und spielerisch lernen, den Körper und den Geist richtig zu gebrauchen, um  dem Teufelskreis des falschen Gehens zu entfliehen.

Denn der Instinkt des richtigen Gehens ist ausnahmslos in jedem Menschen verankert, jeder kann es, ausnahmslos!

Danke für deinen Newsletter… 🙂 Ciao Steffen

Ballengang in Barfußschuhen?


Die idealen Schuhe für Ballengang sehen genau so aus:

Barfußschuhe zum richtigen Gehen im Ballengang
Barfußschuhe zum richtigen Gehen im Ballengang

Liebe Leser,

seit ein paar Jahren hat sich ein neuer Markt innerhalb der Schuhindustrie etabliert, der Rubriken wie „Barfußschuhe“ oder „Minimalschuhe“ nennt. Zielgruppe sind Menschen, die ihr Bewusstsein auf mehr Körpergefühl und Körperbewusstsein gelegt haben und beispielsweise daher viel mehr barfuß gehen oder auch laufen. Einige Menschen bewegen sich sogar fast nur noch ausschließlich barfuß. Die anderen, die zwar spüren, dass barfuß ein unvergleichlich besseres Körpergefühl erzeugt, die aber dennoch gerne etwas an den Füßen hätten (alleine zum Schutz), benötigen eine Art Kompromiss.

Also so etwas wie einen Schuh, der eigentlich irgendwo doch keiner ist. Und ein super Begriff dafür ist das Paradoxon „Barfußschuh“ (Er heißt nicht so, weil man ihn ohne Strümpfe tragen kann, sondern, weil er sich „wie barfuß“ anfühlen soll)

Alleine schon von der Begrifflichkeit gibt es es so etwas nicht. Da passt „Minimalschuh“ schon viel besser, weil hier ehrlich von einem Schuh die Rede ist, der versucht, nur soviel an Material um den Fuß zu packen, wie technisch derzeit möglich.

Letzten Endes ist es aber völlig gleich, welchen Namen man dem Schuh gibt, es bleibt ein solcher, besonders, wenn das Design dann auch noch so gestaltet ist, dass er von außen möglichst so ausschaut wie ein wirklicher „stinknormaler“ Schuh, ohne den Anspruch auf besonderes Gehgefühl zu erheben.

Also: Der handelsübliche Barfußschuh soll folgendes leisten:

– den Fuß so wenig wie möglich vom barfuß-Zustand entfernen (leicht; ohne Einengungen; flache, dünnstmögliche flexible Sohle)

– er sollte haltbar sein und sich nicht zu schnell ablaufen (Sohlenbeständigkeit)

– er sollte warm genug halten in der kalten Jahreszeit

– er sollte nicht sehr auffällig gegenüber dem Mainstream aussehen (denn sonst könnte man gleich barfuß gehen 🙂 ) Es sei denn, es handelt sich um einen reinen Outdoorschuh, den man in der zivilen Welt ohnehin nicht trägt. Wobei man dann ja kaum noch Gründe hat, nicht gleich barfuß zu gehen oder zu laufen ….

Mit anderen Worten, der Schuh muss sich zwischen dem, was er können soll und welchen Schein er erwecken soll, regelrecht verbiegen.

Und wozu das alles? Damit der Träger des Schuhs der Illusion erlegen ist, einen per definitione und verbrieften einzig vernünftigen Schuh für natürliches Gehen zu tragen 🙂 ….

Da schon das Tragen von Baumwollsocken die feinen Wahrnehmungen von Fußsohle und Zehen nahezu komplett ausschaltet, erübrigt es sich, zu hoffen, dass eine wenige Millimeter dicke Ledersohle den Fuß irgendetwas wesentliches vom Untergrund spüren lässt. Das kann man auch damit vergleichen als würde man Handschuhe von mindestens 3 mm Dicke tragen und dann ohne zusätzliche Pflegekraft seine täglichen Verrichtungen zu meistern. (Die Hände verfügen über eine ähnliche sensible Nervenstruktur wie die Füße, auch wenn bei uns die Füße andere Aufgaben haben.)

Also was soll man jetzt konkret tun, um eine andere Wahl zu haben als ein reiner Barfußgänger durch alle Jahreszeiten und alle Begebenheiten zu werden? Auch sehr einfache „Naturvölker“, insbesondere solche, die in kälteren Regionen der Erde leb(t)en, waren Schuhträger und gleichzeitig hervorragende Läufer. Ihre Schuhe hatten gegenüber 99% unserer Schuhe, egal wer sie herstellt, einen entscheidenden Vorteil:

Sie sind absolut und ausschließlich ZWECKGEBUNDEN und gleichzeitig perfekt aus den zur verfügung stehenden RESSOURCEN hergestellt. Schuhe, die die Jäger in irgendeiner Weise behindert hätten, bedeuteten eine geringere Jagdausbeute und damit weniger Überlebensschancen. Hierzu gibt es aber in der späteren Kultur keine Notwendigkeit mehr und Schuhe wurden zum modischen und standesmäßigen Accesoire ohne wirkliche Zweckgebundenheit, die mit Gehen oder Laufen zu tun hat. Zunächst für die Wohlhabenderen als Statussymbol (barfuß galt bekanntlich als Zeichen der Armut und ist es heute IMMER NOCH!)) Später konnten Schuhe industriell sehr günstig und in sehr schlechter Qualität aber mit gutem (also der Gesellschaft angepasstem) äußeren Erscheinungsbild quasi an jedermann abgegeben werden. WELCH EIN FORTSCHRITT! … 🙂

In den letzten Jahren hat sich abgezeichnet, dass Schäden an den Füßen durch den Verursacher selbst, nämlich den Schuh, auch angeblich wieder behoben werden können: Die Geburtsstunde des Fußbetts und der orthopädischen Einlagen. (Sicherlich gibt es angeborene Handicaps, die tatsächlich durch Prothesen oder Orthesen eine unersetzliche Hilfe erfahren, aber das soll hier nicht Thema sein) Obwohl Ärzte immer wieder das Barfußgehen als beste Therapie und Prophylaxe für sämtliche selbstverursachten Haltungen und Fußschäden empfehlen, gebietet die Industrie/Wirtschaft auch gleichzeitig, im Grundsatz sinnfreie Prothesen für jedermann zu verordnen/verkaufen und zu produzieren. Heute sind wir gerade in dem Trend, dass viel einfallsreichere Produkte rund um den Fuß vertrieben werden, bloß um die einfachste Lösung (barfuß) kostenintensiv zu umgehen. Seien es konvex abgerundete Sohlen (die mittlerweile gar nicht mehr vom ursprünglichen Markteinführer empfohlen werden, aber immer noch aufgrund der erzeugten Nachfrage fleißig produziert werden) oder seien es Schuhe mit extrem weicher federnder Innensohle, Schuhe und Strümpfe mit einzelnen Zehen, oder mit rekordverdächtig dünnen Sohlen aus teils natürlichem und teils sythetischem Material. Ja, sogar Sportschuhe, die die Muskulatur so anregen, dass man davon abnehmen soll, werden angeboten.

Aber wie soll man sich noch zurechtfinden als jemand, der seit langem oder kurzen genau spürt, was seinem Körper an Gehbewegung gut tut und feststellt, dass dies nur barfuß richtig möglich ist?

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Dazu gebe ich drei Tipps, die auch inhaltlich auch gegen Ende des Email-Kurses nach etlichen Lektionen zuvor noch differenzierter gegeben werden:

1. Seien Sie sich darüber bewusst, welche Eigenschaften Schuhe auf gar keinen Fall haben sollten, wenn Sie sich damit fortbewegen möchten. Als Wichtigstes wären zu nennen:

Absätze bzw Sprengung, egal wie niedrig (Veränderung der Körperstruktur -> bergab-Effekt)

steife Sohle (keine Ballennutzung möglich)

seitliche Eineingung des Vorfußes und der Zehen (Gleichgewichtsverlust, Eingeschränkte Ballenfunktionalität und Gefahr von Deformationen)

Schaft über die Knöchel (Einschränkung des Sprunggelenks und der Ballenfunktion)

künstliche Materialien (Stinkfüße, Entzündungen, chemische Rückstände durch die Haut)

2. Bestimmen Sie für sich, welche Eigenschaften ihr Schuh, je nach Zweck, auf jeden Fall haben sollte, z.B.

– sollte er in jedem Fall bequem sein, und er sollte genau passen; dann sollte lange nichts folgen und dann

– sollte er seinen Zweck (also weshalb Sie nicht gleich barfuß gehen) gut erfüllen: Wärme, Schutz, Bauart (z.B. zum Motorradfahren, Tanzen, Schneewandern, ….)

– sollte er zu ihrer Persönlichkeit passen und nicht einem Trend folgen (was sehr schwer zu unterscheiden ist, weil Trends unterbewusst wirken)

3. Sobald Sie irgendwelche Schuhe tragen, müssen Sie ihr GANGMUSTER DEM SCHUH ANPASSEN!!

Immer wieder werde ich gefragt, in welchen Schuhen denn der Ballengang am besten funktioniert, so dass man „wie barfuß“ damit geht. Die Antwort lautet: Ihr Körper wird sich auf jedes einzelne Paar Schuhe immer wieder neu einstellen müssen! Ohne Ausnahme und ohne „einfacheren Weg“.

Das bedeutet klartext: Wie schon des Öfteren erwähnt, ist das Gehen ein Prozess, der aus jeder Faser des Körpers unterstützt wird. Desweiteren wird auch die Schwerkraft und die besondere Anatomie unseres Aufrechtseins zur Erleichterung des Gehens genutzt. Jeder wird festgestellt haben, dass er barfuß auf Sand ganz anders laufen muss als auf Gras und da wieder anders als auf Stein oder Fels und wieder ganz anders, wenn er durch Wasser watet. Und genau so verhält es sich mit unterschiedlichen Schuhen!

Mal müssen Sie mehr die Knie einsetzen, mal mehr das Sprunggelenk, mal mehr die Ferse, mal mehr den Ballen, mal laden Schuhe, je nach Untergrund regelrecht zum hüpfen ein, und ein anderes mal kann man nicht anders als zu trotten. Das ist ganz normal und ist auch insofern nicht „schlimm“, solange es immer eine ABWECHSLUNG gibt.

Die Kunst liegt hier darin, seinen Körper in jedem Fall so effizient und damit natürlich, wie es die Umstände gebieten, bewegen zu können. Und genau das ist auch der Grund, weshalb es viel Sinn macht, sich mit der Beweglichkeit seines Körpers – auch in Nuancen- auseinanderzusetzen.

Und ich denke, deshalb sind Sie, lieber Leser ja auch hier zu Gast! 🙂

Also, gehen Sie (im Ballengang) mit offenen Augen durch die Geschäfte und begutachten Sie Schuhe nach den oben genannten Kriterien, ungeachtet von Trends oder Marken (es sei denn, dies gehört zu Ihrer Persönlichkeit).

Ich selbst mache damit sehr gute Erfahrungen, finde in den ungeahntesten Momenten im Augenwinkel genau dann einen super Schuh, wenn ich eigentlich gar nicht damit rechnete. (wie das meistens der Fall ist, wenn man etwas bestimmtes sucht 😉 )

Ich wünsche Ihnen viel Glück und Erfolg bei der korrekten Schuhwahl. Am besten wäre ja der oben abgebildete Schuh, ganz ehrlich!

Viele Grüße, Stefan Heisel

PS: Ich empfehle zu diesem Thema auch die Teilnahme am email-Fernkurs

>„Richtig Gehen Lernen im Ballengang“<-